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Wie auch das [[Kloster Marienthal]] genoss auch das Kloster der Dominikaner großes Ansehen, sodass hier im Jahr 1269 mehrere Abgeordnete aus dem Emsland und der Hansestadt Bremen zusammen kamen, um ihren Frieden von 1255, geschlossen im Kloster Marienthal, zu erneuern. Die Dominikaner dienten hierbei nachweislich als Vermittler. Schon zwei Jahre später traten sie erneut in diese Rolle und schlichteten einen Streit mehrerer ostfriesischer Landesgemeinden mit dem Bischof von Münster.<ref name=":0" /> 1269 sollen sie zudem bereits einen Streit zwischen den Einwohnern Emdens und Bremen beigelegt und 1277 dazu beigetragen haben, dass die Häuptlinge des [[Norderland|Norderlandes]] Frieden untereinander schlossen und fortan ''Friedensmänner'' zur Streitschlichtung wählten. Ab 1275 ist nachgewiesen, dass sich die Mönche als (Mit-)Gründer der sogenannten ''Kalandsbruderschaft'' hervorgetan haben.<ref name=":2" /> Die Kalandsbruderschaften waren vereinsähnliche Zusammenschlüsse, deren Mitglieder sich zunächst jeden ersten Tag im Monat gemeinsam zum Gebet trafen und später auch andere, weltliche Aktivitäten gemeinsam ausübten.
Wie auch das [[Kloster Marienthal]] genoss auch das Kloster der Dominikaner großes Ansehen, sodass hier im Jahr 1269 mehrere Abgeordnete aus dem Emsland und der Hansestadt Bremen zusammen kamen, um ihren Frieden von 1255, geschlossen im Kloster Marienthal, zu erneuern. Die Dominikaner dienten hierbei nachweislich als Vermittler. Schon zwei Jahre später traten sie erneut in diese Rolle und schlichteten einen Streit mehrerer ostfriesischer Landesgemeinden mit dem Bischof von Münster.<ref name=":0" /> 1269 sollen sie zudem bereits einen Streit zwischen den Einwohnern Emdens und Bremen beigelegt und 1277 dazu beigetragen haben, dass die Häuptlinge des [[Norderland|Norderlandes]] Frieden untereinander schlossen und fortan ''Friedensmänner'' zur Streitschlichtung wählten. Ab 1275 ist nachgewiesen, dass sich die Mönche als (Mit-)Gründer der sogenannten ''Kalandsbruderschaft'' hervorgetan haben.<ref name=":2" /> Die Kalandsbruderschaften waren vereinsähnliche Zusammenschlüsse, deren Mitglieder sich zunächst jeden ersten Tag im Monat gemeinsam zum Gebet trafen und später auch andere, weltliche Aktivitäten gemeinsam ausübten.


In den Jahren 1300, 1337, 1383, 1422 und 1449 sollen Versammlungen von Mönchen des Ordens aus dem Norder und umliegenden Klostern hier stattgefunden haben. In den Jahren 1318 und 1358 ist es bei nicht näher bezeichneten Unruhen im [[Norderland]] besetzt und infolge dessen besser befestigt worden.<ref name=":0" /> Für letztgenanntes Jahr zeichneten sich [[Martin Cirksena]] und [[Hylo Attena]] verantwortlich, die damit andere einflussreiche Amtsträger zur Niederlegung ihrer Ämter drängen wollten.<ref>Köller, André (2015): Agonalität und Kooperation: Führungsgruppen im Nordwesten des Reiches 1250-1550, Göttingen, S. 307</ref> In diese Zeit fallen auch größere Umbauarbeiten, in deren Folge die bis dahin hölzernen Klostergebäude durch Backsteinbauten ersetzt werden.<ref name=":1" />
In den Jahren 1300, 1337, 1383, 1422 und 1449 sollen Versammlungen von Mönchen des Ordens aus dem Norder und umliegenden Klostern hier stattgefunden haben. In den Jahren 1318 und 1358 ist es bei nicht näher bezeichneten Unruhen im [[Norderland]] besetzt und infolge dessen besser befestigt worden.<ref name=":0" /> Für letztgenanntes Jahr zeichneten sich [[Martin Cirksena]] und [[Hylo Attena]] verantwortlich, die damit andere einflussreiche Amtsträger zur Niederlegung ihrer Ämter drängen wollten.<ref>Köller, André (2015): Agonalität und Kooperation: Führungsgruppen im Nordwesten des Reiches 1250-1550, Göttingen, S. 307</ref> In diese Zeit fallen auch größere Umbauarbeiten, in deren Folge die bis dahin hölzernen Klostergebäude durch Backsteinbauten ersetzt werden.<ref name=":1" /> Möglicherweise ist auch in jener Zeit das in Überlieferungen erwähnte Spital erbaut worden, das sich auf dem Grund der heutigen Anschrift [[Am Markt 49]] befunden haben und dem Patron der Seefahrer und Küstenbewohner St. Nikolaus geweiht gewesen sein soll.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 123</ref>


Während der Pestepidemie in der Zeit um 1349 bis 1350 scheinen die Mönche sich soweit erfolgreich isoliert zu haben, dass das Kloster offenbar nicht von der Seuche heimgesucht wurde. Bei der nächsten großen [[Pestepidemie 1350 - 1360|Pestepidemie von 1350 bis 1360]] scheinen alle Mönche des Klosters dieser erlegen zu sein. Sieben Jahre später sollen jedoch bereits wieder 16 Mönche im Kloster gelebt haben.<ref name=":1" /> Es ist zu vermuten, dass die Dominikanermönchen es den Benediktinermönchen des Klosters Marienthal gleichtaten und bauliche Veränderungen in der Klosterstruktur vornahmen, um Seuchen fortan besser gewappnet zu sein.
Während der Pestepidemie in der Zeit um 1349 bis 1350 scheinen die Mönche sich soweit erfolgreich isoliert zu haben, dass das Kloster offenbar nicht von der Seuche heimgesucht wurde. Bei der nächsten großen [[Pestepidemie 1350 - 1360|Pestepidemie von 1350 bis 1360]] scheinen alle Mönche des Klosters dieser erlegen zu sein. Sieben Jahre später sollen jedoch bereits wieder 16 Mönche im Kloster gelebt haben.<ref name=":1" /> Es ist zu vermuten, dass die Dominikanermönchen es den Benediktinermönchen des Klosters Marienthal gleichtaten und bauliche Veränderungen in der Klosterstruktur vornahmen, um Seuchen fortan besser gewappnet zu sein.