Stadtchronik: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Das bislang älteste Fundstück in Form einer handwerklich genutzten Geröllkeule aus dem Erdreich südöstlich von Norden zeugt von frühen menschlichen Aktivitäten in dieser Gegend.
Das bislang älteste Fundstück in Form einer handwerklich genutzten Geröllkeule aus dem Erdreich südöstlich von Norden zeugt von frühen menschlichen Aktivitäten in dieser Gegend.


'''ab 6. dem Jahrhundert:'''
'''ab 500:'''


Nach den Chauken und Sachsen bevölkern nun auch Friesen das heutige Ostfriesland. Es kommt teils zu Verdrängungen, teils zu Vermischungen zwischen den Völkern. Besonders die erhöht liegenden Geestgebiete werden besiedelt, da sie besseren Schutz vor den Fluten bieten. Hier ist der Beginn der Stadt Norden zu suchen, dessen Kernstadt auf einer Geestinsel erbaut wurde.
Nach den Chauken und Sachsen bevölkern nun auch Friesen das heutige Ostfriesland. Es kommt teils zu Verdrängungen, teils zu Vermischungen zwischen den Völkern. Besonders die erhöht liegenden Geestgebiete werden besiedelt, da sie besseren Schutz vor den Fluten bieten. Hier ist der Beginn der Stadt Norden zu suchen, dessen Kernstadt auf einer Geestinsel erbaut wurde.
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'''um 1000:'''
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Die Menschen beginnen, sich mit dem Bau von Warften (künstlich geschaffenen Erderhöhungen) und Deichen besser gegen Sturmfluten zu schützen. Möglicherweise wird in dieser Zeit der hölzerne Vorgängerbau der [[Andreaskirche]] erbaut.
Die Menschen beginnen, sich mit dem Bau von Warften (künstlich geschaffenen Erderhöhungen) und Deichen besser gegen Sturmfluten zu schützen.
 
Möglicherweise wird in dieser Zeit der hölzerne Vorgängerbau der [[Andreaskirche]] und damit die erste Kirche im heutigen Stadtgebiet erbaut.


==12. Jahrhundert==
==12. Jahrhundert==
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==14. Jahrhundert==
==14. Jahrhundert==
'''um 1310:'''
Der [[Glockenturm]] der [[Ludgerikirche]] wird erbaut.
'''1350 bis 1360:'''
'''1350 bis 1360:'''


Der Schwarze Tod (Beulen- oder Lungenpest) grassiert in Norden und Umgebung. Ein großer Teil der Bevölkerung fällt der Seuche zum Opfer.
Der Schwarze Tod (Beulen- oder Lungenpest) grassiert in Norden und Umgebung. Ein großer Teil der Bevölkerung fällt der Seuche zum Opfer.


'''9. Oktober 1374:'''
'''1374:'''


Die [[Erste Dionysiusflut]] führt zu schweren Deichbrüchen. Sie reiht sich in eine Folge mehrerer, verheerender Sturmfluten, die zu massiven Landverlusten führte. Das einst wohlhabende Dorf [[Westeel]] wird schwer beschädigt und muss aufgegeben werden.
Die [[Erste Dionysiusflut]] führt am 9. Oktober 1374 zu schweren Deichbrüchen. Sie reiht sich in eine Folge mehrerer, verheerender Sturmfluten, die zu massiven Landverlusten führte. Das einst wohlhabende Dorf [[Westeel]] wird schwer beschädigt und muss aufgegeben werden.


'''8. bis 10. Oktober 1375:'''
'''1375:'''


Die [[Zweite Dionysiusflut]] bringt weitere Landverluste mit sich. Die Menschen, immer noch geschwächt von der Pest und den Deichbrüchen, waren den Fluten hilflos ausgeliefert. Die Wellen sollen bis an die Mauern des [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] vorgedrungen sein. Die [[Leybucht]] erreicht ihre größte Ausdehnung, sodass Norden nun einen Zugang zum offenen Meer erhält.
Die [[Zweite Dionysiusflut]] bringt zwischen dem 8. und 10. Oktober weitere Landverluste mit sich. Die Menschen, immer noch geschwächt von der Pest und den Deichbrüchen, waren den Fluten hilflos ausgeliefert. Die Wellen sollen bis an die Mauern des [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] vorgedrungen sein. Die [[Leybucht]] erreicht ihre größte Ausdehnung, sodass Norden nun einen Zugang zum offenen Meer erhält.


