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Das '''Deutsche Haus''' (früher: ''Gasthof Zum Deutschen Hause'') entstand 1880 aus zwei einst selbstständigen Gebäuden bzw. Grundstücken, die in diesem Jahr zu einem zusammengefasst wurden. Wenngleich das Gebäude vor allem als Hotel bekannt ist, hat es im Laufe seiner Geschichte auch andere Nutzungen erfahren. Seit 2016 ist das Traditionshotel nach seinem wirtschaftlichen Niedergang in neuem Besitz und seither massiven Umbauarbeiten unterworfen.
Das '''Deutsche Haus''' (früher: ''Gasthof Zum Deutschen Hause'') entstand 1880 aus zwei einst selbstständigen Gebäuden bzw. Grundstücken, die in diesem Jahr zu einem zusammengefasst wurden. Wenngleich das Gebäude vor allem als Hotel bekannt ist, hat es im Laufe seiner Geschichte auch andere Nutzungen erfahren. Seit 2016 stellt das traditionsreiche Hotel mit seiner denkmalgeschützten Fassade eine Bauruine dar.
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==Geschichte==
==Geschichte==
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===21. Jahrhundert===
===21. Jahrhundert===
2016 wurde das Gebäude an einen estnischen Investor veräußert, der es als ''Hotel Stadt Norden Betreibergesellschaft mbH'' verwertete. Trotz vorgeblicher Pläne des Investors, hier mehrere Wohnungen sowie ein Hotel bei Erhalt der historischen Fassade zu errichten, glich das Gebäude seit dem erfolgten, illegalen Teilabriss (ab April 2019) einer Ruine, was immer wieder Gegenstand hitziger Diskussionen im [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] war.<ref>[https://www.oz-online.de/-news/artikel/692340/Deutsches-Haus-FDP-kritisiert-Abriss-Stopp Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 7. Oktober 2019], abgerufen am 7. Juni 2021</ref> Auch die konkreten Baupläne zu den Wohnungen, die sich zur [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]] erstrecken sollen, waren Bestandteil von teils heftiger Kritik, glich das Erscheinungsbild doch einem Hochbunker mit Fenstern.<ref>[https://as-norden.de/wohnquartier-stadthaus-norden/ Bauzeichnungen des Architekturbüros], abgerufen am 7. Juni 2021</ref>
2016 wurde das Gebäude an einen estnischen Investor veräußert, der es als ''Hotel Stadt Norden Betreibergesellschaft mbH'' verwertete. Trotz vorgeblicher Pläne des Investors, hier ab 2017 insgesamt 39 Wohnungen sowie zwei Gewerbeeinheiten bei Erhalt der historischen Fassade zu errichten, glich das Gebäude seit dem erfolgten, illegalen Teilabriss (ab April 2019) einer Ruine, was immer wieder Gegenstand hitziger Diskussionen im [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] war.<ref>[https://www.oz-online.de/-news/artikel/692340/Deutsches-Haus-FDP-kritisiert-Abriss-Stopp Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 7. Oktober 2019], abgerufen am 7. Juni 2021</ref> Auch die konkreten Baupläne zu weiteren Wohnungen, die rückwärtig an der [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]] erbaut werden sollten, waren Bestandteil teils heftiger Kritik, glich das Planvorhaben doch einem Hochbunker mit Fenstern.<ref>[https://as-norden.de/wohnquartier-stadthaus-norden/ Bauzeichnungen des Architekturbüros], abgerufen am 7. Juni 2021</ref> Ungeachtet der faktischen Schließung wurde das Hotel weiterhin auf dubiosen Online-Buchungsplattformen beworben und mit Fake-Bewertungen rezensiert.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 23. Juli 2024, S. 3</ref><ref>[https://cross-country-hotel-stadt-norden.hotel-mix.de/#reviews Online-Buchungsplattform ''Hotel-Mix''], abgerufen am 22. Oktober 2024</ref>


Im Sommer 2021 wurde schließlich bekannt, was bereits lange offensichtlich war. Der estnische Eigentümer hatte das Gebäude entgegen seiner Versprechungen nicht vor dem Verfall bewahrt, sondern vielmehr eine neue Bauruine mit mehreren Gefahrenquellen - unter anderem asbestbelasteten ''Eternitplatten'' - hinterlassen. Diese wurden teilweise einfach liegen gelassen, teilweise unsachgemäß entsorgt, was Ermittlungen der [[Polizei Norden|Polizei]] nach sich zog. Die Anteile an der Betreibergesellschaft wurden schließlich von zwei Hamburger Investoren erworben, die die Gefahrenquellen fachgerecht beseitigen ließen und das erneute Gespräch mit dem [[Bauamt]] suchten. Dabei möchten die neuen Eigentümer an den bisherigen Plänen des estnischen Investors weitestgehend festhalten und aus dem Gebäudekomplex sowohl ein Hotel als auch ein Mehrparteienwohnhaus machen.<ref>[https://www.nwzonline.de/ostfriesland/norden-stadtentwicklung-bauruine-koennte-bald-wieder-hotel-sein_a_51,2,1170510722.html Bericht der Nordwest-Zeitung vom 6. Juli 2021], abgerufen am 16. Dezember 2021</ref>
Im Sommer 2021 wurde schließlich bekannt, was bereits lange offensichtlich war. Der estnische Eigentümer hatte das Gebäude entgegen seiner Versprechungen nicht vor dem Verfall bewahrt, sondern vielmehr eine neue Bauruine mit mehreren Gefahrenquellen - unter anderem asbestbelasteten Eternitplatten - hinterlassen. Diese wurden teilweise einfach liegen gelassen, teilweise unsachgemäß entsorgt, was Ermittlungen der [[Polizei Norden|Polizei]] nach sich zog. Die Anteile an der Betreibergesellschaft wurden schließlich von zwei Hamburger Investoren erworben, die die Gefahrenquellen fachgerecht beseitigen ließen und das erneute Gespräch mit dem [[Bauamt]] suchten. Dabei möchten die neuen Eigentümer an den bisherigen Plänen des estnischen Investors weitestgehend festhalten und aus dem Gebäudekomplex sowohl ein Hotel als auch ein Mehrparteienwohnhaus machen.<ref>[https://www.nwzonline.de/ostfriesland/norden-stadtentwicklung-bauruine-koennte-bald-wieder-hotel-sein_a_51,2,1170510722.html Bericht der Nordwest-Zeitung vom 6. Juli 2021], abgerufen am 16. Dezember 2021</ref>


Am frühen Abend des 10. Oktober 2024 kam es gegen 17:40 Uhr zu einem Schwelbrand in dem Gebäude. Auf einer von Obdachlosen oder anderen Unbefugten genutzten Matratze kam es offenbar zu einem Schwelbrand, der zufällig von Passanten bemerkt wurde. Die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] verschaffte sich gewaltsam Zutritt zu dem Gebäude und löschte den Brand, der ohne die aufmerksamen Zeugen wohl zu einer Katastrophe geführt hätte.
Am frühen Abend des 10. Oktober 2024 kam es gegen 17:40 Uhr zu einem Schwelbrand in dem Gebäude. Auf einer von Obdachlosen oder anderen Unbefugten genutzten Matratze kam es offenbar zu einem Schwelbrand, der zufällig von Passanten bemerkt wurde. Die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] verschaffte sich gewaltsam Zutritt zu dem Gebäude und löschte den Brand, der ohne die aufmerksamen Zeugen wohl zu einer Katastrophe geführt hätte.