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Der Großteil des Gebiets des heutigen Ortes lag seinerzeit weiter im Landesinneren als heute. Nordwestlich von Norddeich gab es am damaligen Deichfuß in der Ortschaft [[Itzendorf]] einen ersten Schiffsanleger, der vor allem von Fischerbooten genutzt wurde. Die [[Weihnachtsflut|Weihnachtsflut von 1717]] durchbrach die Deichlinie und überflutete Itzendorf. Die Ortschaft musste 1721 aufgegeben und ausgedeicht werden, nachdem mehrere Versuche, es wiederaufzubauen, aufgrund der zu massiven Schäden, scheiterten. Die Deichlinie wurde weiter südlich an die heutige Stelle verlegt, etwa mittig des heutigen Ortskerns. Hier können die Straßen [[Hattermannsweg]], [[Am Warft]] und [[Pelikanstraße]] als ungefähre Anhaltspunkte für diese Deichlinie angenommen werden. An den alten Ort erinnert heute noch eine Untiefe in der Nordsee sowie eine Straße in [[Westermarsch II]], die beide ''[[Itzendorfplate]]'' genannt werden. Zur Zeit der Bedeichung war die alte bäuerliche Sozialordnung noch in Kraft, sodass die Landnahme in [[Rott|Rotten]] erfolgte. So kolonisierten die aus dem Raume Norden angesetzten Siedler in der [[Ostermarsch]] in acht Rotten, in der Lintelermarsch in drei Rotten und in der [[Westermarsch]] in neun Rotten.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 60</ref>
Der Großteil des Gebiets des heutigen Ortes lag seinerzeit weiter im Landesinneren als heute. Nordwestlich von Norddeich gab es am damaligen Deichfuß in der Ortschaft [[Itzendorf]] einen ersten Schiffsanleger, der vor allem von Fischerbooten genutzt wurde. Die [[Weihnachtsflut|Weihnachtsflut von 1717]] durchbrach die Deichlinie und überflutete Itzendorf. Die Ortschaft musste 1721 aufgegeben und ausgedeicht werden, nachdem mehrere Versuche, es wiederaufzubauen, aufgrund der zu massiven Schäden, scheiterten. Die Deichlinie wurde weiter südlich an die heutige Stelle verlegt, etwa mittig des heutigen Ortskerns. Hier können die Straßen [[Hattermannsweg]], [[Am Warft]] und [[Pelikanstraße]] als ungefähre Anhaltspunkte für diese Deichlinie angenommen werden. An den alten Ort erinnert heute noch eine Untiefe in der Nordsee sowie eine Straße in [[Westermarsch II]], die beide ''[[Itzendorfplate]]'' genannt werden. Zur Zeit der Bedeichung war die alte bäuerliche Sozialordnung noch in Kraft, sodass die Landnahme in [[Rott|Rotten]] erfolgte. So kolonisierten die aus dem Raume Norden angesetzten Siedler in der [[Ostermarsch]] in acht Rotten, in der Lintelermarsch in drei Rotten und in der [[Westermarsch]] in neun Rotten.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 60</ref>
 
[[Datei:Norddeich Strandleben 1927.jpg|mini|Strandleben im Jahre 1927.]]
In unmittelbarer Nähe von der ehemaligen Ortschaft Itzendorf entstand spätestens ab 1780 ein rund 20 Metern langer Nachfolgebau für den Hafen, der bis 1840 in Betrieb war. Östlich davon entwickelte sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ein weiterer Hafen, den man zunächst als ''[[Fischerhausen]] am sogenannten Norddeich'' bezeichnete. Nahe dieses Hafens befanden sich zwei Bauernhöfe und ein Wirtshaus (den sogenannten [[Seebergskrug]]), welche mit weiteren kleinen Gebäuden zu einer Kleinstsiedlung verwuchsen und eine Art ersten Ortskern bildeten, von dem aus sich der Ort weiter entwickelte.
In unmittelbarer Nähe von der ehemaligen Ortschaft Itzendorf entstand spätestens ab 1780 ein rund 20 Metern langer Nachfolgebau für den Hafen, der bis 1840 in Betrieb war. Östlich davon entwickelte sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ein weiterer Hafen, den man zunächst als ''[[Fischerhausen]] am sogenannten Norddeich'' bezeichnete. Nahe dieses Hafens befanden sich zwei Bauernhöfe und ein Wirtshaus (den sogenannten [[Seebergskrug]]), welche mit weiteren kleinen Gebäuden zu einer Kleinstsiedlung verwuchsen und eine Art ersten Ortskern bildeten, von dem aus sich der Ort weiter entwickelte.
[[Datei:Norddeich Kinder Ausflug um 1930 01.jpg|links|mini|Schulausflug um 1930.]]
[[Datei:Norddeich Kinder Ausflug um 1930 01.jpg|mini|Schulausflug um 1930.]]
 


Im 18. Jahrhundert gewann der Tourismus allmählich an immer größer werdender Bedeutung, jedoch blieben die bis dahin vorherrschenden Wirtschaftszweige - die Fischerei und die Landwirtschaft - bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin von zentraler Bedeutung. Mit dem Tode des letzten Grafen von Ostfriesland, [[Carl Edzard Cirksena]], fiel Ostfriesland - und damit auch Norddeich - im Jahre 1744 an das Königreich Preußen. Nach dem Sieg Napoleons über Preußen im Jahr 1806 wurde Ostfriesland ab 1807 Teil des Königreichs Holland, einem Vasallenstaat Frankreichs. Dies blieb bis 1813 so, als Ostfriesland nach der Vertreibung Napoleons wieder an Preußen fiel. In diesem Jahr wurde Norddeich erstmals als ''Küstenbadeort'' bezeichnet.[[Datei:Norddeich Badeanstalt 05 08 1938 01.jpg|mini|Badegäste vergnügen sich im Wasser (5. August 1938).]]
Im 18. Jahrhundert gewann der Tourismus allmählich an immer größer werdender Bedeutung, jedoch blieben die bis dahin vorherrschenden Wirtschaftszweige - die Fischerei und die Landwirtschaft - bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin von zentraler Bedeutung. Mit dem Tode des letzten Grafen von Ostfriesland, [[Carl Edzard Cirksena]], fiel Ostfriesland - und damit auch Norddeich - im Jahre 1744 an das Königreich Preußen. Nach dem Sieg Napoleons über Preußen im Jahr 1806 wurde Ostfriesland ab 1807 Teil des Königreichs Holland, einem Vasallenstaat Frankreichs. Dies blieb bis 1813 so, als Ostfriesland nach der Vertreibung Napoleons wieder an Preußen fiel. In diesem Jahr wurde Norddeich erstmals als ''Küstenbadeort'' bezeichnet.[[Datei:Norddeich Badeanstalt 05 08 1938 01.jpg|mini|Badegäste vergnügen sich im Wasser (5. August 1938).]]