Haus Tuin: Unterschied zwischen den Versionen

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26506 Norden
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Das '''Haus Tuin''' wurde 1908 von dem aus Emden stammenden Korbmacher [[Reinhard Tuin]] errichtet, nachdem er den von ihm im Jahre 1886 für 900 Mark erworbenen, eingeschössigen Vorgängerbau abreißen ließ. Die Familie Tuin stammte ursprünglich aus den Niederlanden und kam von dort nach Emden. Der Neubau umfasste zwei Stockwerke und wurde als Wohn- und Geschäftshaus eingerichtet.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 131</ref>  
Das '''Haus Tuin''' wurde 1908 von dem aus Emden stammenden Korbmacher [[Reinhard Tuin]] errichtet, nachdem er den von ihm im Jahre 1886 für 900 Mark erworbenen, eingeschössigen Vorgängerbau abreißen ließ.
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==Geschichte==
Die Familie Tuin stammte ursprünglich aus den Niederlanden und kam von dort nach Emden. Der Neubau umfasste zwei Stockwerke und wurde als Wohn- und Geschäftshaus eingerichtet.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 131</ref>  


Nach dem Tod von Reinhard Tuin übernahm dessen Sohn [[Rudolf Tuin]] das Geschäft, das neben der Korbmacherei auch eine Spielzeugabteilung beherbergte, wurde jedoch im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] eingezogen und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1951 zurückkehrte, sodass sich seine Schwester solange um die Korbmacherei kümmerte. Nach seiner Rückkehr richtete Tuin in dem Laden ein Lebensmittelgeschäft ein, wobei er ein besonderes Augenmerk auf eine reichhaltige Käseauswahl legte.<ref name=":0" /> Als einer der ersten Einzelhändler der Nachkriegszeit importierte Tuin auch französischen Käse, sodass er sich schnell den Ruf eines Feinschmeckerladens erwarb.<ref name=":1" />  
Nach dem Tod von Reinhard Tuin (1936)<ref>Auskunft des Hillert Hillebrands (E-Mail vom 18. Juli 2022)</ref> übernahm dessen Sohn [[Rudolf Tuin]] das Geschäft, das neben der Korbmacherei auch eine Spielzeugabteilung beherbergte, wurde jedoch im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] eingezogen und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1951 zurückkehrte, sodass sich seine Schwester solange um die Korbmacherei kümmerte. Nach seiner Rückkehr richtete Tuin in dem Laden ein Lebensmittelgeschäft ein, wobei er ein besonderes Augenmerk auf eine reichhaltige Käseauswahl legte.<ref name=":0" /> Als einer der ersten Einzelhändler der Nachkriegszeit importierte Tuin auch französischen Käse, sodass er sich schnell den Ruf eines Feinschmeckerladens erwarb.<ref name=":1" />  


Um 1970 wurde die Fassade neu gestaltet und das stattliche Gebäude dadurch aus optischer Sicht gänzlich entwertet.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 47</ref> 1987 gaben seine Ehefrau und er das Geschäft auf. In die Räumlichkeiten zog der Optiker Hasbargen ein.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 132</ref>
Um 1970 wurde die Fassade neu gestaltet und das stattliche Gebäude dadurch aus optischer Sicht gänzlich entwertet.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 47</ref> 1987 gaben seine Ehefrau und er das Geschäft auf. In die Räumlichkeiten zog der Optiker Hasbargen ein.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 132</ref>

Aktuelle Version vom 20. Juli 2022, 02:01 Uhr

Haus Tuin

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Basisdaten
Entstehungszeit 1908
Erbauer Reinhard Tuin
Bauweise (verputzter) Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Neuer Weg 104

26506 Norden

Das Haus Tuin wurde 1908 von dem aus Emden stammenden Korbmacher Reinhard Tuin errichtet, nachdem er den von ihm im Jahre 1886 für 900 Mark erworbenen, eingeschössigen Vorgängerbau abreißen ließ.

Geschichte

Die Familie Tuin stammte ursprünglich aus den Niederlanden und kam von dort nach Emden. Der Neubau umfasste zwei Stockwerke und wurde als Wohn- und Geschäftshaus eingerichtet.[1]

Nach dem Tod von Reinhard Tuin (1936)[2] übernahm dessen Sohn Rudolf Tuin das Geschäft, das neben der Korbmacherei auch eine Spielzeugabteilung beherbergte, wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg eingezogen und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1951 zurückkehrte, sodass sich seine Schwester solange um die Korbmacherei kümmerte. Nach seiner Rückkehr richtete Tuin in dem Laden ein Lebensmittelgeschäft ein, wobei er ein besonderes Augenmerk auf eine reichhaltige Käseauswahl legte.[1] Als einer der ersten Einzelhändler der Nachkriegszeit importierte Tuin auch französischen Käse, sodass er sich schnell den Ruf eines Feinschmeckerladens erwarb.[3]

Um 1970 wurde die Fassade neu gestaltet und das stattliche Gebäude dadurch aus optischer Sicht gänzlich entwertet.[4] 1987 gaben seine Ehefrau und er das Geschäft auf. In die Räumlichkeiten zog der Optiker Hasbargen ein.[3]

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 131
  2. Auskunft des Hillert Hillebrands (E-Mail vom 18. Juli 2022)
  3. 3,0 3,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 132
  4. Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 47

Siehe auch