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Im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts wurde dieser Vorgängerbau schließlich nach einem Erdbeben niedergerissen und anschließend aus Backstein als dreischiffige Pfeilerbasilika mit gewölbtem Querhaus und quadratischem Chor wiedererrichtet.<ref>Bärenfänger, Rolf (1999): Die Andreaskirche in Norden, Stuttgart, S. 187f.</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 23</ref> Die Initiative dazu ging wohl vom Bistum Bremen aus, zu dem Norden seinerzeit gehörte.<ref>van Lengen, Hajo (2003): Die Friesische Freiheit des Mittelalters – Leben und Legende, Aurich, S. 77</ref> Möglicherweise stand der Neubau im Zusammenhang mit dem Besuch des Bremer Erzbischofs Hildebold von Wunstorf, der die Stadt im Jahre 1271 besuchte, im [[Dominikanerkloster]] verweilte und dort auch eine Messe abgehalten haben soll.<ref name=":5">Möhlmann, Günther (1959): Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden, Aurich, S. 31</ref>
Im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts wurde dieser Vorgängerbau schließlich nach einem Erdbeben niedergerissen und anschließend aus Backstein als dreischiffige Pfeilerbasilika mit gewölbtem Querhaus und quadratischem Chor wiedererrichtet.<ref>Bärenfänger, Rolf (1999): Die Andreaskirche in Norden, Stuttgart, S. 187f.</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 23</ref> Die Initiative dazu ging wohl vom Bistum Bremen aus, zu dem Norden seinerzeit gehörte.<ref>van Lengen, Hajo (2003): Die Friesische Freiheit des Mittelalters – Leben und Legende, Aurich, S. 77</ref> Möglicherweise stand der Neubau im Zusammenhang mit dem Besuch des Bremer Erzbischofs Hildebold von Wunstorf, der die Stadt im Jahre 1271 besuchte, im [[Dominikanerkloster]] verweilte und dort auch eine Messe abgehalten haben soll.<ref name=":5">Möhlmann, Günther (1959): Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden, Aurich, S. 31</ref>


Nach der Fertigstellung der nun nach dem Heiligen Andreas benannten ''Andreaskirche'' im Jahre 1288 hatte der Bau eine Länge von 65 Meter und war etwa 22 Meter breit. Sein 65 Meter hoher Westturm diente Seefahrern über mehrere Jahrhunderte als Seezeichen.<ref name=":5" /><ref name=":2">Ruge, Reinhard (2000):: Die Ludgerikirche zu Norden, Norden, S. 3</ref><ref>Verein für hansische Geschichte (1910): Hansische Geschichtsblätter. Band XVI, Leipzig, S. 520</ref> Die beiden östlichen Türme an den Chorflanken wurden später hinzugefügt und von zwei ''"vornehmen Jungfrauen"'', möglicherweise Schwestern oder Cousinen aus dem Norder Häuptlingsgeschlecht [[Idzinga]], gestiftet.<ref name=":3">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 8</ref> Ihre Namen werden mit ''Jeva Idzing'' und ''Djure Idzing'' angegeben.<ref name=":4">Cremer, Ufke (1995): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 18</ref>[[Datei:Kreuzbasilika Wissel.jpg|links|mini|Ungeachtet des fehlenden Westturms weist die St. Clemens Kirche zu Wissel deutliche Ähnlichkeiten mit der Andreaskirche auf.]]Die in Ostfriesland seltenen Chorflankentürme wurden vermutlich nach dem Vorbild der Kirche von Bunde errichtet.<ref name=":0" /> Im Allgemeinen wies die Andreaskirche jedoch deutliche Ähnlichkeiten mit der heute noch bestehenden Kirche ''St. Clemens'' zu Wissel (Niederrhein) auf, wenngleich diese nicht über den markanten, besonders hohen Westturm verfügt.
 
 
Nach der Fertigstellung der nun nach dem Heiligen Andreas benannten ''Andreaskirche'' im Jahre 1288 hatte der Bau eine Länge von 65 Meter und war etwa 22 Meter breit. Sein 65 Meter hoher Westturm diente Seefahrern über mehrere Jahrhunderte als Seezeichen.<ref name=":5" /><ref name=":2">Ruge, Reinhard (2000):: Die Ludgerikirche zu Norden, Norden, S. 3</ref><ref>Verein für hansische Geschichte (1910): Hansische Geschichtsblätter. Band XVI, Leipzig, S. 520</ref> Die beiden östlichen Türme an den Chorflanken wurden später hinzugefügt und von zwei ''"vornehmen Jungfrauen"'', möglicherweise Schwestern oder Cousinen aus dem Norder Häuptlingsgeschlecht [[Idzinga]], gestiftet.<ref name=":3">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 8</ref> Ihre Namen werden mit ''Jeva Idzing'' und ''Djure Idzing'' angegeben.<ref name=":4">Cremer, Ufke (1995): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 18</ref>
 
