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Im Oktober 2013 wurde bekannt, dass der Landkreis Aurich und die Stadt Emden über ein gemeinsames Krankenhaus in bzw. bei Georgsheil nachdachten und die Machbarkeit prüfen wollten. Bei einem Bau einer solchen ''Zentralklinik'' würden die beiden Standorte der [[Ubbo-Emmius-Klinik]] sowie das Hans-Susemihl-Krankenhaus geschlossen. Im Juni 2017 fand ein Bürgerentscheid zur Frage statt, ob eine Zentralklinik in Georgsheil gebaut werden soll. Während die Bürger des Landkreises Aurich dafür stimmten, lehnten die Einwohner der Stadt Emden dies ab. In einem zweiten Bürgerentscheid in Emden zur gleichen Fragestellung im Mai 2019 votierten 54,75 % der Wahlberechtigten für einen Bau. Das Schicksal der Norder Klinik als reguläres Krankenhaus wurde damit besiegelt, wenngleich dieses bis zum heutigen Tage in Betrieb ist und ein Bau der Zentralklinik nach wie vor auf sich warten lässt und unvermindert hoher Kritik ausgesetzt ist.
Im Oktober 2013 wurde bekannt, dass der Landkreis Aurich und die Stadt Emden über ein gemeinsames Krankenhaus in bzw. bei Georgsheil nachdachten und die Machbarkeit prüfen wollten. Bei einem Bau einer solchen ''Zentralklinik'' würden die beiden Standorte der [[Ubbo-Emmius-Klinik]] sowie das Hans-Susemihl-Krankenhaus geschlossen. Im Juni 2017 fand ein Bürgerentscheid zur Frage statt, ob eine Zentralklinik in Georgsheil gebaut werden soll. Während die Bürger des Landkreises Aurich dafür stimmten, lehnten die Einwohner der Stadt Emden dies ab. In einem zweiten Bürgerentscheid in Emden zur gleichen Fragestellung im Mai 2019 votierten 54,75 % der Wahlberechtigten für einen Bau. Das Schicksal der Norder Klinik als reguläres Krankenhaus wurde damit besiegelt, wenngleich dieses bis zum heutigen Tage in Betrieb ist und ein Bau der Zentralklinik nach wie vor auf sich warten lässt und unvermindert hoher Kritik ausgesetzt ist.


Die frühen 2010er Jahre waren vor allem von einem beispiellosen Bauboom geprägt, wie er sich auch bundesweit abzeichnete. Es entstanden mehrere Baugebiete, die vielen Einheimischen und Zugereisten einen Bauplatz boten. Gegen Mitte der 2010er Jahre ebbte dieser Trend trotz weiterhin großer Nachfrage ab. Begründet wurde dies unter anderem mit einer befürchteten Oberflächenversieglung und Zersiedlung des Landschaftsbilds. Paradoxerweise wurden jedoch die Siedlungsgebiete [[Auf dem Lehmstück]] und ''[[Wigboldstraße|Südlich Wigboldstraße]]'' nicht in Norden, sondern in dem seit jeher ländlich und landwirtschaftlich geprägten [[Westermarsch II]] erschlossen. Ein bereits 2011 für die Dorferneuerung in [[Leybuchtpolder]] und [[Neuwesteel]] fertiggestelltes Konzept zur städtebaulich verträglichen Umsetzung neuer Bauplätze bei gleichzeitigem Entgegenwirken des demografischen Wandels kam hingegen bislang nicht zur Umsetzung.<ref>NWP Planungsgesellschaft (2011): Dorferneuerungs-/Entwicklungsplanung für die Ortsteile Leybuchtpolder und Neuwesteel, S. 95ff.</ref>
