Zweites Siel: Unterschied zwischen den Versionen
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''Siel'' ist ein friesisches Wort und kann zuerst um 1280 nachgewiesen werden. Ein eng verwandter Begriff aus dem Hochdeutschen ist ''seihen''. Die Bezeichnung ''Siel'' ist auf altes friesisches Siedlungsgebiet beschränkt, was dazu führt, dass es für die gemeinte technische Entwässerungseinrichtung in Deutschland ausschließlich, in den Niederlanden weitgehend nur in den Provinzen Groningen und Friesland Verwendung findet. Der spezifischere Begriff lautet '''Entwässerungsschleuse''' (ndl. ''spuisluis''). | ''Siel'' ist ein friesisches Wort und kann zuerst um 1280 nachgewiesen werden. Ein eng verwandter Begriff aus dem Hochdeutschen ist ''seihen''. Die Bezeichnung ''Siel'' ist auf altes friesisches Siedlungsgebiet beschränkt, was dazu führt, dass es für die gemeinte technische Entwässerungseinrichtung in Deutschland ausschließlich, in den Niederlanden weitgehend nur in den Provinzen Groningen und Friesland Verwendung findet. Der spezifischere Begriff lautet '''Entwässerungsschleuse''' (ndl. ''spuisluis''). | ||
Im ostfriesischen Plattdeutsch ist ''Siel'', so wie im Friesischen, aus dem der Begriff ''Sîl'' ererbt worden ist, wohl ursprünglich ein Maskulinum. Auch im Nordniederländischen sagt man bis heute ''de zijl''. Im Hochdeutschen und zunehmend im ostfriesischen Platt gebraucht man das Wort ''Siel'' umgangsssprachlich als Neutrum, was ebenfalls im Saterfriesischen zu beobachten ist (''die'' oder ''dät Siel''). Dadurch kommt es vor, dass in der Fachliteratur (Wasserwirtschaft, Siedlungsgeschichte) sehr häufig von '''der Siel''' die Rede ist, während in der Umgangssprache vorwiegend '''das Siel''' Verwendung findet. Es kann vermutet werden, dass der Genuswechsel auch dadurch befördert wird, dass sich das Wort ''Siel'' als Neutrum in Hamburg als allgemeiner Begriff für jeglichen Abwasserkanal etabliert hat. | Im ostfriesischen Plattdeutsch ist ''Siel'', so wie im Friesischen, aus dem der Begriff ''Sîl'' ererbt worden ist, wohl ursprünglich ein Maskulinum. Auch im Nordniederländischen sagt man bis heute ''de zijl''. Im Hochdeutschen und zunehmend im ostfriesischen Platt gebraucht man das Wort ''Siel'' umgangsssprachlich als Neutrum, was ebenfalls im Saterfriesischen zu beobachten ist (''die'' oder ''dät Siel''). Dadurch kommt es vor, dass in der Fachliteratur (Wasserwirtschaft, Siedlungsgeschichte) sehr häufig von '''der Siel''' die Rede ist, während in der Umgangssprache vorwiegend '''das Siel''' Verwendung findet. Es kann vermutet werden, dass der Genuswechsel auch dadurch befördert wird, dass sich das Wort ''Siel'' als Neutrum in Hamburg als allgemeiner Begriff für jeglichen Abwasserkanal etabliert hat. | ||