Die in Ostfriesland seltenen Chorflankentürme wurden vermutlich nach dem Vorbild der Kirche von Bunde errichtet.<ref name=":0" /> Im Allgemeinen wies die Andreaskirche jedoch deutliche Ähnlichkeiten mit der heute noch bestehenden Kirche ''St. Clemens'' zu Wissel (Niederrhein) auf, wenngleich diese nicht über den markanten, besonders hohen Westturm verfügt.


Unmittelbar nach der Baufertigstellung im Jahre 1288 wurde der umliegende Friedhof seiner Bestimmung übergeben, die offizielle Weihung soll jedoch erst nach dem Eintreffen des Bischofs vollzogen worden sein.<ref name=":3" /> Die spätere Weihe der Andreaskirche am 3. Mai 1314, die Erzbischof Johann I. von Bremen vollzog, hing vermutlich mit dem Wiederaufbau nach erneuten Zerstörungen durch ein starkes Unwetter zusammen.<ref>[https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/norden-st-ludgeri/ Beschreibung der Kirchengemeinde Norden], abgerufen am 9. November 2021</ref><ref>Möhlmann, Günther (1959): Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden, Aurich, S. 87</ref>
Unmittelbar nach der Baufertigstellung im Jahre 1288 wurde der umliegende Friedhof seiner Bestimmung übergeben, die offizielle Weihung soll jedoch erst nach dem Eintreffen des Bischofs vollzogen worden sein.<ref name=":3" /> Die spätere Weihe der Andreaskirche am 3. Mai 1314, die Erzbischof Johann I. von Bremen vollzog, hing vermutlich mit dem Wiederaufbau nach erneuten Zerstörungen durch ein starkes Unwetter zusammen.<ref>[https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/norden-st-ludgeri/ Beschreibung der Kirchengemeinde Norden], abgerufen am 9. November 2021</ref><ref>Möhlmann, Günther (1959): Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden, Aurich, S. 87</ref>
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==Beschreibung==
==Beschreibung==
Über den hölzernen Bau der Andreaskirche ist nichts bekannt. Der erste steinerne Bau soll hingegen eine Länge von etwa 37 Metern sowie möglicherweise eine halbrunde Apsis (halb-zylinderförmiger Anbau) gehabt haben. Später soll noch ein quadratischer Westturm angefügt worden sein.<ref name=":0" />
[[Datei:Kreuzbasilika Wissel.jpg|mini|Ungeachtet des fehlenden Westturms weist die St. Clemens Kirche zu Wissel deutliche Ähnlichkeiten mit der Andreaskirche auf.]]Über den hölzernen Bau der Andreaskirche ist nichts bekannt. Der erste steinerne Bau soll hingegen eine Länge von etwa 37 Metern sowie möglicherweise eine halbrunde Apsis (halb-zylinderförmiger Anbau) gehabt haben. Später soll noch ein quadratischer Westturm angefügt worden sein.<ref name=":0" />


Dank der Überlieferungen des [[Ubbo Emmius]] und den sogenannten [[Norder Annalen]] des Mönches [[Gerrit van Norden]] ist eine vergleichsweise gute Beschreibung der (letzten) steinernen Andreaskirche möglich. Er nennt die Kirche ein ''"hervorragendes Werk mit drei ausgezeichneten und hochragenden Türmen"'', die bereits von Weitem sichtbar waren.<ref name=":4" />
Dank der Überlieferungen des [[Ubbo Emmius]] und den sogenannten [[Norder Annalen]] des Mönches [[Gerrit van Norden]] ist eine vergleichsweise gute Beschreibung der (letzten) steinernen Andreaskirche möglich. Er nennt die Kirche ein ''"hervorragendes Werk mit drei ausgezeichneten und hochragenden Türmen"'', die bereits von Weitem sichtbar waren.<ref name=":4" />
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Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Innenansicht 1618 01.jpg|Innenansicht der Kirchenruine im Jahre 1618.
Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Innenansicht 1618 01.jpg|Innenansicht der Kirchenruine im Jahre 1618.
Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Westturm 1618 01.jpg|Der abgängige Westturm im Jahre 1618.
Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Westturm 1618 01.jpg|Der abgängige Westturm im Jahre 1618.
Datei:Andreaskirche Stahlstich 1940 (0702001) MZ.jpg|Abfotografierter Stahlstich der Andreaskirche. Fotografie um 1940.
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