Marktplatz: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Marktplatz''' in der Innenstadt von Norden ist der größte baumbestandene Marktplatz Deutschlands und war im Mittelalter der bedeutendste Ostfrieslands. Mit einer Größe von etwa 6,6 Hektar zählt er zudem zu den größten der Bundesrepublik.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 189</ref> Der Baumbestand geht im Wesentlichen auf das | Der '''Marktplatz''' in der Innenstadt von Norden ist der größte baumbestandene Marktplatz Deutschlands und war im Mittelalter der bedeutendste Ostfrieslands. Mit einer Größe von etwa 6,6 Hektar zählt er zudem zu den größten der Bundesrepublik.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 189</ref> Der Baumbestand geht im Wesentlichen auf das frühe 19. Jahrhundert zurück. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
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Der Marktplatz wurde planmäßig, nicht jedoch in einem Zuge errichtet. Vielmehr ist er über die Jahrhunderte gewachsen und bestand vermutlich schon zu Zeiten der ersten (bekannten) urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahr 1255.<ref name=":2" /> Sein Ursprung ist wohl in jedem Fall in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu suchen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 10</ref> Die wesentlichen Grundzüge, die geschlossene Rahmenbebauung, stammt in ihrem Kern aus dem frühen Mittelalter. Ein reguläres Marktwesen wird es jedoch erst mit der Verleihung des [[Stadtrechtsverleihung|Stadtrechts]] im Jahre 1277 gegeben habe, da das Abhalten von Märkten ein Privileg der Städte war.<ref>Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 5</ref> | Der Marktplatz wurde planmäßig, nicht jedoch in einem Zuge errichtet. Vielmehr ist er über die Jahrhunderte gewachsen und bestand vermutlich schon zu Zeiten der ersten (bekannten) urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahr 1255.<ref name=":2" /> Sein Ursprung ist wohl in jedem Fall in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu suchen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 10</ref> Die wesentlichen Grundzüge, die geschlossene Rahmenbebauung, stammt in ihrem Kern aus dem frühen Mittelalter. Ein reguläres Marktwesen wird es jedoch erst mit der Verleihung des [[Stadtrechtsverleihung|Stadtrechts]] im Jahre 1277 gegeben habe, da das Abhalten von Märkten ein Privileg der Städte war.<ref>Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 5</ref> | ||
Fest steht, dass der Marktplatz seit jeher ein zentraler Punkt für die Bauern der [[Sandbauerschaft]] war, die diesen Ort zum Auftrieb der Rinder und vermutlich auch zum Weiden nutzten. Andere Deutungen, dass der Marktplatz ursprünglich ein heidnische Kultstätte oder ein Königshof zu Zeiten von Karl dem Großen war, gelten als weniger wahrscheinlich, dürfen aber keineswegs als unmöglich betrachtet werden.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 35</ref><ref name=":11">Adressbuch von 1950/1951, S. 7</ref> So war es im Rahmen der Christianisierung der heidnischen Gebiete oft üblich, dass Kirchen an früheren Kultplätzen errichtet wurden.<ref name=":11" /> | Fest steht, dass der Marktplatz seit jeher ein zentraler Punkt für die Bauern der [[Sandbauerschaft]] war, die diesen Ort zum Auftrieb der Rinder und vermutlich auch zum Weiden nutzten. Andere Deutungen, dass der Marktplatz ursprünglich ein heidnische Kultstätte oder ein Königshof zu Zeiten von Karl dem Großen war, gelten als weniger wahrscheinlich, dürfen aber keineswegs als unmöglich betrachtet werden.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 35</ref><ref name=":11">Adressbuch von 1950/1951, S. 7</ref> So war es im Rahmen der Christianisierung der heidnischen Gebiete oft üblich, dass Kirchen an früheren Kultplätzen errichtet wurden.<ref name=":11" /> Beachtet werden muss in jedem Fall, dass Marktplätze erst im Hochmittelalter entstanden und Märkte bis dahin vor allem als ''Straßenmärkte'' entlang der Hauptstraßen abgehalten wurden.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Marktplatz_(St%C3%A4dtebau) Wikipedia-Artikel zum Marktplatz], abgerufen am 26. November 2022</ref> | ||
Ausschlaggebend für die Anlage des Marktplatzes dürfte somit wohl vor allem der seinerzeit florierende Handel mit Vieh (vor allem Rindern) gehabt haben.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, Einband</ref> Nur auf einer derart großen Fläche konnten Mensch und Tier in größerer Zahl zusammenkommen, die Händler kamen dabei sogar aus dem Süden der Niederlande, landesherrliche Verfügungen belegen, dass beispielsweise Kaufleuten aus dem südholländischen Nymwegen sowie aus Utrecht sicheres Geleit zum Norder Marktplatz gewährt wurde.<ref name=":5">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16</ref> Auch die Lage auf dem höchsten Punkt der [[Norder Geestinsel]] ist ein unmissverständlicher Hinweis auf eine von Anfang an geplante Anlage und seine enorme Bedeutung. | Ausschlaggebend für die Anlage des Marktplatzes dürfte somit wohl vor allem der seinerzeit florierende Handel mit Vieh (vor allem Rindern) gehabt haben.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, Einband</ref> Nur auf einer derart großen Fläche konnten Mensch und Tier in größerer Zahl zusammenkommen, die Händler kamen dabei sogar aus dem Süden der Niederlande, landesherrliche Verfügungen belegen, dass beispielsweise Kaufleuten aus dem südholländischen Nymwegen sowie aus Utrecht sicheres Geleit zum Norder Marktplatz gewährt wurde.<ref name=":5">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16</ref> Auch die Lage auf dem höchsten Punkt der [[Norder Geestinsel]] ist ein unmissverständlicher Hinweis auf eine von Anfang an geplante Anlage und seine enorme Bedeutung. | ||