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Das Gemeindehaus wurde auf Betreiben der ersten Gemeindeschwester, Diakonisse [[Marie Janssen]], errichtet. Sie war 41 Jahre für die Gemeinde tätig und wird als tiefgläubige, gutherzige Frau beschrieben. Sie hatte um 1900 den ''Jung-Mädchen-Verein'' ins Leben gerufen; die Zusammenkünfte hielt sie in ihrem eigenen Haus ab. Da die Gruppe immer größer und das Haus dadurch zu klein wurde, wuchs in ihr schon bald der Wunsch nach einem außerkirchlichen Gemeindezentrum. Einem glücklichen Zufall zu verdanken war es, dass eine Freundin von ihr einen Bauplatz an der östlichen [[Norddeicher Straße]] besaß, den sie Janssen überließ. Diese trug daraufhin 6.000 Mark durch Spenden zusammen und überließ dem Kirchenvorstand der [[Ludgerigemeinde Norden|Ludgerigemeinde]] den Bauplatz mitsamt des Spendengeldes unter der Bedingung, ein Gemeindehaus an besagter Stelle zu errichten.<ref name=":1">[https://www.norden-ludgeri.de/Gemeinde/Gemeindehaus Geschichte des Gemeindehauses der Ludgerigemeinde Norden], abgerufen am 11. Oktober 2021</ref>
Das Gemeindehaus wurde auf Betreiben der ersten Gemeindeschwester, Diakonisse [[Marie Janssen]], errichtet. Sie war 41 Jahre für die Gemeinde tätig und wird als tiefgläubige, gutherzige Frau beschrieben. Sie hatte um 1900 den ''Jung-Mädchen-Verein'' ins Leben gerufen; die Zusammenkünfte hielt sie in ihrem eigenen Haus ab. Da die Gruppe immer größer und das Haus dadurch zu klein wurde, wuchs in ihr schon bald der Wunsch nach einem außerkirchlichen Gemeindezentrum. Einem glücklichen Zufall zu verdanken war es, dass eine Freundin von ihr einen Bauplatz an der östlichen [[Norddeicher Straße]] besaß, den sie Janssen überließ. Diese trug daraufhin 6.000 Mark durch Spenden zusammen und überließ dem Kirchenvorstand der [[Ludgerigemeinde Norden|Ludgerigemeinde]] den Bauplatz mitsamt des Spendengeldes unter der Bedingung, ein Gemeindehaus an besagter Stelle zu errichten.<ref name=":1">[https://www.norden-ludgeri.de/Gemeinde/Gemeindehaus Geschichte des Gemeindehauses der Ludgerigemeinde Norden], abgerufen am 11. Oktober 2021</ref>


Im November 1909 wurde das neue Gemeindehaus schließlich eingeweiht. Es umfasste einen großen Saal, zwei kleine Vorzimmer und eine kleine Wohnung. Auch wurde es bald vom Kindergottesdienst, den Jungmädchen- und Blaukreuzverein genutzt. Weiterhin diente es dem Konfirmandenunterricht, Wochengottesdienst und sonstigen Gemeindeveranstaltungen. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden hier zudem die Abendgottesdienste gefeiert, da der allgemeine Mangel an Petroleum dazu führte, dass die [[Ludgerikirche]] nicht ausreichend erhellt werden konnte.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 29. Oktober 1915, S. 2</ref>
Im November 1909 wurde das neue Gemeindehaus schließlich eingeweiht. Es umfasste einen großen Saal, zwei kleine Vorzimmer und eine kleine Wohnung. Auch wurde es bald vom Kindergottesdienst, den Jungmädchen- und Blaukreuzverein genutzt. Weiterhin diente es dem Konfirmandenunterricht, Wochengottesdienst und sonstigen Gemeindeveranstaltungen. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden hier zudem (seit Ende Oktober 1915) die Abendgottesdienste gefeiert, da der allgemeine Mangel an Petroleum dazu führte, dass die [[Ludgerikirche]] nicht ausreichend erhellt werden konnte.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 30. Oktober 1915, S. 2</ref>


Der Gospelchor, Flötenkreis, die Kantorei und der Posaunenchor üben im Gemeindehaus, der Seniorenkreis, die Geburtstagsrunde und der Frauenkreis trafen (und treffen) sich dort regelmäßig, ebenso die Russland-Deutschen, der Sozialverband und eine Krebs-Selbsthilfegruppe. Das Gemeindebüro wurde schnell zum Herzstück der Gemeinde.<ref name=":1" /> Als die katholische [[Ludgeruskirche]] 1968 bis 1970 renoviert wurde, fand zudem der katholische Gottesdienst zeitweise im lutherischen Gemeindehaus statt.<ref name=":0">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 11ff.</ref>
Der Gospelchor, Flötenkreis, die Kantorei und der Posaunenchor üben im Gemeindehaus, der Seniorenkreis, die Geburtstagsrunde und der Frauenkreis trafen (und treffen) sich dort regelmäßig, ebenso die Russland-Deutschen, der Sozialverband und eine Krebs-Selbsthilfegruppe. Das Gemeindebüro wurde schnell zum Herzstück der Gemeinde.<ref name=":1" /> Als die katholische [[Ludgeruskirche]] 1968 bis 1970 renoviert wurde, fand zudem der katholische Gottesdienst zeitweise im lutherischen Gemeindehaus statt.<ref name=":0">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 11ff.</ref>