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Erstmals wurde das kleine Haus, zu dem auch ein gemeinschaftlich unterhaltener Brunnen im Garten gehörte, am 30. Dezember 1727 in einem Kaufvertrag erwähnt. An diesem wurde es von der Witwe des [[Cris Rothwalds]] an [[Tjarck Jürjens]] verkauft. Wenig später, am 20. Januar 1772, wird das Haus erneut im Zusammenhang mit einem Verkauf erwähnt. Jürjens verkaufte es an den Juden [[Arend Marcus]]. Zu diesem Zeitpunkt erscheint, der Hinweis, dass das Haus ''adelig frei'' war, sprich frei von Abgaben war. Ein solches Privileg genossen viele der ältesten Häuser in Norden. Im Falle der Sielstraße 1 scheint es sich jedoch um einen Sonderfall zu handeln. Nach [[Gretje Schreiber]] wurden Haus und Grund nie in einer Roßdienstliste als adelig frei ausgewiesen. Auch im Hypothekenbuch wird es nicht als solches angegeben.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (1998): Norder Häuser, Die Bewohner der Sielstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier, 13./14. Juni 1998</ref> Möglicherweise handelt es sich daher um eine vorsätzlich oder versehentliche Falschbeurkundung.
Erstmals wurde das kleine Haus, zu dem auch ein gemeinschaftlich unterhaltener Brunnen im Garten gehörte, am 30. Dezember 1727 in einem Kaufvertrag erwähnt. An diesem wurde es von der Witwe des [[Cris Rothwalds]] an [[Tjarck Jürjens]] verkauft. Wenig später, am 20. Januar 1772, wird das Haus erneut im Zusammenhang mit einem Verkauf erwähnt. Jürjens verkaufte es an den Juden [[Arend Marcus]]. Zu diesem Zeitpunkt erscheint, der Hinweis, dass das Haus ''adelig frei'' war, sprich frei von Abgaben war. Ein solches Privileg genossen viele der ältesten Häuser in Norden. Im Falle der Sielstraße 1 scheint es sich jedoch um einen Sonderfall zu handeln. Nach [[Gretje Schreiber]] wurden Haus und Grund nie in einer Roßdienstliste als adelig frei ausgewiesen. Auch im Hypothekenbuch wird es nicht als solches angegeben.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (1998): Norder Häuser, Die Bewohner der Sielstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier, 13./14. Juni 1998</ref> Möglicherweise handelt es sich daher um eine vorsätzlich oder versehentliche Falschbeurkundung.


Am 16. Februar 1779 wurde [[Jann Claassen]] neuer Besitzer des Hauses. Ihm folgte genau ein Jahr später der Chirurg [[Hinrich Bockelmann]] und auf diesen dessen Erben. Am 11. März 1800 erstanden [[Rolf Wibben Seeberg]] und [[Gesche Siefkes]] das Haus, am 12. September 1803 der [[Isaac Engelbert Fridag|Ausmiener Fridag]]. Ab 1803 gehörte das Haus dann der [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Gemeinde]].<ref name=":0" />
Am 16. Februar 1779 wurde [[Jann Claassen]] neuer Besitzer des Hauses. Ihm folgte genau ein Jahr später der Chirurg [[Hinrich Bockelmann]] und auf diesen dessen Erben. Am 11. März 1800 erstanden [[Rolf Wibben Seeberg]] und [[Gesche Siefkes]] das Haus, am 12. September 1803 der [[Ausmiener]] [[Isaac Engelbert Fridag]]. Ab 1803 gehörte das Haus dann der [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Gemeinde]].<ref name=":0" />


Um 1872 wurden die Geschwister M. A. und J. de Swart genannt, die hier eine Bettzeug- und Kleiderhandlung führte. Noch 1897/1898 war das Haus im Besitz der Familie de Swart, als hier die Händlerin [[Amalie de Swart]] sowie die Näherin [[Jetti de Swart]] genannt wurden.<ref name=":0" /> Vermutlich um 1945 im Zusammenhang mit dem Umzug der [[Polizei Norden|Norder Polizei]] in das neue Domizil [[Am Markt 10]] wurde die [[Stadt Norden]] neue Besitzerin des Hauses.<ref>Weege, Jans (2022): Die Geschichte der Polizei Norden, Norden</ref> Spätestens seit 1950 wohnte hier dann der Polizei-Dienststellenleiter, Polizeioberinspektor [[Ernst Haasche]] und nach ihm dessen Witwe.<ref name=":0" /> Heute wird das Haus, längst nicht mehr im städtischen Besitz, als privates Wohnhaus genutzt.
Um 1872 wurden die Geschwister M. A. und J. de Swart genannt, die hier eine Bettzeug- und Kleiderhandlung führte. Noch 1897/1898 war das Haus im Besitz der Familie de Swart, als hier die Händlerin [[Amalie de Swart]] sowie die Näherin [[Jetti de Swart]] genannt wurden.<ref name=":0" /> Vermutlich um 1945 im Zusammenhang mit dem Umzug der [[Polizei Norden|Norder Polizei]] in das neue Domizil [[Am Markt 10]] wurde die [[Stadt Norden]] neue Besitzerin des Hauses.<ref>Weege, Jans (2022): Die Geschichte der Polizei Norden, Norden</ref> Spätestens seit 1950 wohnte hier dann der Polizei-Dienststellenleiter, Polizeioberinspektor [[Ernst Haasche]] und nach ihm dessen Witwe.<ref name=":0" /> Heute wird das Haus, längst nicht mehr im städtischen Besitz, als privates Wohnhaus genutzt.