==15. Jahrhundert==
==15. Jahrhundert==
Um die Mitte des Jahrhunderts lässt der Norder Häuptling und spätere Reichsgraf Ulrich Cirksena den Hochchor der Ludgerikirche errichten.
'''um 1450:'''


Aus dem Jahre 1498 ist das erste Norder Stadtsiegel bekannt.
Unter [[Ulrich I. Cirksena]] wird der Hochchor der [[Ludgerikirche]] errichtet.
 
'''1498:'''
 
Aus diesem Jahr entstammt das älteste bekannte [[Norder Stadtsiegel]]. Es hat sich seitdem nicht wesentlich geändert.


==16. Jahrhundert==
==16. Jahrhundert==
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'''1535:'''
'''1535:'''


Mit der "Instituta Nordana" als Grundlage für eine Verfassung wird die Stadtbildung formalrechtlich abgeschlossen. In der Verfassung werden im Stile einer Polizeiverordnung auch das [[Polizei Norden|Polizeiwesen]] der Stadt neugeordnet.
Mit der [[Instituta Nordana]] als Grundlage für eine Verfassung wird die Stadtbildung formalrechtlich abgeschlossen. In der Verfassung werden im Stile einer Polizeiverordnung auch das [[Polizei Norden|Polizeiwesen]] der Stadt neugeordnet.
 
'''1551:'''
 
Unter [[Anna von Oldenburg]] wird begonnen, die während der Sturmfluten im 14. Jahrhundert verlorenen Gebiete zurückzugewinnen. Sie lässt den [[Alter Süderdeich|(alten) Süderdeich]] errichten, wodurch das [[Westermarscher Altes Neuland|(alte) Westermarscher Neuland]] gewonnen werden kann.
 
'''1556:'''
 
Gräfin Anna beginnt, das [[Süderneuland]] einzupoldern.
 
'''1583:'''
 
Vor dem [[Alter Süderdeich|alten Süderdeich]] wird unter [[Edzard II. Cirksena]] ein neuer Deich gezogen. Das [[Westermarscher Neuland]] entsteht.
 
'''1596:'''
 
Das [[Süderneuland]] wird nach Süden hin erweitert. Es entsteht das [[Addinggaster Neuland]].


==17. Jahrhundert==
==17. Jahrhundert==
'''1677/78:'''
Südlich von [[Süderneuland I|Süderneuland]] und südöstlich der [[Westermarsch I|Westermarsch]] wird neues Land gewonnen: Der [[Wester-Charlottenpolder]] und der [[Süder-Charlottenpolder]].
'''1686-92:'''
'''1686-92:'''


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==18. Jahrhundert==
==18. Jahrhundert==
'''1715:'''
Durch den [[Addinggasterpolder]] wird das [[Süderneuland I|Süderneuland]] gen [[Norder Tief]] erweitert.
'''1744:'''
'''1744:'''


Der letzte Cirksena, Carl Edzard, stirbt kinderlos. Das Fürstentum Ostfriesland fällt an Preußen unter Friedrich dem Großen. Es beginnt eine Zeit der wirtschaftlichen Festigung.
Der letzte Cirksena, Carl Edzard, stirbt kinderlos in Aurich. Das Fürstentum Ostfriesland fällt an Preußen unter Friedrich dem Großen. Es beginnt eine Zeit der wirtschaftlichen Festigung.
 
'''1769:'''
 
Der Bau des [[Leysanderpolder|Leysanderpolders]] engt das [[Norder Tief]] weiter ein.
 
'''1774:'''
 
Der [[Zuckerpolder]] wird eingedeicht. Hier entstehen eine [[Zuckerraffinerie]] und eine [[Ziegelei (Vierzig Diemat)|Ziegelei]].
 
'''1775:'''
 
Der [[Buscherpolder]] erweitert das Gebiet von [[Westermarsch I]] in Richtung Nordsee.
 
'''1781:'''
 
Durch den Bau des [[Schulenburgerpolder|Schulenburgerpolders]] werden bedeutende Schritte gewonnen, um das im 14. Jahrhundert verlorene [[Westeel|Westeeler Land]] zurückzugewinnen.
 
'''1789:'''
 
Der [[Lorenzpolder]] und der [[Friederikenpolder]] vergrößern das Gebiet von [[Westermarsch I]] und führen zu einer weiteren Verengung des [[Norder Tief|Norder Tiefs]].


