Alte Altendeichsschule: Unterschied zwischen den Versionen
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Auf den 8. Februar 1622 datierte Unterlagen weisen die Einstellung eines ''Schulmeisters'' (frühere Bezeichnung für nicht-akademische Lehrkräfte) nach. Das erste (bekannte) Westermarscher Schulgebäude befand sich demnach auf der Nordseite des [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichswegs]] in der Nähe der heutigen ''alten Altendeichsschule'' am [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]] 20. | Auf den 8. Februar 1622 datierte Unterlagen weisen die Einstellung eines ''Schulmeisters'' (frühere Bezeichnung für nicht-akademische Lehrkräfte) nach. Das erste (bekannte) Westermarscher Schulgebäude befand sich demnach auf der Nordseite des [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichswegs]] in der Nähe der heutigen ''alten Altendeichsschule'' am [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]] 20. | ||
Das Schulgebäude am heutigen [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]] 20 wurde hingegen erst 1772 errichtet. Es umfasste eine Lehrerwohnung, einen Garten und etwas Land. Ein Neubau erfolgte bereits 1823. Dieser war ungefähr 23 Fuß (ca. 7 Meter) lang und 16 Fuß (ca. 5 Meter) breit. Die unmittelbar angrenzende Lehrerwohnung umfasste eine Länge von 64 Fuß (ca. 19 Meter) und war 38 Fuß (ca. 11 Meter) breit. Sie umfasste eine Küche, ein Wohnzimmer, einen Keller und eine Sommerküche (Außenküche). Neben der Küche befand sich das sogenannte ''Karnhuus'', | Das Schulgebäude am heutigen [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]] 20 wurde hingegen erst 1772 errichtet. Es umfasste eine Lehrerwohnung, einen Garten und etwas Land. Ein Neubau erfolgte bereits 1823. Dieser war ungefähr 23 Fuß (ca. 7 Meter) lang und 16 Fuß (ca. 5 Meter) breit. Die unmittelbar angrenzende Lehrerwohnung umfasste eine Länge von 64 Fuß (ca. 19 Meter) und war 38 Fuß (ca. 11 Meter) breit. Sie umfasste eine Küche, ein Wohnzimmer, einen Keller und eine Sommerküche (Außenküche). Neben der Küche befand sich das sogenannte ''Karnhuus''. Dieser Raum wurde neben seinem eigentlichen Zweck, der Verarbeitung von Milch, offenbar auch zu einem anderen Zweck genutzt. So mussten in diesem Raum sündig gefallene Gläubige während des Gottesdienstes zur Buße aufhalten. Die tugendhaften Gläubigen machten sich währenddessen sonntäglich auf den Weg zur [[Ludgerikirche]] und hielten dort ihren Gottesdienst ab, während die Sündigen im ''Karnhuus'' verweilen mussten. Weiterhin gab es hier noch eine Regenbacke, ein Behältnis für Regenwasser.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 46</ref> Eine staatliche Wasserversorgung gab es zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht. | ||
Das Hinterhaus enthielt drei Kuhställe und einen Schweine- sowie einen Schafstall sowie Platz für Getreide, Heu und Torf. Torf war das damals gängigste, weil billigste Heizmaterial und wurde zu dieser Zeit vor allem von der [[Norder Fehngesellschaft]] abgebaut und verkauft. Der Garten, dessen Größe sich wohl seit dem Ursprungsbau nicht verändert hat, wird auf 55 Quadratruthen, also etwa 1,2 Hektar bemessen. Zusätzlich stand dem Lehrer, der in der Wohnung kostenlos wohnen durfte, die Nutzung einer Grünlandfläche von 12 Morgen und 30 Ruthen (etwa 4 Hektar) zur Verfügung. Von dieser Fläche waren 1/3 Ackerland und 2/3 Weideland. Auch durfte er seine Schafe, so er denn welche hatte, entlang des [[Enneweg|Ennewegs]] und der Hälfte des [[Langer Weg|Langen Wegs]] weiden lassen.<ref name=":0" /> | Das Hinterhaus enthielt drei Kuhställe und einen Schweine- sowie einen Schafstall sowie Platz für Getreide, Heu und Torf. Torf war das damals gängigste, weil billigste Heizmaterial und wurde zu dieser Zeit vor allem von der [[Norder Fehngesellschaft]] abgebaut und verkauft. Der Garten, dessen Größe sich wohl seit dem Ursprungsbau nicht verändert hat, wird auf 55 Quadratruthen, also etwa 1,2 Hektar bemessen. Zusätzlich stand dem Lehrer, der in der Wohnung kostenlos wohnen durfte, die Nutzung einer Grünlandfläche von 12 Morgen und 30 Ruthen (etwa 4 Hektar) zur Verfügung. Von dieser Fläche waren 1/3 Ackerland und 2/3 Weideland. Auch durfte er seine Schafe, so er denn welche hatte, entlang des [[Enneweg|Ennewegs]] und der Hälfte des [[Langer Weg|Langen Wegs]] weiden lassen.<ref name=":0" /> | ||