Ulrichsgymnasium: Unterschied zwischen den Versionen
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Bereits 1566 hatte [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]] den niederländischen Gelehrten [[Johannes Florianus]] zum Gründungsrektor berufen. Dieser war bereits als Lehrer an der privaten [[Lateinschule]] im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] tätig. Der Unterricht begann im folgenden Jahr mit drei Unterrichtsklassen. Das erste Kollegium bestand zunächst aus dem genannten Rektor und zwei Lehrern. Als Schulraum diente anfangs das sogenannte ''Osterhues'' (nicht zu verwechseln mit dem [[Osterburg|Osterhaus]]), einem östlichen Trakt des ehemaligen Klosters. Zur Finanzierung der neuen Schule, einschließlich des Lehrpersonals, wandte Enno II. eingezogenes Kapital des [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]] und des [[Kloster Norden|Klosters Norden]] auf. Hinzu kamen Spenden und | Bereits 1566 hatte [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]] den niederländischen Gelehrten [[Johannes Florianus]] zum Gründungsrektor berufen. Dieser war bereits als Lehrer an der privaten [[Lateinschule]] im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] tätig. Der Unterricht begann im folgenden Jahr mit drei Unterrichtsklassen. Das erste Kollegium bestand zunächst aus dem genannten Rektor und zwei Lehrern. Als Schulraum diente anfangs das sogenannte ''Osterhues'' (nicht zu verwechseln mit dem [[Osterburg|Osterhaus]]), einem östlichen Trakt des ehemaligen Klosters. Zur Finanzierung der neuen Schule, einschließlich des Lehrpersonals, wandte Enno II. eingezogenes Kapital des [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]] und des [[Kloster Norden|Klosters Norden]] auf. Hinzu kamen Spenden und Zuwendungen von Privatpersonen sowie eine Schenkung der [[Linteler Mühle]] durch [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]], der Mutter von Edzard II., die maßgeblichen Einfluss auf die Planungen der Schule hatte und mit den Erlösen aus dem Mühlbetrieb wesentlich zum Unterhalt der Schule beitrug. Auch die Einnahmen aus der Verpachtung der Insel [[Bant]] trugen einen Teil zum Haushalt bei und waren in erster Linie für die Lohnzahlung des Rektors vorgesehen.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 72</ref> | ||
Das Budget der Schule war somit innerhalb recht kurzer Zeit derart gewachsen, dass es Florianus möglich zwar, zwei weitere Lehrer einzustellen. Hierbei handelte es sich um der lateinischen Sprache mächtigen Akademiker. Damals wie heute war dies die Sprache der Gelehrten, die meisten Menschen konnte damals noch nicht einmal ihre eigene Sprache lesen und schreiben. Solch gebildete Lehrkräfte waren sehr selten, vielmehr wurden die Schüler meistens von nicht-akademischen Lehrkräften unterrichtet, sogenannten ''Schulmeistern''.<ref name=":3" /> Hieraus resultierte das heute noch gebräuchliche Wort ''Me(e)ster'' als niederdeutsche Bezeichnung für einen Lehrer. | Das Budget der Schule war somit innerhalb recht kurzer Zeit derart gewachsen, dass es Florianus möglich zwar, zwei weitere Lehrer einzustellen. Hierbei handelte es sich um der lateinischen Sprache mächtigen Akademiker. Damals wie heute war dies die Sprache der Gelehrten, die meisten Menschen konnte damals noch nicht einmal ihre eigene Sprache lesen und schreiben. Solch gebildete Lehrkräfte waren sehr selten, vielmehr wurden die Schüler meistens von nicht-akademischen Lehrkräften unterrichtet, sogenannten ''Schulmeistern''.<ref name=":3" /> Hieraus resultierte das heute noch gebräuchliche Wort ''Me(e)ster'' als niederdeutsche Bezeichnung für einen Lehrer. | ||