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Lüppena wurde 1620 [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister von Norden]] und blieb dies bis 1643. Hierbei dürfte ihm sein prachtvoller Besitz sicherlich bei der Erlangung dieses Amtes behilflich gewesen sein, wurden doch in früheren Zeiten nur wohlhabende und verdiente Persönlichkeiten vom Landesherren in diesem Amt eingesetzt. Das neue Gebäude war allerdings wesentlich kleiner als sein Vorgängerbau und umfasste nur die heutige Hausnummer 10. Die Nummern 9 ([[Holzhandlung Frericks]]) und 11 ([[Haus Monsieur]]) wurden erst später auf dem Grund des einst größeren Bauwerks errichtet. An die Herren von Soltborg erinnert heute noch ihr Wappen an der linken Giebelseite. Es zeigt einen goldenen Löwen im blauen Feld, zwischen dessen Vorder- und Hinterpranken ein goldenen, sechsstrahligen Stern erscheint.<ref name=":2" /> Das Pendant auf der rechten Seite zeigt vermutlich das Wappen der [[Rykena]].<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 164</ref> Das weitere Schicksal des Anwesens ist zurzeit ungewiss, wahrscheinlich verblieb es über viele Jahre im Besitz der Nachkommen von Lüppena. Da das benachbarte [[Haus Monsieur]] (Hausnummer 11) vom Amtsnachfolger [[Jacobus Wermelskirchen|Jacobus "Monsieur" Wermelskirchen]] errichtet wurde, der wahrscheinlich mit Lüppena verwandt war, ist auch eine Eigentumsübertragung an ihn denkbar.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 30</ref> Sicher ist hingegen, dass 1836 der obere Giebel durch den Kaufmann [[Reinhard Rahusen]] aufgemauert wird. Die Inschrift ''1836 R. Rahusen'' am Giebel weist darauf hin.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 103</ref> Der ursprüngliche Giebel ging wohl kurz zuvor verloren.<ref name=":0" />
Lüppena wurde 1620 [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister von Norden]] und blieb dies bis 1643. Hierbei dürfte ihm sein prachtvoller Besitz sicherlich bei der Erlangung dieses Amtes behilflich gewesen sein, wurden doch in früheren Zeiten nur wohlhabende und verdiente Persönlichkeiten vom Landesherren in diesem Amt eingesetzt. Das neue Gebäude war allerdings wesentlich kleiner als sein Vorgängerbau und umfasste nur die heutige Hausnummer 10. Die Nummern 9 ([[Holzhandlung Frericks]]) und 11 ([[Haus Monsieur]]) wurden erst später auf dem Grund des einst größeren Bauwerks errichtet. An die Herren von Soltborg erinnert heute noch ihr Wappen an der linken Giebelseite. Es zeigt einen goldenen Löwen im blauen Feld, zwischen dessen Vorder- und Hinterpranken ein goldenen, sechsstrahligen Stern erscheint.<ref name=":2" /> Das Pendant auf der rechten Seite zeigt vermutlich das Wappen der [[Rykena]].<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 164</ref> Das weitere Schicksal des Anwesens ist zurzeit ungewiss, wahrscheinlich verblieb es über viele Jahre im Besitz der Nachkommen von Lüppena. Da das benachbarte [[Haus Monsieur]] (Hausnummer 11) vom Amtsnachfolger [[Jacobus Wermelskirchen|Jacobus "Monsieur" Wermelskirchen]] errichtet wurde, der wahrscheinlich mit Lüppena verwandt war, ist auch eine Eigentumsübertragung an ihn denkbar.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 30</ref> Sicher ist hingegen, dass 1836 der obere Giebel durch den Kaufmann [[Reinhard Rahusen]] aufgemauert wird. Die Inschrift ''1836 R. Rahusen'' am Giebel weist darauf hin.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 103</ref> Der ursprüngliche Giebel ging wohl kurz zuvor verloren.<ref name=":0" />


