Helle: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Helle''' (auch: ''Hölle'') war ein bis etwa 1850 oder 1860 existierender, offener Wasserlauf durch die Norder Innenstadt, der der Entwässerung dieser diente. Sie begann im Garten der [[Behrendssche Villa|Behrendsschen Villa]] (heute ''WBZ-Garten'') und führte von dort hinter den Häusern des [[Neuer Weg|Neuen Wegs]] bis hin zur [[Dammstraße]], wo sie in das [[Norder Tief]] mündete.<ref>[https://www.oz-online.de/-printartikel/139459/Leben-an-und-auf-der-Wasserstrasse Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 1. Juli 2006], abgerufen am 9. September 2021</ref><ref name=":0">Schreiber, Gretje (1996): Norder Häuser (I), Die Bewohner der Brück- und Dammstraße, in: Ostfriesischer Kurier vom 26./27. Oktober 1996, Nr. 251</ref> Dort gab es eine kleine Brücke, die über den Wasserlauf führte. Diese wurde auch ''Klene Brücke'' genannt.<ref name=":0" /> | Die '''Helle''' (auch: ''Hölle'') war ein bis etwa 1850 oder 1860 existierender, offener Wasserlauf durch die Norder Innenstadt, der der Entwässerung dieser diente. Sie begann im Garten der [[Behrendssche Villa|Behrendsschen Villa]] (heute ''WBZ-Garten'') und führte von dort hinter den Häusern des [[Neuer Weg|Neuen Wegs]] bis hin zur [[Dammstraße]], wo sie in das [[Norder Tief]] mündete.<ref>[https://www.oz-online.de/-printartikel/139459/Leben-an-und-auf-der-Wasserstrasse Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 1. Juli 2006], abgerufen am 9. September 2021</ref><ref name=":0">Schreiber, Gretje (1996): Norder Häuser (I), Die Bewohner der Brück- und Dammstraße, in: Ostfriesischer Kurier vom 26./27. Oktober 1996, Nr. 251</ref> Dort gab es eine kleine Brücke, die über den Wasserlauf führte. Diese wurde auch ''Klene Brücke'' genannt.<ref name=":0" /> | ||
Neben dieser (großen) Helle gab es noch einige weitere, kleine Hellen im gesamten Stadtgebiet, die als Wasserleitung fungierten. So etwa [[Am Markt]]. Konkret wird | Neben dieser (großen) Helle gab es noch einige weitere, kleine Hellen im gesamten Stadtgebiet, die als Wasserleitung fungierten.<ref name=":02" /> So etwa [[Am Markt]] sowie zwischen der [[Bleicherslohne]] und der [[Rosenthallohne]].<ref name=":02" /><ref name=":1">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 153</ref> Die Helle zwischen den Lohnen, in die auch die [[Reichsbank]] entwässerte, führte auf ein Wiesengelände mit einem Graben (''Graft'') , das zur ehemaligen [[Osterburg]] gehörte. Dort versickerte das abgeleitete (Ab-)Wasser allmählich.<ref name=":1" /> Konkret wird auch in den Verkaufsunterlagen des Hauses [[Am Markt 66]] aus dem 18. Jahrhundert von einer ''Helle'' bzw. ''Hölle'' berichtet.<ref name=":02">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 152</ref> Eine durch Rohre (''Piepe'') geführte Helle lief von der [[Mühlenstraße]] unter der [[Kleine Osterstraße|Kleinen Osterstraße]] nach Süden in Richtung [[Galgentief]], weshalb die Kleine Osterstraße auch ''Osterpiepe'' genannt wurde.<ref name=":1" /> | ||
Am Sonntag, den 2. Juli 2006 wurde der Wasserlauf im Rahmen des ''Ab.in.die.Mitte''-Projekts ''Norden-Nordsee: Natürlich mit Wasser'' von [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] und [[Technisches Hilfswerk|Technischem Hilfswerk]] gemeinsam nachgestellt. Sie errichteten einen ein Kilometer langen Wasserlauf quer durch die Stadt von der alten Pumpe auf dem [[Marktplatz]] gegenüber [[Rathaus]] über die innerstädtische [[Osterstraße]] und den [[Neuer Weg|Neuen Weg]] bis hin zum [[Cage]], wo das Wasser schließlich in das [[Norder Tief]] mündete. Der etwa eineinhalb Meter breite Wasserlauf hatte eine Gefällstrecke von etwa drei Metern, an drei Stellen wurde das Brunnenwasser eingespeist. Schätzungsweise zwei Millionen Liter Wasser flossen so durch die Stadt. | Am Sonntag, den 2. Juli 2006 wurde der Wasserlauf im Rahmen des ''Ab.in.die.Mitte''-Projekts ''Norden-Nordsee: Natürlich mit Wasser'' von [[Feuerwehr Norden|Feuerwehr]] und [[Technisches Hilfswerk|Technischem Hilfswerk]] gemeinsam nachgestellt. Sie errichteten einen ein Kilometer langen Wasserlauf quer durch die Stadt von der alten Pumpe auf dem [[Marktplatz]] gegenüber [[Rathaus]] über die innerstädtische [[Osterstraße]] und den [[Neuer Weg|Neuen Weg]] bis hin zum [[Cage]], wo das Wasser schließlich in das [[Norder Tief]] mündete. Der etwa eineinhalb Meter breite Wasserlauf hatte eine Gefällstrecke von etwa drei Metern, an drei Stellen wurde das Brunnenwasser eingespeist. Schätzungsweise zwei Millionen Liter Wasser flossen so durch die Stadt. | ||