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'''Nadörst''' ist der Name eines (informellen) Stadtviertels von Norden. Es liegt im Stadtteil [[Süderneuland II]] und stellt dessen südliche Ausläufer dar. Im Gegensatz zu allen anderen Stadtvierteln, die im Gegensatz zu den Stadtteilen keine administrative Bedeutung haben, sondern nur als geografische oder alltagssprachliche Orientierung dienen, ist Nadörst mit Ortsschildern an der [[Bundesstraße]] ausgeschildert. Der Name "Nadörst" leitet sich vom niederdeutschen Wort für "Nachdurst" ab. Auf dem Heimweg vom Markt kehrten Marktbeschicker und -besucher in die hiesigen Gaststätten, um ihren "Nachdurst" zu stillen. Regional trugen auch Gaststätten diesen Namen, es ist also denkbar, dass dies auch in Nadörst der Fall gewesen sein könnte.
'''Nadörst''' ist der Name eines (informellen) Stadtviertels von Norden. Es liegt im Stadtteil [[Süderneuland II]] und stellt dessen südliche Ausläufer dar. Im Gegensatz zu allen anderen Stadtvierteln, die im Gegensatz zu den Stadtteilen keine administrative Bedeutung haben, sondern nur als geografische oder alltagssprachliche Orientierung dienen, ist Nadörst mit Ortsschildern an der [[Bundesstraße]] ausgeschildert. Der Name "Nadörst" leitet sich vom niederdeutschen Wort für "Nachdurst" ab. Auf dem Heimweg vom [[Marktplatz|Markt]] kehrten Marktbeschicker und -besucher in die hiesigen Gaststätten ein, um ihren "Nachdurst" zu stillen.


Geprägt wird der Ort durch eine weitestgehend nur vereinzelte Bebauung, die sich vor allem auf den Bereich [[Altendeich]] konzentriert. Daneben finden sich hier einige Gewerbebetriebe, ein Autohaus und eine Tankstelle.
Geprägt wird der Ort durch eine weitestgehend nur vereinzelte Bebauung, die sich vor allem auf den Bereich [[Altendeich]] konzentriert. Daneben finden sich hier einige Gewerbebetriebe, ein Autohaus und eine Tankstelle.
__TOC__
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==Geografie==
==Geografie==
Nadörst befindet sich südlich bis südöstlich der Kernstadt und von Süderneuland II. Weiter südlich grenzt es an die Nachbargemeinde Osteel. Wie alle Stadtviertel von Norden, die im Gegensatz zu den Stadtteilen nicht offiziell abgegrenzt sind, lassen sich die Grenzen Nadörsts nur grob umschreiben. Im Norden mit Beginn der Wohnbebauung der [[Bundesstraße]], im Osten durch den [[Berumerfehnkanal]] und die Grenze zur Nachbargemeinde Halbemond, im Süden durch die Grenze zur Nachbargemeinde Osteel und im Westen durch die [[Udo-Focken-Deich|alte Deichlinie]] von 1425.


Nadörst befindet sich südlich bis südöstlich der Kernstadt und von Süderneuland II. Weiter südlich grenzt es an die Nachbargemeinde Osteel. Wie alle Stadtviertel von Norden, die im Gegensatz zu den Stadtteilen nicht offiziell abgegrenzt sind, lassen sich die Grenzen Nadörsts nur grob umschreiben. Im Norden mit Beginn der Wohnbebauung der [[Bundesstraße]], im Osten durch den [[Berumerfehnkanal]] und die Grenze zur Nachbargemeinde Halbemond, im Süden durch die Grenze zur Nachbargemeinde Osteel und im Westen durch die alte Deichlinie.
Diese Abgrenzung ist historisch nicht ganz korrekt, sondern hat sich im Laufe der Zeit eingebürgert. Im engeren Sinne umfasst Nadörst nur den Bereich im Umkreis von etwa 1 km um die heutige Tankstelle.
 
Diese Abgrenzung ist historisch nicht ganz korrekt, sondern hat sich im Laufe der Zeit eingebürgert. Im engeren Sinne umfasst Nadörst nur den Bereich um die heutige SCORE-Tankstelle.


