Bahnhof Norden-Stadt: Unterschied zwischen den Versionen
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Daher kam es zu Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und der [[Eisenhütte]], an deren Ende letztere für 7.500 Mark eine etwa 4.000 m² große Fläche an der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole]] für den Bau eines kleinen Bahnhofs zur Verfügung stellte. Die Eisenhütte selbst hatte sich bereits 1892 bei der Erweiterung der Bahnstrecke nach [[Norddeich]] einen Anschluss an das Bahnnetz gesichert.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 104</ref> Nach Beginn der Baumaßnahmen im Jahre 1894 konnten diese im Folgejahr fertiggestellt und der Bahnhof am 1. März 1895 eingeweiht werden.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 100</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 5</ref> Die Inbetriebnahme des Bahnhofs erfolgte jedoch erst am 5. Juni 1895.<ref>Ostfriesischer Kurier (1999): Von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart (Sonderdruck), Norden, S. 5</ref> | Daher kam es zu Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und der [[Eisenhütte]], an deren Ende letztere für 7.500 Mark eine etwa 4.000 m² große Fläche an der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole]] für den Bau eines kleinen Bahnhofs zur Verfügung stellte. Die Eisenhütte selbst hatte sich bereits 1892 bei der Erweiterung der Bahnstrecke nach [[Norddeich]] einen Anschluss an das Bahnnetz gesichert.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 104</ref> Nach Beginn der Baumaßnahmen im Jahre 1894 konnten diese im Folgejahr fertiggestellt und der Bahnhof am 1. März 1895 eingeweiht werden.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 100</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 5</ref> Die Inbetriebnahme des Bahnhofs erfolgte jedoch erst am 5. Juni 1895.<ref>Ostfriesischer Kurier (1999): Von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart (Sonderdruck), Norden, S. 5</ref> | ||
Im Norder Volksmund wurde die Haltestelle schon früh als ''Lüttje Bahnhof'' (Kleiner Bahnhof) bezeichnet, was auch der Name einer dort befindlichen Gaststätte war. Überliefert ist, dass Gastwirt J. Fransen in seinem Garten Hühner und Pfaue zu halten pflegte. Seine beliebte Gaststätte war Gründungslokal mehrerer Vereine, so etwa des [[Boxclub Norden|Norder Boxclubs]].<ref>Zeitzeugenbefragung vom 23. Oktober 2021</ref> | Im Norder Volksmund wurde die Haltestelle schon früh als ''Lüttje Bahnhof'' (Kleiner Bahnhof) bezeichnet, was auch der Name einer dort befindlichen Gaststätte war. Überliefert ist, dass Gastwirt J. Fransen in seinem Garten Hühner und Pfaue zu halten pflegte. Seine beliebte Gaststätte war Gründungslokal mehrerer Vereine, so etwa des [[Boxclub Norden|Norder Boxclubs]].<ref>Zeitzeugenbefragung vom 23. Oktober 2021</ref> Auch der Name eines Bahnhofsvorstehers ist überliefert: ''Opa Jürgens'', ein respektierter, großgewachsener Mann, dessen Nachfolger der Gastwirt [[Hans Köppe]] wurde.<ref name=":0">Ostfriesischer Kurier vom 11. November 1995, S. 49</ref> | ||
Der Fahrplanwechsel am 28. Mai 1983 besiegelte auch das endgültige Ende des Bahnhofs Norden-Stadt. Formell war die Station bis dahin zwar noch in den Fahrplänen der ''Emslandstrecke'' verzeichnet, jedoch hatte dort bereits seit Anfang der 1970er Jahre kein Zug mehr gehalten. | Der Fahrplanwechsel am 28. Mai 1983 besiegelte auch das endgültige Ende des beliebten Bahnhofs Norden-Stadt. Formell war die Station bis dahin zwar noch in den Fahrplänen der ''Emslandstrecke'' verzeichnet, jedoch hatte dort bereits seit Anfang der 1970er Jahre kein Zug mehr fahrplanmäßig gehalten. Der letzte Zug, der am 28. Mai am Bahnhof für ein Abschiedsfoto hielt, trug die Bezeichnung ''E 14205''.<ref name=":0" /> | ||
Entscheidend für das Aus des Bahnhofs war neben den hohen Kosten des Unterhalts auch, dass die Leute immer mobiler wurden. In den 1970er und 1980er Jahren wurden bundesweit zahlreiche kleine Bahnhöfe geschlossen, so auch der [[Bahnhof Nadörst]], weil immer mehr Menschen ein Auto besaßen. Auch wurden die Züge immer länger, sodass der Verkehr an der [[Osterstraße]] beim Einfahren des Zuges in den Bahnhof stets behindert wurde.<ref name=":0" /> | |||
Durch den [[Modelleisenbahnclub Norden]] wurde der Bahnhof 2006 in ihren Vereinsräumen detailgetreu im Maßstab 1:87 nachgebaut. Die Erbauer stützten sich bei der Gestaltung vor allem auf Aussagen von Zeitzeugen, da nur wenige bekannte Bilder von diesem Bahnhof existieren.<ref>[https://www.oz-online.de/-printartikel/155472/Ein-Stueck-Norder-Stadtgeschichte-in-H0 Online-Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 2. Dezember 2006], abgerufen am 26. April 2021</ref> | Durch den [[Modelleisenbahnclub Norden]] wurde der Bahnhof 2006 in ihren Vereinsräumen detailgetreu im Maßstab 1:87 nachgebaut. Die Erbauer stützten sich bei der Gestaltung vor allem auf Aussagen von Zeitzeugen, da nur wenige bekannte Bilder von diesem Bahnhof existieren.<ref>[https://www.oz-online.de/-printartikel/155472/Ein-Stueck-Norder-Stadtgeschichte-in-H0 Online-Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 2. Dezember 2006], abgerufen am 26. April 2021</ref> | ||