'''1794:'''
'''1794:'''


Die [[Norder Fehngesellschaft]] wird gegründet. Unternehmensziel ist der Torfabbau aus dem Mooren bei [[Norderfehn]]. In diesem Zusammenhang wird auch der [[Berumerfehnkanal]] erbaut, über den der Torftransport in die Stadt erfolgt.
Die [[Norder Fehngesellschaft]] wird gegründet. Unternehmensziel ist der Torfabbau aus den Mooren bei [[Norderfehn]]. In diesem Zusammenhang wird auch der [[Berumerfehnkanal]] erbaut, über den der Torftransport in die Stadt erfolgt.


==19. Jahrhundert==
==19. Jahrhundert==
'''1804:'''
Durch den Bau des [[Teltingspolder|Teltingspolders]] wird das Gebiet des zukünftigen [[Neuwesteel|Neuwesteels]] weiter vergrößert.
'''1806:'''
Ostfriesland - und damit auch Norden - fallen nach dem Sieg Napoleons an das Königreich Holland, einem Vasallenstaat Frankreichs regiert von Napoleons Bruder.
Der niederländische Unternehmer [[Jan ten Doornkaat Koolman]] gründet in Norden die Brennerei [[Doornkaat]].
'''1815:'''
'''1815:'''


Nach der Fremdherrschaft während der napoleonischen Zeit gehört Ostfriesland zum Königreich Hannover und wird 1866 wieder preußisch.
Nach der Fremdherrschaft während der napoleonischen Zeit gehört Ostfriesland wird Ostfriesland dem Königreich Hannover zugeschlagen. Maßgeblich daran hatte das mit Hannover verwandte britische Königshaus, das eine Festsetzung des mächtigen Preußens an der Nordseeküste verhindern wollte.
 
'''um 1840:'''
 
Nachdem der hannoversche König die Insel Norderney für sich entdeckt hatte und hier regelmäßig anreiste, wird die [[Bundesstraße]] befestigt, um dem König ein besseres Anreisen zu ermöglichen und die Straße nicht jedes Mal vor und nach seiner Anreise wieder herrichten zu müssen.
 
'''1846:'''
 
Der Bau des [[Ernst-August-Polder|Ernst-August-Polders]] führt zu weiteren Landgewinnungen rund um das spätere [[Neuwesteel]].
 
'''1866:'''
 
Ostfriesland fällt wieder an Preußen. Ein spürbarer wirtschaftlicher Aufschwung beginnt.


'''1883:'''
'''1883:'''


Anschluss an das Eisenbahnnetz in Richtung Emden und Wittmund; 1892 Weiterführung nach Norddeich.
Norden erhält einen Anschluss an das [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Eisenbahnnetz]] in Richtung Emden und Wittmund.


'''1885:'''
'''1885:'''


Aus den alten Ämtern Norden und Berum entsteht der Landkreis Norden mit Sitz in der Küstenstadt.
Aus den ehemaligen [[Amt Norden|Ämtern Norden und Berum]] entsteht der [[Landkreis Norden]] mit Sitz in der Küstenstadt.
 
'''1886:'''
 
Die [[Feuerwehr Norden|Freiwillige Feuerwehr Norden]] wird gegründet.


'''1889-1892:'''
'''1889-1892:'''


Bau der ersten Hafenmole in Norddeich.
Bau der ersten Hafenmole in Norddeich.
'''1892'''
Die Bahnstrecke wird gen Norddeich erweitert.


==20. Jahrhundert==
==20. Jahrhundert==
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'''1929:'''
'''1929:'''


Der Bau des Leybuchtsiels schränkt die bis dahin direkte Verbindung zum Meer ein. Die Hafenaktivitäten werden zunehmend nach Norddeich verlagert.
Durch Eindeichung weiterer Ländereien entsteht der Ort [[Neuwesteel]]. Zur Entwässerung der neuen Ländereien wird der Bau [[Leybuchtsiel|eines Siels]] erforderlich. Norden verliert dadurch seinen Zugang zum offenen Meer und der [[Norder Hafen]] verliert weitestgehend an Bedeutung.


'''1932:'''
'''1932:'''


Der Landkreis Norden wird um die Krummhörn erweitert.
Der [[Landkreis Norden]] wird um die Krummhörn erweitert.


