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Im November 1934 wird von hier aus das von Marie Ulfers verfasste Hörspiel ''Dat Arfdeel ut Ostindien'' (übersetzt: ''Das Erbteil aus Ostindien'') via Rundfunk übertragen, das von den Schauspielern der Niederdeutschen Bühne eingespielt wurde.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24</ref>
Im November 1934 wird von hier aus das von Marie Ulfers verfasste Hörspiel ''Dat Arfdeel ut Ostindien'' (übersetzt: ''Das Erbteil aus Ostindien'') via Rundfunk übertragen, das von den Schauspielern der Niederdeutschen Bühne eingespielt wurde.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24</ref>


Seit dem 31. März 1933 (nach anderen Quellen seit dem 26. April) war die Börse das offizielle ''Sturmlokal'' der [[NSDAP Ortsgruppe Norden|Norder NSDAP]], die hier nicht nur einen Stammtisch, sondern auch ihr ''Aktionskomittee'' zur Planung von Aktionen gegen jüdische Mitbürger einrichtete.<ref name=":2">Ökumenischer Arbeitskreis (2021): Kleiner Rundgang durch Norden, Norden, S. 6</ref><ref>Ostfriesischer Kurier vom 31. März 1933</ref> In dieser Zeit wurde das Gebäude auch braun angestrichen, um die Zugehörigkeit zu den braun gekleideten Nationalsozialisten zu zeigen.<ref>Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden, S. 53</ref> Nachdem 1942 und 1943 mehrere Ladungen mit wertvollen Möbeln und anderen Gegenständen im [[Norder Hafen]] ankamen, lagerten die Nationalsozialisten große Teil davon im Gasthof.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41</ref>
Seit dem 31. März 1933 (nach anderen Quellen seit dem 26. April) war die Börse das offizielle ''Sturmlokal'' der [[NSDAP Ortsgruppe Norden|Norder NSDAP]], die hier nicht nur einen Stammtisch, sondern auch ihr ''Aktionskomittee'' zur Planung von Aktionen gegen jüdische Mitbürger einrichtete.<ref name=":2">Ökumenischer Arbeitskreis (2021): Kleiner Rundgang durch Norden, Norden, S. 6</ref><ref>Ostfriesischer Kurier vom 31. März 1933</ref> In dieser Zeit wurde das Gebäude auch braun angestrichen, um die Zugehörigkeit zu den braun gekleideten Nationalsozialisten zu zeigen.<ref>Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden, S. 53</ref> Als 1942 und 1943 mehrere Ladungen mit wertvollen Möbeln und anderen Gegenständen im [[Norder Hafen]] ankamen, lagerten die Nationalsozialisten große Teil davon im Gasthof.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41</ref>
 
Wenige Stunden nach dem verheerenden Luftangriff auf Emden am 6. September 1944, bei der die ohnehin schon schwer beschädigte Stadt nahezu restlos zerstört wurde, kamen im Gasthof annähernd hundert Norder Frauen zusammen und schmierten gut 10.000 Doppelschnitten für die Emder Bürger. Nahezu 150 Pfund Butter sowie 350 Pfund Wurst wurden dabei in nur wenigen Stunden verarbeitet.<ref>Haddinga, Johann (1995): Kriegsalltag in Ostfriesland, Norden, S. 154</ref>


Im Oktober 1948 - die Eigentümer hatten ihren Besitz altersbedingt verkauft - wurde der Gasthof zu einem Kino umgebaut, das später als [[Metropol-Theater]] bekannt wurde und zuletzt kaum mehr als ein schmuddeliges Pornokino war. 1970 wurde das Gebäude von [[Anton Götz]] erworben, der den hinteren Gebäudeteil abbrechen ließ.<ref name=":02">[http://www.allekinos.com/NORDENMetropol.htm Geschichte des Metropol-Theaters], abgerufen am 17. Juni 2021</ref> Das Vorderhaus mit einer Schankwirtschaft blieb noch bis 1972 stehen und wurde seit 1950 von [[Wilhelm Franke]] betrieben.<ref name=":4" /><ref>Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 39</ref> Seit spätestens 1952 wurde die Gastwirtschaft unter dem Namen ''Ratsstuben'' geführt.<ref name=":5" />  
Im Oktober 1948 - die Eigentümer hatten ihren Besitz altersbedingt verkauft - wurde der Gasthof zu einem Kino umgebaut, das später als [[Metropol-Theater]] bekannt wurde und zuletzt kaum mehr als ein schmuddeliges Pornokino war. 1970 wurde das Gebäude von [[Anton Götz]] erworben, der den hinteren Gebäudeteil abbrechen ließ.<ref name=":02">[http://www.allekinos.com/NORDENMetropol.htm Geschichte des Metropol-Theaters], abgerufen am 17. Juni 2021</ref> Das Vorderhaus mit einer Schankwirtschaft blieb noch bis 1972 stehen und wurde seit 1950 von [[Wilhelm Franke]] betrieben.<ref name=":4" /><ref>Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden (1973): Chronik. 70 Jahre Wirteverein für Stadt und Landkreis Norden, Norden, S. 39</ref> Seit spätestens 1952 wurde die Gastwirtschaft unter dem Namen ''Ratsstuben'' geführt.<ref name=":5" />