Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 6: Zeile 6:
1888 betrat er zum ersten Mal die unbewohnte Nachbarinsel Memmert, die ihn bis zu seinem Tod beschäftigen sollte. Leege studierte nun über Jahre hinweg die Flora und Fauna der Insel. Dabei stellte er fest, dass die Vögel während der Brutzeit durch Jäger und durch Eiersammler rücksichtslos dezimiert wurden. 1906 konnte Leege nach einer Jagd praktisch keinen unverletzten Vogel mehr auf Memmert finden. Viele Kadaver von Altvögeln und verhungerten Jungvögeln lagen zwischen Patronenhülsen und angeschossene Vögel liefen in den Dünen herum. Leege setzt sich daraufhin intensiv für den Schutz der Vogelwelt während der Brutzeit ein.
1888 betrat er zum ersten Mal die unbewohnte Nachbarinsel Memmert, die ihn bis zu seinem Tod beschäftigen sollte. Leege studierte nun über Jahre hinweg die Flora und Fauna der Insel. Dabei stellte er fest, dass die Vögel während der Brutzeit durch Jäger und durch Eiersammler rücksichtslos dezimiert wurden. 1906 konnte Leege nach einer Jagd praktisch keinen unverletzten Vogel mehr auf Memmert finden. Viele Kadaver von Altvögeln und verhungerten Jungvögeln lagen zwischen Patronenhülsen und angeschossene Vögel liefen in den Dünen herum. Leege setzt sich daraufhin intensiv für den Schutz der Vogelwelt während der Brutzeit ein.


1905 erschien Leeges erstes Buch, das ihn zu einem in Deutschland bekannten Ornithologen werden ließ: ''Die Vögel der Ostfriesischen Inseln nebst vergleichender Übersicht der im südlichen Nordseegebiet vorkommenden Arten''. 1906 und 1907 folgten zwei Nachträge in der Ornithologischen Monatsschrift. Leeges Bemühungen zum Schutz der Vogelwelt auf Memmert zeigten 1906 erste Früchte. Das Betreten des Memmert in der Zeit vom 1. Mai bis 15. August jeden Jahres wurde durch die Königliche Wasserbauinspektion Norden strengstens untersagt.
1905 erschien Leeges erstes Buch, das ihn zu einem in Deutschland bekannten Ornithologen werden ließ: ''Die Vögel der Ostfriesischen Inseln nebst vergleichender Übersicht der im südlichen Nordseegebiet vorkommenden Arten''. 1906 und 1907 folgten zwei Nachträge in der Ornithologischen Monatsschrift. Leeges Bemühungen zum Schutz der Vogelwelt auf Memmert zeigten 1906 erste Früchte. Das Betreten des Memmert in der Zeit vom 1. Mai bis 15. August jeden Jahres wurde durch die [[Königliche Wasserbauinspektion|''Königliche Wasserbauinspektion'']] in Norden strengstens untersagt.


Am 31. Juli 1907 wurde Memmert durch einen Erlass des preußischen Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in Berlin zur Vogelkolonie erklärt. Die Initiative ging vom ''Deutschen Verein zum Schutze der Vogelwelt'' aus. Otto Leege wurde vom Verein zum Bevollmächtigten bestellt. Von 1907 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1924 unterrichtete Leege in der [[Ostermarscher Schule]]. 1908 begann Leege mit ersten intensiven Dünenschutzarbeiten, indem er Dünen bepflanzte. Die Schulferien über wohnte die Familie Leege jetzt zumeist auf Memmert. 1920 setzten Unbekannte Kaninchen auf Memmert aus, um sie anschließend jagen zu können; auch Otto Leege ging auf die Kaninchenjagd, allerdings mit der Absicht, sie schnell wieder auszurotten, da sie alle Pflanzen fraßen und damit den Dünenbestand gefährdeten.
Am 31. Juli 1907 wurde Memmert durch einen Erlass des preußischen Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in Berlin zur Vogelkolonie erklärt. Die Initiative ging vom ''Deutschen Verein zum Schutze der Vogelwelt'' aus. Otto Leege wurde vom Verein zum Bevollmächtigten bestellt. Von 1907 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1924 unterrichtete Leege in der [[Ostermarscher Schule]]. 1908 begann Leege mit ersten intensiven Dünenschutzarbeiten, indem er Dünen bepflanzte. Die Schulferien über wohnte die Familie Leege jetzt zumeist auf Memmert. 1920 setzten Unbekannte Kaninchen auf Memmert aus, um sie anschließend jagen zu können; auch Otto Leege ging auf die Kaninchenjagd, allerdings mit der Absicht, sie schnell wieder auszurotten, da sie alle Pflanzen fraßen und damit den Dünenbestand gefährdeten.