==Geschichte==
==Geschichte==
Der Beginn der Geschichte des Ortes dürfte in der Zeit vor 1558 zu suchen sein. Die Deichlinie aus dieser Zeit lag vor Nadörst und das Land war bereits als solches nutzbar. Die Besiedlung geht jedoch eher mit der Entwicklung von [[Süderneuland II]] einher, die weitestgehend erst im 18. Jahrhundert begann. Anzunehmen ist eine Besiedlung spätestens für die Zeit vor 1730. Im Jahr 1740 wird im Zusammenhang mit dem Verkaufs des [[Ketelberger Land|Ketelberger Landes]] die [[Wassermühle]] westlich des [[Leegelandweg]] erwähnt wird. Auf der Karte eines niederländischen Artillerieoffiziers aus dem Jahr 1806 ist diese Wassermühle ebenfalls verzeichnet. Die Wassermühle diente der Entwässerung des tiefgelegenen Landes ([[Leegeland]]).
Der Beginn der Geschichte des Ortes dürfte in der Zeit vor 1558 zu suchen sein. Die Deichlinie aus dieser Zeit lag vor Nadörst und das Land war bereits als solches nutzbar. Die Besiedlung geht jedoch eher mit der Entwicklung von [[Süderneuland II]] einher, die weitestgehend erst im 18. Jahrhundert begann. Anzunehmen ist eine Besiedlung spätestens für die Zeit vor 1730. Im Jahr 1740 wird im Zusammenhang mit dem Verkaufs des [[Ketelberger Land|Ketelberger Landes]] die [[Wassermühle]] westlich des [[Leegelandweg]] erwähnt. Auf der Karte eines niederländischen Artillerieoffiziers aus dem Jahr 1806 ist diese Wassermühle ebenfalls verzeichnet. Die Wassermühle diente der Entwässerung des tiefgelegenen [[Leegeland|Leegelands]].


Größere Bedeutung für die Wirtschaft Nordens erlangte Nadörst mit der Fertigstellung des [[Berumerfehnkanal|Berumerfehnkanals]] um 1794. Der erste Torf wurde hier um 1796/1797 verschifft. Etwas weiter nördlich vom [[Gasthaus Waldblick]] (in Höhe der Fahrradbrücke über den Kanal) befand sich auch eine Anlandestelle, an der die Kähne halten und Waren umgeschlagen werden konnten.
Größere Bedeutung für die Wirtschaft Nordens erlangte Nadörst mit der Fertigstellung des [[Berumerfehnkanal|Berumerfehnkanals]] um 1794. Der erste Torf wurde hierüber um 1796/1797 verschifft. Etwas weiter nördlich vom [[Gasthaus Waldblick]] (in Höhe der Fahrradbrücke über den Kanal) befand sich auch eine Anlandestelle, an der die Kähne halten und Waren umgeschlagen werden konnten.


Erstmalige Erwähnung findet der Ort 1818 als "Nadöst", also ohne "r". Die heutige Schreibweise ist ab 1823 belegt. Für das Jahr 1848 sind für Nadörst vier Wohngebäude mit 26 Bewohnern belegt. In diesem Jahr wird auch die [[Alte Nadörster Schule]] erstmalig genannt. Das Gebäude ist bis heute erhalten, wenngleich es im Laufe der Jahrzehnte mehrfach über- und umgebaut wurde. Es ist anzunehmen, dass mit der Fertigstellung der (befestigten) [[Bundesstraße]] um das Jahr 1840 auch eine verstärktere Besiedlung einherging, die den Bau einer eigenen Schule erforderte.
Erstmalige Erwähnung findet der Ort 1818 als "Nadöst", also ohne "r". Die heutige Schreibweise ist ab 1823 belegt. Für das Jahr 1848 sind für Nadörst vier Wohngebäude mit 26 Bewohnern belegt. In diesem Jahr wird auch die [[Alte Nadörster Schule]] erstmalig genannt. Das Gebäude ist bis heute erhalten, wenngleich es im Laufe der Jahrzehnte mehrfach über- und umgebaut wurde. Es ist anzunehmen, dass mit der Fertigstellung der (befestigten) [[Bundesstraße]] um das Jahr 1840 auch eine verstärktere Besiedlung einherging, die den Bau einer eigenen Schule erforderte.