Philadelphia: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 34: | Zeile 34: | ||
__TOC__ | __TOC__ | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Während [[Peter Friedrich Lubinus (1777)|Peter Friedrich Lubinus]] das [[Haus Lubinus]] am [[Neuer Weg|Neuen Weg]] für sich und seine Familie errichtete, wohnte sein Kompagnon [[Justus Friedrich Steinbömer (1777)|Justus Friedrich Steinbömer II.]] unmittelbar über ihrer Fabrik, der Rauchwarenfabrik [[Steinbömer & Lubinus]]. Als Zweit- sowie Sommerwohnsitz erbaute er sich daher 1802 das ''Haus Philadelphia''.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 60</ref> Wie genau dieser Name entstanden ist, lässt sich nur mutmaßen, es war aber wohl keine Erfindung Steinbömers, denn das [[Flurstück]] oder ein anderes Gebäude hier trug bereits zuvor den Namen ''Philadelphia''.<ref name=":0">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 35</ref><ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 55</ref> Naheliegend ist, dass der Name eine Hommage an die 1681 gegründete, US-amerikanische Stadt gleichen Namens ist. Aus dem Griechischen sinngemäß übersetzt bedeutet Philadelphia soviel wie ''Ort brüderlicher Liebe''‘ oder ''Bruderliebe''. Wie auch bei der Großstadt ist ein Zusammenhang mit Mennoniten denkbar, weshalb vermutet werden kann, dass das Grundstück hier der [[Mennonitengemeinde Norden]] gehörte. | Während [[Peter Friedrich Lubinus (1777)|Peter Friedrich Lubinus]] das [[Haus Lubinus]] am [[Neuer Weg|Neuen Weg]] für sich und seine Familie errichtete, wohnte sein Kompagnon [[Justus Friedrich Steinbömer (1777)|Justus Friedrich Steinbömer II.]] unmittelbar über ihrer Fabrik, der Rauchwarenfabrik [[Steinbömer & Lubinus]]. Als Zweit- sowie Sommerwohnsitz erbaute er sich daher 1802 das ''Haus Philadelphia''.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 60</ref> Wie genau dieser Name entstanden ist, lässt sich nur mutmaßen, es war aber wohl keine Erfindung Steinbömers, denn das [[Flurstück]] oder ein anderes Gebäude hier trug bereits zuvor den Namen ''Philadelphia''.<ref name=":0">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 35</ref><ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 55</ref> Naheliegend ist, dass der Name eine Hommage an die 1681 gegründete, US-amerikanische Stadt gleichen Namens ist. Aus dem Griechischen sinngemäß übersetzt bedeutet ''Philadelphia'' soviel wie ''Ort brüderlicher Liebe''‘ oder ''Bruderliebe''. Wie auch bei der Großstadt ist ein Zusammenhang mit Mennoniten denkbar, weshalb vermutet werden kann, dass das Grundstück hier der [[Mennonitengemeinde Norden]] gehörte. | ||
In jedem Fall tauchte dieser Name bereits um 1750 in einem Hypothekenbuch auf. Später soll hier eine Dampfölmühle gestanden haben, die jedoch 1857 abgebrannt ist.<ref name=":1">Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref> Wohl nach dem Tode Steinbömers im Jahre 1854, eher aber nach dem Brand 1857, richtete hier der bekannte Norder Weinhändler [[Jürko Christian Rykena]] eine Schnapsbrennerei (''Sprit-Fabrik Philadelphia'') ein.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 134</ref> Er erweiterte das Anwesen um einen Querbau, der 1981 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste.<ref name=":0" /> Lange scheint die Brennerei auch nicht im Eigentum Rykenas gestanden zu haben, denn bereits 1860 wird ein ''Fr. R. Otten'' als Besitzer genannt.<ref name=":1" /> Der Brennereibetrieb wurde 1867 eingestellt.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 44</ref> | In jedem Fall tauchte dieser Name bereits um 1750 in einem Hypothekenbuch auf. Später soll hier eine Dampfölmühle gestanden haben, die jedoch 1857 abgebrannt ist.<ref name=":1">Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref> Wohl nach dem Tode Steinbömers im Jahre 1854, eher aber nach dem Brand 1857, richtete hier der bekannte Norder Weinhändler [[Jürko Christian Rykena]] eine Schnapsbrennerei (''Sprit-Fabrik Philadelphia'') ein.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 134</ref> Er erweiterte das Anwesen um einen Querbau, der 1981 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste.<ref name=":0" /> Lange scheint die Brennerei auch nicht im Eigentum Rykenas gestanden zu haben, denn bereits 1860 wird ein ''Fr. R. Otten'' als Besitzer genannt.<ref name=":1" /> Der Brennereibetrieb wurde 1867 eingestellt.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 44</ref> | ||