Die frühen 2010er Jahre waren vor allem von einem beispiellosen Bauboom geprägt, wie er sich auch bundesweit abzeichnete. Es entstanden mehrere Baugebiete, die vielen Einheimischen und Zugereisten einen Bauplatz boten. Gegen Mitte der 2010er Jahre ebbte dieser Trend trotz weiterhin großer Nachfrage ab. Begründet wurde dies unter anderem mit einer befürchteten Oberflächenversieglung und Zersiedlung des Landschaftsbilds. Paradoxerweise wurden jedoch die Siedlungsgebiete [[Auf dem Lehmstück]] und ''[[Südlich Wigboldstraße]]'' (projektiert, aber aufgegeben) nicht in Norden, sondern in dem seit jeher ländlich und landwirtschaftlich geprägten [[Westermarsch II]] erschlossen. Ein bereits 2011 für die Dorferneuerung in [[Leybuchtpolder]] und [[Neuwesteel]] fertiggestelltes Konzept zur städtebaulich verträglichen Umsetzung neuer Bauplätze bei gleichzeitigem Entgegenwirken des demografischen Wandels kam hingegen bislang nicht zur Umsetzung.<ref>NWP Planungsgesellschaft (2011): Dorferneuerungs-/Entwicklungsplanung für die Ortsteile Leybuchtpolder und Neuwesteel, S. 95ff.</ref>


In der Amtszeit von [[Heiko Schmelzle|Bürgermeister Schmelzle]] vervielfältigte sich der Baupreis für einen Quadratmeter erschlossenen Baulands innerhalb von drei Jahren um annähernd 150 %. Am 25. April 2018 beschloss der [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] eine Erhöhung des bisherigen Preises von 40,90 € pro Quadratmeter auf 55,00 Euro, am 17. September 2019 auf 80,00 Euro und am 13. Juli 2021 schließlich auf 95 Euro. Seit letztgenanntem Datum galt diese Preisdeckelung zudem nur noch für 50 % der Grundstücke, die andere Hälfte konnte zu deutlich höheren Preisen veräußert werden. In der Folge wichen vor allem junge Familien in das Umland aus, während in Norden vor allem größere Mehrparteienhäuser für Zweitwohnungsbesitzer und Senioren aus Nordrhein-Westfalen entstanden, deren Wohnungspreise bis etwa 2014 noch typischerweise dem eines großen Einfamilienhauses mit Doppelgarage entsprachen. Sehr häufig wurden für den Bau solcher großer Gebäude ortsbildprägende und erhaltenswerte Gebäude älteren Baujahres ohne Not durch (oftmals auswärtige) Investoren abgebrochen und dadurch die kleinteilige, stadtbildprägende Struktur unwiderruflich beschädigt. Eine derart schwerwiegende Misshandlung des Stadtbildes, dem kaum städtische Regelungen entgegenstanden, gab es seit der [[Altstadtsanierung]] in den 1960er bis 1970er Jahren nicht mehr.
In der Amtszeit von [[Heiko Schmelzle|Bürgermeister Schmelzle]] vervielfältigte sich der Baupreis für einen Quadratmeter erschlossenen Baulands innerhalb von drei Jahren um annähernd 150 %. Am 25. April 2018 beschloss der [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] eine Erhöhung des bisherigen Preises von 40,90 € pro Quadratmeter auf 55,00 Euro, am 17. September 2019 auf 80,00 Euro und am 13. Juli 2021 schließlich auf 95 Euro. Seit letztgenanntem Datum galt diese Preisdeckelung zudem nur noch für 50 % der Grundstücke, die andere Hälfte konnte zu deutlich höheren Preisen veräußert werden. In der Folge wichen vor allem junge Familien in das Umland aus, während in Norden vor allem größere Mehrparteienhäuser für Zweitwohnungsbesitzer und Senioren aus Nordrhein-Westfalen entstanden, deren Wohnungspreise bis etwa 2014 noch typischerweise dem eines großen Einfamilienhauses mit Doppelgarage entsprachen. Sehr häufig wurden für den Bau solcher großer Gebäude ortsbildprägende und erhaltenswerte Gebäude älteren Baujahres ohne Not durch (oftmals auswärtige) Investoren abgebrochen und dadurch die kleinteilige, stadtbildprägende Struktur unwiderruflich beschädigt. Eine derart schwerwiegende Misshandlung des Stadtbildes, dem kaum städtische Regelungen entgegenstanden, gab es seit der [[Altstadtsanierung]] in den 1960er bis 1970er Jahren nicht mehr.