Ulrichsgymnasium: Unterschied zwischen den Versionen
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Ein Zeitzeuge und Pädagoge am Ulrichsgymnasium beschrieb die nach 1945 eingetretene Wende als ''"geistige Revolution, wie es sie höchstens bei der Christianisierung unser Vorfahren gegeben"'' hat. Von dieser Wende ''"blieb kein Fach verschont"''. Vor allem der Deutsch- und der Geschichtsunterricht, der ''"am allerstärksten vom nationalsozialistischen Ungeist verfälscht worden war"'', bedurfte einer umfassenden Revision und wurde deshalb - als Chance zur Neubesinnung - für ein ganzes Jahr aus dem Unterrichtsangebot gestrichen. Andere Fächer, die während der NS-Zeit aus dem Lehrplan verschwunden waren, wurden wieder eingeführt. Dazu gehörte der Religions- und der Hebräischunterricht. Auch in naturwissenschaftlichen Fächern, vor allem im Biologieunterricht, musste ein Neuanfang gemacht werden. Zudem wurde die 1933 verbotene Schulandacht wieder eingeführt.<ref>Wessels, Ebbel Roelfs (1967): 1567 und 1945. Zwei entscheidende Jahre in der Geschichte des Ulrichsgymnasiums. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 34</ref> | Ein Zeitzeuge und Pädagoge am Ulrichsgymnasium beschrieb die nach 1945 eingetretene Wende als ''"geistige Revolution, wie es sie höchstens bei der Christianisierung unser Vorfahren gegeben"'' hat. Von dieser Wende ''"blieb kein Fach verschont"''. Vor allem der Deutsch- und der Geschichtsunterricht, der ''"am allerstärksten vom nationalsozialistischen Ungeist verfälscht worden war"'', bedurfte einer umfassenden Revision und wurde deshalb - als Chance zur Neubesinnung - für ein ganzes Jahr aus dem Unterrichtsangebot gestrichen. Andere Fächer, die während der NS-Zeit aus dem Lehrplan verschwunden waren, wurden wieder eingeführt. Dazu gehörte der Religions- und der Hebräischunterricht. Auch in naturwissenschaftlichen Fächern, vor allem im Biologieunterricht, musste ein Neuanfang gemacht werden. Zudem wurde die 1933 verbotene Schulandacht wieder eingeführt.<ref>Wessels, Ebbel Roelfs (1967): 1567 und 1945. Zwei entscheidende Jahre in der Geschichte des Ulrichsgymnasiums. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 34</ref> | ||
[[Datei:Brummelkamp Norddeicher Straße Ulrichsgymnasium Turnhalle Tankstelle Jürrens 1954 01.jpg|mini|Blick vom [[Brummelkamp]]. Links die [[Tankstelle Jürrens]] und dahinter die alte sowie die neue Turnhalle des Gymnasiums im Jahre 1954.]] | |||
Eine wesentliche Neuerung im Schulbetrieb war die 1954 erfolgte Miteinbeziehung von Schülern in die Gestaltung des schulischen Lebens. In diesem Jahr wurde die Schulträgerschaft offiziell vom [[Landkreis Norden]] übernommen. Zu den Aufgaben der sogenannten ''Schülermitverantwortung'' (kurz: ''SMV'') gehörten unter anderem die Pausenaufsicht, Organisation von Sportschulmeisterschaften, Opern- und Theaterbesuchen und Podiumsdiskussionen zu bestimmten gesellschaftspolitischen Themen sowie die Ausrichtung von Schulfesten. Auch die Herausgabe der Schülerzeitung, deren erste Ausgabe 1956 unter dem Titel ''Der junge Ulricianer'' erschien, gehörte in den Verantwortungsbereich der SMV.<ref>Radlow, Udo (1967): SMV. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 58</ref> Ebenfalls 1954 wurde die alte Turnhalle abgebrochen, ein Neubau wurde kurz zuvor in unmittelbarer Nähe fertiggestellt.<ref name=":7" /> | Eine wesentliche Neuerung im Schulbetrieb war die 1954 erfolgte Miteinbeziehung von Schülern in die Gestaltung des schulischen Lebens. In diesem Jahr wurde die Schulträgerschaft offiziell vom [[Landkreis Norden]] übernommen. Zu den Aufgaben der sogenannten ''Schülermitverantwortung'' (kurz: ''SMV'') gehörten unter anderem die Pausenaufsicht, Organisation von Sportschulmeisterschaften, Opern- und Theaterbesuchen und Podiumsdiskussionen zu bestimmten gesellschaftspolitischen Themen sowie die Ausrichtung von Schulfesten. Auch die Herausgabe der Schülerzeitung, deren erste Ausgabe 1956 unter dem Titel ''Der junge Ulricianer'' erschien, gehörte in den Verantwortungsbereich der SMV.<ref>Radlow, Udo (1967): SMV. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 58</ref> Ebenfalls 1954 wurde die alte Turnhalle abgebrochen, ein Neubau wurde bereits kurz zuvor in unmittelbarer Nähe fertiggestellt.<ref name=":7" /> | ||
Am 1. Februar 1967 wurde das Ulrichsgymnasium von 693 Schülern besucht. Knapp die Hälfte davon kam aus dem Norder Stadtgebiet. Damit entfiel auf 100 Einwohner des Einzugsgebietes durchschnittlich ein Gymnasiast.<ref>Rack, Eberhard (1967): Einzugsbereich und Schülerstruktur des Ulrichgymnasiums. In: 400 Jahr Ulrichsgymnasium Norden. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 49</ref> Zum Auftakt des 400-jährigen Jubiläums fand unter der Leitung von Schulleiter [[Derk de Haan]] (seit 1957 im Amt) eine Tagung des ''Ostfriesischen Philologenverbandes'' (Ostfriesischer Lehrerverband) im [[Deutsches Haus|Deutschen Haus]] statt. Das Programm für die Festwoche gestaltete sich vielfältig und abwechslungsreich. Es umfasste Führungen durch das Gebäude, wissenschaftliche Vorträge und viele weitere Veranstaltungen.<ref name=":3" /> | Am 1. Februar 1967 wurde das Ulrichsgymnasium von 693 Schülern besucht. Knapp die Hälfte davon kam aus dem Norder Stadtgebiet. Damit entfiel auf 100 Einwohner des Einzugsgebietes durchschnittlich ein Gymnasiast.<ref>Rack, Eberhard (1967): Einzugsbereich und Schülerstruktur des Ulrichgymnasiums. In: 400 Jahr Ulrichsgymnasium Norden. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 49</ref> Zum Auftakt des 400-jährigen Jubiläums fand unter der Leitung von Schulleiter [[Derk de Haan]] (seit 1957 im Amt) eine Tagung des ''Ostfriesischen Philologenverbandes'' (Ostfriesischer Lehrerverband) im [[Deutsches Haus|Deutschen Haus]] statt. Das Programm für die Festwoche gestaltete sich vielfältig und abwechslungsreich. Es umfasste Führungen durch das Gebäude, wissenschaftliche Vorträge und viele weitere Veranstaltungen.<ref name=":3" /> | ||