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Netheim kam ursprünglich aus Ottbergen (heute ein Stadtteil von Höxter, Nordrhein-Westfalen) und war zunächst bei [[Speicher de Hoop|Getreidehändler Samson]] angestellt.<ref name=":2">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48</ref> Zunächst wohnte er an der [[Klosterstraße]], bis er sich 1912 das nach ihm benannte [[Haus Netheim]] erbaute.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Später heiratete er Anna Levy, die Tochter des Lehrers der [[Jüdische Schule|Jüdischen Schule]] und Predigers [[Abraham Levy]] und machte sich schließlich 1926 selbständig. Nachfolgend war er viele Jahre als Großhändler für Getreide, Futter- und Düngemittel tätig. Zudem gehörte er dem Vorstand der Synagogengemeinde an und engagierte sich auch in der jüdischen Wanderfürsorge, die sich um jüdische Durchreisende kümmerte.<ref name=":0" />
Netheim kam ursprünglich aus Ottbergen (heute ein Stadtteil von Höxter, Nordrhein-Westfalen) und war zunächst bei [[Speicher de Hoop|Getreidehändler Samson]] angestellt.<ref name=":2">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48</ref> Zunächst wohnte er an der [[Klosterstraße]], bis er sich 1912 das nach ihm benannte [[Haus Netheim]] erbaute.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Später heiratete er Anna Levy, die Tochter des Lehrers der [[Jüdische Schule|Jüdischen Schule]] und Predigers [[Abraham Levy]] und machte sich schließlich 1926 selbständig. Nachfolgend war er viele Jahre als Großhändler für Getreide, Futter- und Düngemittel tätig. Zudem gehörte er dem Vorstand der Synagogengemeinde an und engagierte sich auch in der jüdischen Wanderfürsorge, die sich um jüdische Durchreisende kümmerte.<ref name=":0" />


Seit 1933 wurde der Getreidehandel in Norden nach und nach ''arisiert'', und bereits vor der Reichspogromnacht musste Netheim im Sommer 1938 Haus und Grundstücke verkaufen und mit seiner Frau in eine Wohnung ziehen. Als die Juden vor dem Einmarsch der Nazi-Truppen in Holland aus Ostfriesland vertrieben wurden, musste das Ehepaar im März 1940 zu Julius’ Schwester Paula nach Ottbergen umziehen und wurde von dort zusammen mit den anderen dort lebenden Angehörigen im Juli 1942 in das KZ Auschwitz (Polen) deportiert.<ref name=":0" /> Von dort wurde er offenbar in das KZ Theresienstadt (Tschechien) überstellt, wo er 1943 den Tod fand.<ref name=":1" />
Seit 1933 wurde der Getreidehandel in Norden nach und nach ''arisiert'', und bereits vor der Reichspogromnacht musste Netheim im Sommer 1938 Haus und Grundstücke verkaufen und mit seiner Frau in eine Wohnung ziehen. Als die ostfriesischen Juden vor dem Einmarsch der Wehrmacht in den Niederlanden aus Ostfriesland vertrieben wurden, musste das Ehepaar im März 1940 zu Julius’ Schwester Paula nach Ottbergen umziehen und wurde von dort zusammen mit den anderen dort lebenden Angehörigen im Juli 1942 nach Auschwitz transportiert.<ref name=":0" /><ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48f.</ref> 1943 wurde er im KZ Theresienstadt ermordet.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48</ref>
 
Von dort wurde er offenbar in das KZ Theresienstadt (Tschechien) überstellt, wo er 1943 den Tod fand.<ref name=":1" />


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==