'''1938:'''
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'''1939:'''
'''1939:'''


Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, den Norden relativ unbeschadet übersteht. Einweihung der städtischen Wasserleitung.
Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, den Norden relativ unbeschadet übersteht.
 
Die städtische Wasserleitung wird eingeweht.


'''1945:'''
'''1945:'''


Nach Kriegsende britische Militärregierung in Norden. Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.
Am 4. Mai erreichen kanadische Truppen die Stadt und nehmen diese kampflos ein. Fortan übernimmt die britische Militärregierung die Macht.
 
Norden und Umland nehmen zahlreiche Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der Sowjetischen Besatzungszone auf.


'''1946:'''
'''1946:'''


Demokratische Neuordnung; im Herbst tagt der erste frei gewählte Norder Rat nach Kriegsende; Ostfriesland wird Teil des neu gebildeten Landes Niedersachsen.
Am 1. November 1946 wird das Land Niedersachsen gegründet. Es tagt der erste frei gewählte Norder Rat nach Kriegsende.
 
'''1947 bis 1950:'''
 
Der [[Leybuchtpolder (Polder)|Leybuchtpolder]] wird eingepoldert. Hier wird 1950 der [[Leybuchtpolder|gleichnamige Ort]], zunächst als eigenständige Gemeinde, gegründet.
 
'''1952:'''
 
[[Tidofeld]], bis dahin Ortsteil der Gemeinde Lütetsburg, wird nach Norden eingemeindet.


'''1958:'''
'''1958:'''


Baubeginn für die Kanalisation; Gezielte Förderung des Fremdenverkehrs in den 1950er Jahren.
Baubeginn für die Kanalisation.


'''1968:'''
'''1968:'''


Beginn der Altstadtsanierung zwischen Markt und Hafen; die historische Struktur weicht Neubauten.
Beginn der Altstadtsanierung zwischen Markt und Hafen. Die historische Struktur weicht [[Neue Heimat|Neubauten]].


'''1972:'''
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'''1973:'''
'''1973:'''


Einweihung des Meerwasserbadebeckens in Norddeich.
Einweihung des [[Meerwasserbadebecken|Meerwasserbadebeckens]] in Norddeich.


'''1977:'''
'''1977:'''


Norden verliert den Sitz des aufgelösten gleichnamigen Landkreises, der mit Aurich zum neuen Landkreis Aurich vereint wird; Das Gewerbegebiet Leegemoor wird erschlossen.
Norden verliert den Sitz des aufgelösten gleichnamigen Landkreises, der mit Aurich zum neuen Landkreis Aurich vereint wird.
 
Das Gewerbegebiet [[Leegemoor]] wird erschlossen.


'''1979:'''
'''1979:'''


Das Nordseebad Norden-Norddeich wird staatlich anerkannt; Eröffnung des Meerwasser-Hallenwellenbades.
Das Nordseebad Norden-Norddeich wird staatlich anerkannt.
 
Eröffnung des [[Meerwasserhallenwellenbad|Meerwasserhallenwellenbades]].


'''1981:'''
'''1981:'''


Einweihung des Weiterbildungszentrums der Kreisvolkshochschule.
Einweihung des [[Weiterbildungszentrum|Weiterbildungszentrums]] der Kreisvolkshochschule.


'''1989:'''
'''1989:'''


Baubeginn für die Fußgängerzone Neuer Weg.
Baubeginn für die Fußgängerzone [[Neuer Weg]].


'''1996:'''
'''1996:'''


Die Klinik Norddeich nimmt den Betrieb auf.
Die [[Dr. Becker Klinik]] in [[Norddeich]] nimmt ihren Betrieb auf.


==21. Jahrhundert==
==21. Jahrhundert==
'''2003:'''
'''2003:'''


Eröffnung des Erlebnisbades Ocean Wave in Norddeich.
Eröffnung des Erlebnisbades [[Ocean Wave]] in [[Norddeich]].


'''2008 / 2009:'''
'''2008 / 2009:'''


Bau der [[Umgehungsstraße]]
Bau der [[Umgehungsstraße]].


'''2010:'''
'''2010:'''


Norden-Norddeich wird Nordseeheilbad
Norden-Norddeich wird staatlich anerkanntes Nordseeheilbad.


'''2014:'''
'''2014:'''


Norden wird frauenORT
Norden wird frauenORT.