Nachdem das Gebäude fortan weitere Jahre als Wohnhaus genutzt wurde, baute der Norder Verleger [[Diedrich Gerhard Soltau]] es 1884 oder 1885 zu einer Herberge um, die er am 13. März des letztgenannten Jahres einweihte und den Namen ''Herberge zur Heimat'' gab. Hier konnten vor allem arbeitslose, wandernde Handwerksburschen gegen ein geringes Entgelt Essen und Unterkunft finden.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Soltau.pdf Basse-Soltau, Ursula (2007): Biographie des Diedrich Gerhard Soltau], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 202</ref> Ungefähr seit der Jahrhundertwende befand sich im Gebäude dann auch das sogenannte ''Vereinshaus'', das verschiedene Norder Vereine als Ort für Veranstaltungen nutzten. Seit etwa 1923 und noch bis 1945 war das ehemalige Vereinshaus dann die Parteizentrale der [[NSDAP Ortsgruppe Norden|NSDAP]]. In den letzten Kriegstagen wurde das Gebäude dadurch zu einer Art Zufluchtsort für die aus den anderen, bereits besetzten Städten geflohenen Parteifunktionären. In Anbetracht der Durchhalteparolen der letzten, fanatischen Nationalsozialisten empfanden die Norder ihre immer größer werdende Zahl als Provokation, sodass sie Anfang Mai die Parteizentrale stürmten und die Funktionäre gewaltsam vertrieben.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 64</ref> Nur wenige Monate nach Kriegsende, im Oktober 1945, bezog die [[Polizei Norden]] das Gebäude, die bis dahin in der [[Drei Schwestern|Dritten Schwester]] ansässig war. Offensichtlich wollte die britische Militärregierung mit dieser Maßnahme ein deutlich sichtbares Zeichen für einen Neuanfang der deutschen Polizei in diesem ''belasteten'' Gebäude setzen.
Nachdem das Gebäude fortan weitere Jahre als Wohnhaus genutzt wurde, baute der Norder Verleger [[Diedrich Gerhard Soltau]] es 1884 oder 1885 zu einer Herberge um, die er am 13. März des letztgenannten Jahres einweihte und den Namen ''Herberge zur Heimat'' gab. Hier konnten vor allem arbeitslose, wandernde Handwerksburschen gegen ein geringes Entgelt Essen und Unterkunft finden.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Soltau.pdf Basse-Soltau, Ursula (2007): Biographie des Diedrich Gerhard Soltau], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 202</ref> Ungefähr seit der Jahrhundertwende befand sich im Gebäude dann auch das sogenannte ''Vereinshaus'', das verschiedene Norder Vereine als Ort für Veranstaltungen nutzten.
 
Seit spätestens Anfang 1935 und noch bis 1945 war das ehemalige Vereinshaus dann die Parteizentrale der [[NSDAP Ortsgruppe Norden|NSDAP]].<ref>Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden, S. 82</ref> In den letzten Kriegstagen wurde das Gebäude dadurch zu einer Art Zufluchtsort für die aus den anderen, bereits besetzten Städten geflohenen Parteifunktionären. In Anbetracht der Durchhalteparolen der letzten, fanatischen Nationalsozialisten empfanden die Norder ihre immer größer werdende Zahl als Provokation, sodass sie Anfang Mai die Parteizentrale stürmten und die Funktionäre gewaltsam vertrieben.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 64</ref> Nur wenige Monate nach Kriegsende, im Oktober 1945, bezog die [[Polizei Norden]] das Gebäude, die bis dahin in der [[Drei Schwestern|Dritten Schwester]] ansässig war. Offensichtlich wollte die britische Militärregierung mit dieser Maßnahme ein deutlich sichtbares Zeichen für einen Neuanfang der deutschen Polizei in diesem ''belasteten'' Gebäude setzen.


1970 wurde das Gebäude bis auf den Keller und die Fassade gen [[Marktplatz]] abgebrochen und neu errichtet. Heute stehen die historischen Bestandteile unter Denkmalschutz. Die benachbarte [[Frericks'sche Holzhandlung]] wurde 1978 ebenfalls abgebrochen, auf dem rückwärtigen, zur Holzhandlung gehörenden Gelände entstanden ein Nebengebäude mit zwei Dienstwohnungen für den Hausmeister und den Schirrmeister nebst Garagen. Hier befinden sich heute unter anderem eine Abteilung des Ermittlungsdienstes.
1970 wurde das Gebäude bis auf den Keller und die Fassade gen [[Marktplatz]] abgebrochen und neu errichtet. Heute stehen die historischen Bestandteile unter Denkmalschutz. Die benachbarte [[Frericks'sche Holzhandlung]] wurde 1978 ebenfalls abgebrochen, auf dem rückwärtigen, zur Holzhandlung gehörenden Gelände entstanden ein Nebengebäude mit zwei Dienstwohnungen für den Hausmeister und den Schirrmeister nebst Garagen. Hier befinden sich heute unter anderem eine Abteilung des Ermittlungsdienstes.