Henry Picker: Unterschied zwischen den Versionen
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Picker wurde 1912 als Sohn eines Wilhelmshavener Kaufmanns und Senators in Wilhelmshaven geboren und bereits 1930 Mitglied der NSDAP. ER studierte Rechtswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg, der Christian-Albrechts-Universität Kiel und der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin.<ref name=":0">Blaubuch des Corps Teutonia zu Marburg 1825 bis 2000</ref> Seit 1931 war er Mitglied des ''Corps Teutonia Marburg''.<ref>Kösener Corpslisten 1996, 171, 1292</ref> Seit 1934 Referendar, promovierte er 1936 in Kiel zum Doktor der Rechte. | Picker wurde 1912 als Sohn eines Wilhelmshavener Kaufmanns und Senators in Wilhelmshaven geboren und bereits 1930 Mitglied der NSDAP. ER studierte Rechtswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg, der Christian-Albrechts-Universität Kiel und der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin.<ref name=":0">Blaubuch des Corps Teutonia zu Marburg 1825 bis 2000</ref> Seit 1931 war er Mitglied des ''Corps Teutonia Marburg''.<ref>Kösener Corpslisten 1996, 171, 1292</ref> Seit 1934 Referendar, promovierte er 1936 in Kiel zum Doktor der Rechte. | ||
1936/37 war er (als Assessor) Hauptreferent und Auslandsrepräsentant der Reichsjugendführung. 1938/39 war er Regierungsrat in Jever und Brake (Unterweser). Nachdem er 1940/41 beim Stab des Stellvertreters des Führers in München gewesen war, kam er von März bis Juli 1942 als Oberregierungsrat und juristischer Mitarbeiter Hitlers ins Führerhauptquartier.<ref name=":0" /> In Vertretung von Heinrich Heim hatte er Hitlers Tischgespräche zu protokollieren. Am 19. September 1942 beauftragte der Reichsinnenminister Wilhelm Frick Picker mit der kommissarischen Verwaltung des [[Landrat|Landratsamtes]] des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]].<ref>Lüpke-Müller, Inge (1998): Eine Region im politischen Umbruch. Der Demokratisierungsprozess in Ostfriesland nach dem Zweiten Weltkrieg, Aurich,S. 84f.</ref> | 1936/37 war er (als Assessor) Hauptreferent und Auslandsrepräsentant der Reichsjugendführung. 1938/39 war er Regierungsrat in Jever und Brake (Unterweser). Nachdem er 1940/41 beim Stab des Stellvertreters des Führers in München gewesen war, kam er von März bis Juli 1942 als Oberregierungsrat und juristischer Mitarbeiter Hitlers ins Führerhauptquartier.<ref name=":0" /> In Vertretung von Heinrich Heim hatte er Hitlers Tischgespräche zu protokollieren. Am 19. September 1942 beauftragte der Reichsinnenminister Wilhelm Frick Picker mit der kommissarischen Verwaltung des [[Landrat|Landratsamtes]] des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]].<ref>Lüpke-Müller, Inge (1998): Eine Region im politischen Umbruch. Der Demokratisierungsprozess in Ostfriesland nach dem Zweiten Weltkrieg, Aurich,S. 84f.</ref> Am 24. September nahm er diese Tätigkeit auf.<ref>Haddinga, Johann (1995): Kriegsalltag in Ostfriesland, Norden, S. 104</ref> | ||
Seit 1943 Soldat der Wehrmacht, kam er als Fähnrich d. R. in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.<ref name=":0" /> Während seiner Abwesenheit blieb seine Stelle bis unbesetzt, faktisch diente der Leeraner Landrat Windels als sein Stellvertreter, ehe dieser im April 1945 noch von [[Friedrich-Wilhelm Fleischer|Admiral Fleischer]].<ref name=":1">Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 49</ref> In der Nachkriegszeit vertrat Picker von 1948 bis 1951 das Notstandsgebiet Wilhelmshaven beim Bund in Frankfurt am Main und Bonn. Danach arbeitete er als Schriftsteller.<ref name=":0" /> Als solcher veröffentlichte er bald ein Buch über Hitlers ''Tischgespräche im Führerhauptquartier''.<ref name=":1" /> | Seit 1943 Soldat der Wehrmacht, kam er als Fähnrich d. R. in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.<ref name=":0" /> Während seiner Abwesenheit blieb seine Stelle bis unbesetzt, faktisch diente der Leeraner Landrat Windels als sein Stellvertreter, ehe dieser im April 1945 noch von [[Friedrich-Wilhelm Fleischer|Admiral Fleischer]].<ref name=":1">Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 49</ref> In der Nachkriegszeit vertrat Picker von 1948 bis 1951 das Notstandsgebiet Wilhelmshaven beim Bund in Frankfurt am Main und Bonn. Danach arbeitete er als Schriftsteller.<ref name=":0" /> Als solcher veröffentlichte er bald ein Buch über Hitlers ''Tischgespräche im Führerhauptquartier''.<ref name=":1" /> | ||