Kaufmannsches Haus: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Das Haus, dessen Erbauung zurzeit noch nicht näher datiert werden kann, erstreckte sich über zwei bzw. drei Grundstücke mit den [[Liste der Häuser nach alter Adressierung (1751-1850)|historischen (Haus-)Nummern]] 447 bis 449.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 82</ref> Für den Bau der bis heute bestehenden Niederlassung der ''EWE'' von 1952 bis 1953 wurde jegliche Bebauung abgebrochen.<ref name=":3" /> | Das Haus, dessen Erbauung zurzeit noch nicht näher datiert werden kann, erstreckte sich über zwei bzw. drei Grundstücke mit den [[Liste der Häuser nach alter Adressierung (1751-1850)|historischen (Haus-)Nummern]] 447 bis 449.<ref name=":4">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 82</ref> Für den Bau der bis heute bestehenden Niederlassung der ''EWE'' von 1952 bis 1953 wurde jegliche Bebauung abgebrochen.<ref name=":3" /> | ||
===ehem. Nr. 447=== | ===ehem. Nr. 447=== | ||
Der erste bekannter Besitzer dieses Hauses war der 1722 erwähnte [[Jan Jacobs]]. | Der erste bekannter Besitzer dieses Hauses war der 1722 erwähnte [[Jan Jacobs]], der das Haus seinem Sohn [[Jacob Janssen]] und dessen [[Neske Janssen|Ehefrau Neske]] hinterließ. Nach dem Tod der Eheleute wiederum wurde am 8. Januar 1765 zwischen den Söhnen, den Schuhmachern Jan Jacobs und [[Hinrich Hibben Jacobs]], ein Teilungsvertrag aufgesetzt. Ihr Vormund, der Zimmermeister [[Gerd Ferdinand Pichler]], stand dabei beiden hilfreich zur Seite. Durch diesen Vertrag erhielt Schuhmacher Jacobs das elterliche Haus.<ref name=":4" /> | ||
Am 11. November 1784 setzten Hinrich Hibben Jacobs und seine Frau [[Antje Simons]] ein gemeinsames Testament auf. Antje starb vor dem 3. Juni 1785 und hinterließ vier Söhne im Alter von 3 bis 13 Jahren. Schuhmachermeister Hinrich Hibben Jacobs verkaufte Haus und Garten einige Jahre später, am 25. März 1800, samt der am [[Burggraben]] gelegenen Nebengebäude an [[Johann Gottlob Schindler]]. Bereits 1810 wurde jedoch [[Rolf Berend Brau]] als Eigentümer aufgeführt.<ref name=":4" /> | |||
===ehem. Nr. 448=== | ===ehem. Nr. 448=== | ||
Im Jahre 1747 wird das Haus, in dem sich eine Brauerei befand, für die Kaufsumme von 1375 zzgl. 179 Gulden für Nebenkosten von [[Berendt Janssen]] gekauft.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 194</ref> | Auch in diesem Haus findet sich mit Hauptmann [[Meint Christoffer]] der erste namentlich genannte Besitzer im Jahre 1722. Später, ohne nähere Zeitangabe, wurde das Haus dann von [[Berend Mentets]] ersteigert, der es sodann an [[Giesbert Adden Reemts]] weiterverkaufte.<ref name=":4" /> Im Jahre 1747 wird das Haus, in dem sich eine Brauerei befand, für die Kaufsumme von 1375 zzgl. 179 Gulden für Nebenkosten von [[Berendt Janssen Brau|Berendt Janssen (Brau)]] gekauft.<ref name=":4" /><ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 194</ref> Dieser vermachte das Haus mitsamt der Scheune und dem Garten am. 21 Februar 1784 für 3.000 Gulden an seine Söhne [[Rolf Janssen Berends Brau|Ro(o)lf Janssen Berends (Brau)]] und [[Gerd Berends Brau|Gerd Berends (Brau)]], die von ihm ebenfalls 16 [[Diemat]] Ländereien für 6.300 Gulden.<ref name=":4" /><ref name=":5">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 83</ref> Diese Ländereien lagen in der [[Westermarsch]], in [[Lintel]], [[Im Spiet]] und [[Im Thuner]]. Dazu kam Land in [[Vierzig Diemat]]. Letzteres wurden jedoch wahrscheinlich nur gepachtet, wahrscheinlich von den [[Cirksena]]. Unklar ist, ob die Ländereien, auf denen wohl Weizen angebaut wurde, selbst bewirtschaftet wurden oder anderweitig bestellt worden sind.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 195</ref> Sowohl Janssen als auch seine Söhne hatten wohl in jener Zeit den Namen ''Brau'' für ihre Berufsbezeichnung (Brauer) als weiteren Nachnamen angenommen. | ||
Am 18. Dezember 1792 sollte das Haus, welches von Ro(o)lf Janssen Berends Brau bewohnt wurde, wieder verkaufte werden. Einen Tag vor dem Verkauf wurden sich die Brüder jedoch einig, dass der jüngere Gerd Berends Brau seinem älteren Bruder seine Eigentumsanteile überlässt, damit dieser hier weiterhin wohnen könne. Später setzten sie einen auf den 15. Dezember 1798 datierten Kaufvertrag über 9.000 Gulden auf.<ref name=":5" /> | |||
Nach dem Tode von Roolf Brau im Jahre 1813 übernahm seine einzige Tochter [[Antje Roolfs Brau]] mit ihrem Mann [[Hayung Itzen Damm]] aus der [[Westermarsch]] das Haus und den damit verbundenen Betrieb.<ref name=":1" /><ref>Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 2</ref> In den 1840er Jahren wurde der als Brau- bzw. Brennhaus genutzte Teil des Anwesens abgebrochen, sodass sich der Betrieb auf die Landwirtschaft beschränkte. Diese wurde nach dem Tode von Damm im Jahre 1851 noch bis 1876 weitergeführt.<ref name=":2" /> Ab 1863 war seine Witwe Antje Eigentümerin des Gebäudes.<ref name=":5" /> Wer die Landwirtschaft führte, ist unklar. Sicher ist, dass der Hof in der Westermarsch, der gut 75,5 [[Diemat]] umfasste, bis 1855 von Norden aus bewirtschaftet wurde.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 196</ref> | |||
1896 wurde der [[Gewerbeschule|Handelsschullehrer]] (und spätere Direktor) [[Harm Kaufmann]] neuer Eigentümer des Hauses.<ref name=":3">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 86</ref><ref name=":5" /><ref name=":2" /> Er wurde dadurch zum Namensgeber des ''Kaufmann'schen Hauses'', welches - wie eingangs genannt - 1952 abgebrochen wurde. | |||
===ehem. Nr. 449=== | ===ehem. Nr. 449=== | ||