'''2020:'''
'''2020:'''


Die COVID 19-Pandemie erreicht im Frühjahr auch Norden. Ab dem Sommer wird vom Landkreis Aurich das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes im innerstädtischen Bereich und an frequentierten Bereichen im Norder Hafen verfügt.
Die COVID 19-Pandemie erreicht im Frühjahr auch Norden. Ab dem Sommer wird vom Landkreis Aurich das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes im innerstädtischen Bereich und an frequentierten Bereichen im Norder Hafen verfügt.

Version vom 23. Februar 2021, 10:46 Uhr

Dieser Artikel gibt einen Einblick über die wichtigsten Ereignisse der Stadtgeschichte.

Vorgeschichte

9000 bis 4500 vor Christus:

Das bislang älteste Fundstück in Form einer handwerklich genutzten Geröllkeule aus dem Erdreich südöstlich von Norden zeugt von frühen menschlichen Aktivitäten in dieser Gegend.

ab 500:

Nach den Chauken und Sachsen bevölkern nun auch Friesen das heutige Ostfriesland. Es kommt teils zu Verdrängungen, teils zu Vermischungen zwischen den Völkern. Besonders die erhöht liegenden Geestgebiete werden besiedelt, da sie besseren Schutz vor den Fluten bieten. Hier ist der Beginn der Stadt Norden zu suchen, dessen Kernstadt auf einer Geestinsel erbaut wurde.

778:

Im Zuge der fortschreitenden Christianisierung fallen große Teil Ostfriesland an das Bistum Bremen.

884:

Die Friesen besiegen unter Bischof Rimbert die Wikinger in der Schlacht um Nordendi. In dessen Folge wird die Theelacht gegründet.

11. Jahrhundert

um 1000:

Die Menschen beginnen, sich mit dem Bau von Warften (künstlich geschaffenen Erderhöhungen) und Deichen besser gegen Sturmfluten zu schützen.

Möglicherweise wird in dieser Zeit der hölzerne Vorgängerbau der Andreaskirche und damit die erste Kirche im heutigen Stadtgebiet erbaut.

12. Jahrhundert

um 1190:

Das Kloster Marienthal auf dem Gelände des heutigen Altenwohnzentrums in der Schulstraße bzw. Am Zingel wird gegründet.

13. Jahrhundert

zwischen 1200 und 1250:

Die Bauarbeiten an der Ludgerikirche beginnen. Die Kirche wird unmittelbar neben der Andreaskirche errichtet.

1255:

In einem mit der Stadt Bremen am 21. April 1255 im Kloster Marienthal besiegelten Vertrag zur Sicherung des Friedens und der Handelswege wird der um diese Zeit bereits städtisch geprägte Ort Norden erstmals urkundlich erwähnt. Das Jahr 1255 gilt bis heute fälschlicherweise manchmal auch als das Gründungsjahr der Stadt, welches hingegen bis dato unbekannt ist.

1264:

Das Dominikanerkloster im Bereich des heutigen Fräuleinshofs und Ulrichsgymnasiums wird gegründet.

1269:

Ein schweres Unwetter mit Gewittern führt zu einem Stadtbrand. Die Stadt wird schwer beschädigt, auch die hölzernen Bauten des Dominikanerklosters geraten in Brand und werden nachfolgend durch Backsteinbauten ersetzt.

um 1275:

Der hölzerne Vorgängerbau der Andreaskirche auf dem heutigen alten Friedhof wird niedergerissen und fortan durch einen steinernen Bau ersetzt.

14. Jahrhundert

um 1310:

Der Glockenturm der Ludgerikirche wird erbaut.

1350 bis 1360:

Der Schwarze Tod (Beulen- oder Lungenpest) grassiert in Norden und Umgebung. Ein großer Teil der Bevölkerung fällt der Seuche zum Opfer.

1374:

Die Erste Dionysiusflut führt am 9. Oktober 1374 zu schweren Deichbrüchen. Sie reiht sich in eine Folge mehrerer, verheerender Sturmfluten, die zu massiven Landverlusten führte. Das einst wohlhabende Dorf Westeel wird schwer beschädigt und muss aufgegeben werden.

1375:

Die Zweite Dionysiusflut bringt zwischen dem 8. und 10. Oktober weitere Landverluste mit sich. Die Menschen, immer noch geschwächt von der Pest und den Deichbrüchen, waren den Fluten hilflos ausgeliefert. Die Wellen sollen bis an die Mauern des Dominikanerklosters vorgedrungen sein. Die Leybucht erreicht ihre größte Ausdehnung, sodass Norden nun einen Zugang zum offenen Meer erhält.

