Norderland: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Karte Norderland 1385.png|mini|Das Norderland (gelb markiert) in der Zeit um das Jahr 1300.]]
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Das '''Norderland''' bezeichnet die historische Landschaft, aus dem später das [[Amt Norden]] wurde. Es grenzt im Osten an das Harlingerland (Wittmund) und im Süden an das Brookmerland. Nach heutigem Verständnis umfasst das Norderland neben der [[Stadt Norden]] als Hauptort auch die Samtgemeinden Hage, Großheide und den Großteil der Gemeinde Dornum. Gelegentlich findet der Begriff Norderland auch noch für das Gebiet des früheren [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] Verwendung, historisch umfasst dieser allerdings auch Teile des Brookmerlandes und des Emsigerlandes (Emden).
Das '''Norderland''' bezeichnet die historische Landschaft, aus dem später das [[Amt Norden]] wurde. Es entstand aus einer Teilung des frühmittelalterlichen Gau Nordendi, aus dem später auch weitere Landesteile Ostfrieslands hervorgegingen.
 
== Geschichte ==
Nachdem die Franken den legendären Friesenkönig Radbod (Herrschaftsdauer 679-719) besiegt hatten, verleibte diese das Land dem mächtigen Frankenreich. Damit einhergehend wurde auch die fränkische Grafschaftsverfassung auf das Land übertragen, was dazu führte, dass erstmals die [[Kirchspiel Norden|Kirchspiele]] als eine organisatorische Verwaltungsgröße entstanden. Das Land wurde von den fränkischen Königen an Grafen zum Lehen gegeben, deren Macht jedoch durch interne Kämpfe immer weiter schwand. Gleichzeitig gewannen die Kirchen immer mehr Einfluss auf weltliche Dinge, sodass das Gau Nordendi schließlich zerbrach oder aufgelöst wurde.<ref name=":0">Adressbuch von 1950/1951, S. 7</ref>
 
Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden so neben dem Norderland weitere Gebiete. Das Norderland grenzt im Osten an das Harlingerland (Wittmund) und im Süden an das früher sehr moorige Brookmerland, das im 12. Jahrhundert sogar erst urbar gemacht wurde.<ref name=":0" /> Nach heutigem Verständnis umfasst das Norderland neben der [[Stadt Norden]] als Hauptort auch die Samtgemeinden Hage, Großheide und den Großteil der Gemeinde Dornum. Gelegentlich findet der Begriff Norderland auch noch für das Gebiet des früheren [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] Verwendung, historisch umfasst dieser allerdings auch Teile des Brookmerlandes und des Emsigerlandes (Emden).


Entstanden sind diese Landesgemeinden in der Zeit um 1150 durch den Zusammenschluss mehrerer Bauerschaften und Orte. Die grundbesitzenden Einwohner wählten jeweils für ein Jahr mehrere ''Fürsprecher'' (lateinisch: ''consules''; friesisch: ''redjeven''), die den Frieden wahren und die Rechtsprechung führen sollten.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 36</ref> Sie waren zudem zentrale Organe bei den friesischen Versammlungen am sogenannten ''Upstalsboom'' nahe Aurich.
Entstanden sind diese Landesgemeinden in der Zeit um 1150 durch den Zusammenschluss mehrerer Bauerschaften und Orte. Die grundbesitzenden Einwohner wählten jeweils für ein Jahr mehrere ''Fürsprecher'' (lateinisch: ''consules''; friesisch: ''redjeven''), die den Frieden wahren und die Rechtsprechung führen sollten.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 36</ref> Sie waren zudem zentrale Organe bei den friesischen Versammlungen am sogenannten ''Upstalsboom'' nahe Aurich.

Aktuelle Version vom 14. August 2022, 10:22 Uhr

Das Norderland (gelb markiert) in der Zeit um das Jahr 1300.

Das Norderland bezeichnet die historische Landschaft, aus dem später das Amt Norden wurde. Es entstand aus einer Teilung des frühmittelalterlichen Gau Nordendi, aus dem später auch weitere Landesteile Ostfrieslands hervorgegingen.

Geschichte

Nachdem die Franken den legendären Friesenkönig Radbod (Herrschaftsdauer 679-719) besiegt hatten, verleibte diese das Land dem mächtigen Frankenreich. Damit einhergehend wurde auch die fränkische Grafschaftsverfassung auf das Land übertragen, was dazu führte, dass erstmals die Kirchspiele als eine organisatorische Verwaltungsgröße entstanden. Das Land wurde von den fränkischen Königen an Grafen zum Lehen gegeben, deren Macht jedoch durch interne Kämpfe immer weiter schwand. Gleichzeitig gewannen die Kirchen immer mehr Einfluss auf weltliche Dinge, sodass das Gau Nordendi schließlich zerbrach oder aufgelöst wurde.[1]

Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden so neben dem Norderland weitere Gebiete. Das Norderland grenzt im Osten an das Harlingerland (Wittmund) und im Süden an das früher sehr moorige Brookmerland, das im 12. Jahrhundert sogar erst urbar gemacht wurde.[1] Nach heutigem Verständnis umfasst das Norderland neben der Stadt Norden als Hauptort auch die Samtgemeinden Hage, Großheide und den Großteil der Gemeinde Dornum. Gelegentlich findet der Begriff Norderland auch noch für das Gebiet des früheren Landkreises Norden Verwendung, historisch umfasst dieser allerdings auch Teile des Brookmerlandes und des Emsigerlandes (Emden).

Entstanden sind diese Landesgemeinden in der Zeit um 1150 durch den Zusammenschluss mehrerer Bauerschaften und Orte. Die grundbesitzenden Einwohner wählten jeweils für ein Jahr mehrere Fürsprecher (lateinisch: consules; friesisch: redjeven), die den Frieden wahren und die Rechtsprechung führen sollten.[2] Sie waren zudem zentrale Organe bei den friesischen Versammlungen am sogenannten Upstalsboom nahe Aurich.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Adressbuch von 1950/1951, S. 7
  2. Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 36

Siehe auch