Westerstraße: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Westerstraße''' ist eine [[Landesstraße]] (L 27) in [[Norden (Stadtteil) |Norden]]. Sie grenzt nordöstlich an [[Am Markt]] und südwestlich an einer Kreuzung an die [[Alleestraße]], die [[Feldstraße]] und die [[Knyphausenstraße]]. Nördliche Nebenstraßen sind die [[Weberslohne]], die [[Mühlenlohne]], die [[Lentzlohne]], die [[Posthalterslohne]] und die [[Bührmannslohne]]. Dazu kommen als inoffiziell benannte Wege der [[Apothekers Pad]] und der [[Dokters Pad]]. Südliche Nebenstraßen sind die [[Mackeriege]] und die [[Molkereilohne]]. | Die '''Westerstraße''' ist eine [[Landesstraße]] (L 27) in [[Norden (Stadtteil) |Norden]]. Sie grenzt nordöstlich an [[Am Markt]] und südwestlich an einer Kreuzung an die [[Alleestraße]], die [[Feldstraße]] und die [[Knyphausenstraße]]. Nördliche Nebenstraßen sind die [[Weberslohne]], die [[Mühlenlohne]], die [[Lentzlohne]], die [[Posthalterslohne]] und die [[Bührmannslohne]]. Dazu kommen als inoffiziell benannte Wege der [[Apothekers Pad]] und der [[Dokters Pad]]. Südliche Nebenstraßen sind die [[Mackeriege]] und die [[Molkereilohne]]. | ||
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Ab dem 18. Jahrhundert war die Westerstraße die Straße der Handwerker und Einkaufsstraße der [[Westermarsch |Westermarscher Bauern]], während die [[Osterstraße]] lange Zeit eher den Charakter einer reinen Wohnstraße hatte.<ref name=":0" /><ref name=":1">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser. Die Bewohner der Westerstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 8./9.Januar 2000</ref><ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 20</ref> Die wohlhabenden Marschbauern ließen sich gerne hierher kutschieren und kehrten nach ihren Einkäufen entweder im [[Lentzhof]] oder im [[Gasthof Zur Waage]] ein. Zwischen den Nachbarn herrschte eine enge Vertraulichkeit. Man kannte und duzte sich und da es beispielsweise mehrere Janssens in der Straße gab, waren Spitznamen sehr geläufig.<ref name=":0" /> Wegen der engen Verbundenheit mit der Landwirtschaft dominierten jahrhundertelang vor allem Schmieden, Seilereien und weitere Handwerker, die überwiegend Nutzgegenstände für die Landwirtschaft herstellten, das gewerbliche Leben in der Westerstraße.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 208</ref> | Ab dem 18. Jahrhundert war die Westerstraße die Straße der Handwerker und Einkaufsstraße der [[Westermarsch |Westermarscher Bauern]], während die [[Osterstraße]] lange Zeit eher den Charakter einer reinen Wohnstraße hatte.<ref name=":0" /><ref name=":1">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser. Die Bewohner der Westerstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 8./9.Januar 2000</ref><ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 20</ref> Die wohlhabenden Marschbauern ließen sich gerne hierher kutschieren und kehrten nach ihren Einkäufen entweder im [[Lentzhof]] oder im [[Gasthof Zur Waage]] ein. Zwischen den Nachbarn herrschte eine enge Vertraulichkeit. Man kannte und duzte sich und da es beispielsweise mehrere Janssens in der Straße gab, waren Spitznamen sehr geläufig.<ref name=":0" /> Wegen der engen Verbundenheit mit der Landwirtschaft dominierten jahrhundertelang vor allem Schmieden, Seilereien und weitere Handwerker, die überwiegend Nutzgegenstände für die Landwirtschaft herstellten, das gewerbliche Leben in der Westerstraße.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 208</ref> | ||
Der Straßenverlauf hat sich seit etwa 1895 nicht geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Zu dieser Zeit konzentrierte sich eine unverändert hohe Zahl an kaufmännischen und handwerklichen Betrieben entlang der Westerstraße. Ihre Zahl | Der Straßenverlauf hat sich seit etwa 1895 nicht geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Zu dieser Zeit konzentrierte sich eine unverändert hohe Zahl an kaufmännischen und handwerklichen Betrieben entlang der Westerstraße. Ihre Zahl wurde mit bis zu 32 angegeben.<ref name=":0" /> | ||
Während der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) wurde Westerstraße zwischen [[Am Markt]] und [[Lentzlohne]] in ''Straße der SA'' (= Sturmabteilung; bewaffnetes Organ der NSDAP) umbenannt. Der genaue Zeitpunkt der Datierung ist unklar. Nach Ansicht von [[Gerhard Canzler]] geschah dies bereits 1933, [[Johann Haddinga]] datiert dieses Geschehen nach der Reichspogromnacht 1938.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 37</ref><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Auf der Stadtkarte von 1935 ist der Name jedoch bereits verzeichnet, weshalb davon auszugehen ist, dass die Benennung zwischen 1933 und 1935 erfolgte. | |||
Noch heute haben hier zahlreiche Betriebe ihren Sitz, wenngleich nur noch wenige Handwerksbetriebe dazu zählen. Wie alle wichtigen Straßen war auch die Westerstraße schon vergleichsweise früh befestigt worden. Die Fahrbahnbeschaffenheit kann für damalige Zeiten als gut beschrieben werden. Wie im Falle weiterer Straßen war es auch im Falle der Westerstraße üblich, dass die Fahrbahnmitte aus einem mit Klinkern gepflasterten Bereich für Fußgänger und leichtere Fahrzeuge bestand, die so relativ bequem reisen konnten. Die beiden Außenbereiche waren mit Kopfsteinpflaster versehen, auf der schwere Fahrzeuge fahren mussten, die zwar so wesentlich unkomfortabler reisen mussten, aber so den Fahrbahnuntergrund wenigstens nicht beschädigten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 72</ref> | |||
==Gebäude und Plätze== | ==Gebäude und Plätze== | ||