15. Jahrhundert

um 1450:

Unter Ulrich I. Cirksena wird der Hochchor der Ludgerikirche errichtet.

1498:

Aus diesem Jahr entstammt das älteste bekannte Norder Stadtsiegel. Es hat sich seitdem nicht wesentlich geändert.

16. Jahrhundert

1531:

Ein Heerhaufen des Häuptlings Balthasar von Esens zerstört zahlreiche Gebäude, darunter die Andreaskirche, die danach verfällt und 1756 vom Erdboden verschwindet.

1535:

Mit der Instituta Nordana als Grundlage für eine Verfassung wird die Stadtbildung formalrechtlich abgeschlossen. In der Verfassung werden im Stile einer Polizeiverordnung auch das Polizeiwesen der Stadt neugeordnet.

1551:

Unter Anna von Oldenburg wird begonnen, die während der Sturmfluten im 14. Jahrhundert verlorenen Gebiete zurückzugewinnen. Sie lässt den (alten) Süderdeich errichten, wodurch das (alte) Westermarscher Neuland gewonnen werden kann.

1556:

Gräfin Anna beginnt, das Süderneuland einzupoldern.

1583:

Vor dem alten Süderdeich wird unter Edzard II. Cirksena ein neuer Deich gezogen. Das Westermarscher Neuland entsteht.

1596:

Das Süderneuland wird nach Süden hin erweitert. Es entsteht das Addinggaster Neuland.

17. Jahrhundert

1677/78:

Südlich von Süderneuland und südöstlich der Westermarsch wird neues Land gewonnen: Der Wester-Charlottenpolder und der Süder-Charlottenpolder.

1686-92:

Der Hamburger Orgelbaumeister Arp Schnitger erbaut die heute weltberühmte Barockorgel in der Ludgerikirche.

18. Jahrhundert

1715:

Durch den Addinggasterpolder wird das Süderneuland gen Norder Tief erweitert.

1744:

Der letzte Cirksena, Carl Edzard, stirbt kinderlos in Aurich. Das Fürstentum Ostfriesland fällt an Preußen unter Friedrich dem Großen. Es beginnt eine Zeit der wirtschaftlichen Festigung.

1769:

Der Bau des Leysanderpolders engt das Norder Tief weiter ein.

1774:

Der Zuckerpolder wird eingedeicht. Hier entstehen eine Zuckerraffinerie und eine Ziegelei.

1775:

Der Buscherpolder erweitert das Gebiet von Westermarsch I in Richtung Nordsee.

1781:

Durch den Bau des Schulenburgerpolders werden bedeutende Schritte gewonnen, um das im 14. Jahrhundert verlorene Westeeler Land zurückzugewinnen.

1789:

Der Lorenzpolder und der Friederikenpolder vergrößern das Gebiet von Westermarsch I und führen zu einer weiteren Verengung des Norder Tiefs.

1794:

Die Norder Fehngesellschaft wird gegründet. Unternehmensziel ist der Torfabbau aus den Mooren bei Norderfehn. In diesem Zusammenhang wird auch der Berumerfehnkanal erbaut, über den der Torftransport in die Stadt erfolgt.

19. Jahrhundert

1804:

Durch den Bau des Teltingspolders wird das Gebiet des zukünftigen Neuwesteels weiter vergrößert.

1806:

Ostfriesland - und damit auch Norden - fallen nach dem Sieg Napoleons an das Königreich Holland, einem Vasallenstaat Frankreichs regiert von Napoleons Bruder.

Der niederländische Unternehmer Jan ten Doornkaat Koolman gründet in Norden die Brennerei Doornkaat.

1815:

Nach der Fremdherrschaft während der napoleonischen Zeit gehört Ostfriesland wird Ostfriesland dem Königreich Hannover zugeschlagen. Maßgeblich daran hatte das mit Hannover verwandte britische Königshaus, das eine Festsetzung des mächtigen Preußens an der Nordseeküste verhindern wollte.

um 1840:

Nachdem der hannoversche König die Insel Norderney für sich entdeckt hatte und hier regelmäßig anreiste, wird die Bundesstraße befestigt, um dem König ein besseres Anreisen zu ermöglichen und die Straße nicht jedes Mal vor und nach seiner Anreise wieder herrichten zu müssen.

