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Das '''Haus Netheim''' ist ein 1912 vom Kaufmann [[Julius Netheim]] erbautes, unter Denkmalschutz stehendes Wohn- und Geschäftshaus auf dem [[Neuer Weg|Neuen Weg]].<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref><ref name=":0">Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 47</ref> Netheim richtete hier einen Landhandel (Getreide, Futter, Düngemittel) ein und ließ das Dach bereits im Folgejahr verändern sowie durch eine Gaube ergänzen.<ref name=":0" /><ref>[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Norden] auf Alemannia Judaica, abgerufen am 30. April 2022</ref>
Das '''Haus Netheim''' ist ein 1912 vom Kaufmann [[Julius Netheim]] erbautes, unter Denkmalschutz stehendes Wohn- und Geschäftshaus auf dem [[Neuer Weg|Neuen Weg]].<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref><ref name=":0">Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 47</ref> Netheim richtete hier einen Landhandel (Getreide, Futter, Düngemittel) ein und ließ das Dach bereits im Folgejahr verändern sowie durch eine Gaube ergänzen.<ref name=":0" /><ref>[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Norden] auf Alemannia Judaica, abgerufen am 30. April 2022</ref>


Wahrscheinlich infolge der wirtschaftlichen Sanktionen gegen die jüdische Bevölkerung geriet die Familie Netheim in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre in wirtschaftliche Schwierigkeiten.<ref name=":1">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48f.</ref><ref name=":2">Angaben des Nachkommen Hillert Hildebrands (E-Mail vom 6. Juli 2022)</ref> Mit Datum vom 20. Januar 1938 wurde das Gebäude daher an den Schuhmacher [[Hillert Hildebrands]] verkauft, der sein Geschäft bis dahin (seit 1933) in einem Anbau im Nachbarhaus ([[Neuer Weg 101]]) hatte und Ende 1937 bei einem Gespräch unter Nachbarn zufällig von dem geplanten Verkauf erfuhr.<ref name=":2" />
Wahrscheinlich infolge der wirtschaftlichen Sanktionen gegen die jüdische Bevölkerung geriet die Familie Netheim in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre in wirtschaftliche Schwierigkeiten.<ref name=":1">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48f.</ref><ref name=":2">Angaben des Nachkommen Hillert Hillebrands (E-Mail vom 6. Juli 2022)</ref> Mit Datum vom 20. Januar 1938 wurde das Gebäude daher an den Schuhmacher [[Hillert Hillebrands]] verkauft, der sein Geschäft bis dahin (seit 1933) in einem Anbau im Nachbarhaus ([[Neuer Weg 101]]) hatte und Ende 1937 bei einem Gespräch unter Nachbarn zufällig von dem geplanten Verkauf erfuhr.<ref name=":2" />


Die Familie Netheim zog daraufhin aus, blieb aber offenbar vorerst in Norden. Als die ostfriesischen Juden dann vor dem Einmarsch der Wehrmacht in den Niederlanden aus Ostfriesland vertrieben wurden, musste das Ehepaar Netheim im März 1940 zu Julius’ Schwester Paula nach Ottbergen umziehen und wurde von dort zusammen mit den anderen dort lebenden Angehörigen im Juli 1942 nach Auschwitz transportiert.<ref name=":1" /><ref name=":02">[http://www.jacob-pins.de/?article_id=346&clang=0 Die Kaufmannsfamilie Netheim in Ottbergen und Höxter], abgerufen am 3. Dezember 2021</ref> 1943 wurde er im KZ Theresienstadt ermordet.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48</ref>
Die Familie Netheim zog daraufhin aus, blieb aber offenbar vorerst in Norden. Als die ostfriesischen Juden dann vor dem Einmarsch der Wehrmacht in den Niederlanden aus Ostfriesland vertrieben wurden, musste das Ehepaar Netheim im März 1940 zu Julius’ Schwester Paula nach Ottbergen umziehen und wurde von dort zusammen mit den anderen dort lebenden Angehörigen im Juli 1942 nach Auschwitz transportiert.<ref name=":1" /><ref name=":02">[http://www.jacob-pins.de/?article_id=346&clang=0 Die Kaufmannsfamilie Netheim in Ottbergen und Höxter], abgerufen am 3. Dezember 2021</ref> 1943 wurde er im KZ Theresienstadt ermordet.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48</ref>