1846:

Der Bau des Ernst-August-Polders führt zu weiteren Landgewinnungen rund um das spätere Neuwesteel.

1866:

Ostfriesland fällt wieder an Preußen. Ein spürbarer wirtschaftlicher Aufschwung beginnt.

1883:

Norden erhält einen Anschluss an das Eisenbahnnetz in Richtung Emden und Wittmund.

1885:

Aus den ehemaligen Ämtern Norden und Berum entsteht der Landkreis Norden mit Sitz in der Küstenstadt.

1886:

Die Freiwillige Feuerwehr Norden wird gegründet.

1889-1892:

Bau der ersten Hafenmole in Norddeich.

1892

Die Bahnstrecke wird gen Norddeich erweitert.

20. Jahrhundert

1914:

Ausbruch des Ersten Weltkrieges; Anschluss der Stadt an die Elektrizitätsversorgung.

1919:

Die Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft wird nach Norden eingemeindet.

1929:

Durch Eindeichung weiterer Ländereien entsteht der Ort Neuwesteel. Zur Entwässerung der neuen Ländereien wird der Bau eines Siels erforderlich. Norden verliert dadurch seinen Zugang zum offenen Meer und der Norder Hafen verliert weitestgehend an Bedeutung.

1932:

Der Landkreis Norden wird um die Krummhörn erweitert.

1938:

Am 9./10. November setzen die seit 1933 herrschenden nationalsozialistischen Machthaber im Stadtzentrum die jüdische Synagoge in Brand.

1939:

Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, den Norden relativ unbeschadet übersteht.

Die städtische Wasserleitung wird eingeweht.

1945:

Am 4. Mai erreichen kanadische Truppen die Stadt und nehmen diese kampflos ein. Fortan übernimmt die britische Militärregierung die Macht.

Norden und Umland nehmen zahlreiche Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der Sowjetischen Besatzungszone auf.

1946:

Am 1. November 1946 wird das Land Niedersachsen gegründet. Es tagt der erste frei gewählte Norder Rat nach Kriegsende.

1947 bis 1950:

Der Leybuchtpolder wird eingepoldert. Hier wird 1950 der gleichnamige Ort, zunächst als eigenständige Gemeinde, gegründet.

1952:

Tidofeld, bis dahin Ortsteil der Gemeinde Lütetsburg, wird nach Norden eingemeindet.

1958:

Baubeginn für die Kanalisation.

1968:

Beginn der Altstadtsanierung zwischen Markt und Hafen. Die historische Struktur weicht Neubauten.

1972:

Im Zuge der niedersächsischen Gemeindereform werden die bis dahin selbständigen Umlandgemeinden Ostermarsch, Lintelermarsch mit Norddeich, Westermarsch I und II, Süderneuland I und II, Leybuchtpolder, Neuwesteel sowie der vorher zu Lütetsburg gehörende Ortsteil Bargebur als Ortsteile nach Norden eingemeindet. Tidofeld gehört bereits seit 1952 zum Stadtgebiet; Verstärkter Ausbau des Fremdenverkehrs; Gründung der Kurbetriebs-GmbH; Umfassende Deichverstärkung.

1973:

Einweihung des Meerwasserbadebeckens in Norddeich.

1977:

Norden verliert den Sitz des aufgelösten gleichnamigen Landkreises, der mit Aurich zum neuen Landkreis Aurich vereint wird.

Das Gewerbegebiet Leegemoor wird erschlossen.

1979:

Das Nordseebad Norden-Norddeich wird staatlich anerkannt.

Eröffnung des Meerwasserhallenwellenbades.

1981:

Einweihung des Weiterbildungszentrums der Kreisvolkshochschule.

1989:

Baubeginn für die Fußgängerzone Neuer Weg.

1996:

Die Dr. Becker Klinik in Norddeich nimmt ihren Betrieb auf.

21. Jahrhundert

2003:

Eröffnung des Erlebnisbades Ocean Wave in Norddeich.

2008 / 2009:

Bau der Umgehungsstraße.

2010:

Norden-Norddeich wird staatlich anerkanntes Nordseeheilbad.

2014:

Norden wird frauenORT.

2020:

Die COVID 19-Pandemie erreicht im Frühjahr auch Norden. Ab dem Sommer wird vom Landkreis Aurich das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes im innerstädtischen Bereich und an frequentierten Bereichen im Norder Hafen verfügt.