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Ursprünglich befand sich das Gebiet auf dem Grund der [[Westermarsch I|Gemeinde Westermarsch I]] und wurde ihr, ebenso wie das Gelände des benachbarten [[Gaswerk|Gaswerks]], von der Stadt abgekauft, da in der [[Kernstadt]] kein Platz dafür war.
Ursprünglich befand sich das Gebiet auf dem Grund der [[Westermarsch I|Gemeinde Westermarsch I]] und wurde ihr, ebenso wie das Gelände des benachbarten [[Gaswerk|Gaswerks]], von der Stadt abgekauft, da in der [[Kernstadt]] kein Platz dafür war.


Während der nationalsozialistischen Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die in Norden lebenden [[Jüdische Gemeinde Norden|Juden]] anhand einer ''Judenkartei'' von der SA zusammengetrieben, gedemütigt und zum Schlachthof getrieben, wo sie in Viehboxen gesperrt und anschließend ''verhört'' wurden. Während dieser Stunden wurden die jüdischen Wohnungen durchsucht, wobei das Bargeld beschlagnahmt und viel anderes gestohlen wurde.<ref name=":32">[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge]  auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021</ref> Am nächsten Tag wurden sie zunächst zu Aufräumarbeiten an der Synagoge eingesetzt, wobei die SA sie zwang, noch erhaltene Kultgegenstände zu verbrennen. Anschließend wurden die Frauen entlassen und die Männer zum Teil in der Schule, zum Teil im [[Gefängnis|Norder Gefängnis]] untergebracht. Am 11. November wurden sie schließlich zusammen mit etwa 200 anderen jüdischen Ostfriesen nach Oldenburg ''überstellt'', wo sie in einer Kaserne zusammengetrieben wurden. Etwa 1.000 jüdische Ostfriesen, Oldenburger und Bremer wurden anschließend mit einem Zug in das Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin deportiert, wo sie bis Dezember 1938 oder Anfang 1939 inhaftiert blieben.<ref name=":42">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 242</ref>
Während der nationalsozialistischen Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die in Norden lebenden [[Jüdische Gemeinde Norden|Juden]] anhand einer ''Judenkartei'' von der SA zusammengetrieben, gedemütigt und zum Schlachthof getrieben, wo sie in Viehboxen gesperrt, mit Stromschlägen gefoltert und anschließend ''verhört'' wurden. Während dieser Stunden wurden die jüdischen Wohnungen durchsucht, wobei das Bargeld beschlagnahmt und viel anderes gestohlen wurde.<ref name=":32">[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge]  auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021</ref> Erst als [[Lenhard Everwien|NSDAP-Kreisleiter Everwien]] von der unwürdigen Aktion erfuhr, wurden zumindest die über 50 Jahre alten Männer und Frauen freigelassen.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 305</ref>
 
Am nächsten Tag wurden die Gepeinigten zunächst zu Aufräumarbeiten an der Synagoge eingesetzt, wobei die SA sie zwang, noch erhaltene Kultgegenstände zu verbrennen. Anschließend wurden die Frauen entlassen und die Männer zum Teil in der Schule, zum Teil im [[Gefängnis|Norder Gefängnis]] untergebracht. Am 11. November wurden sie schließlich zusammen mit etwa 200 anderen jüdischen Ostfriesen nach Oldenburg ''überstellt'', wo sie in einer Kaserne zusammengetrieben wurden. Etwa 1.000 jüdische Ostfriesen, Oldenburger und Bremer wurden anschließend mit einem Zug in das Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin deportiert, wo sie bis Dezember 1938 oder Anfang 1939 inhaftiert blieben.<ref name=":42">Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 242</ref>


Umfangreiche Sanierungsarbeiten wurden 1959 und 1997 vorgenommen. Das gesamte Gebäudeensemble (mit Nebengebäuden) steht heute unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref> Im Zuge der letztgenannten Modernisierung gründeten die Norder Schlachter die Erzeugergemeinschaft ''Norder Fleisch - Die Gläserne Kette'', mit der regionales Fleisch transparent beworben und verkauft wurden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 90</ref><ref>[http://www.die-glaeserne-kette.de/ Internetseite von ''Norder Fleisch - Die Gläserne Kette''], abgerufen am 16. August 2021</ref> Heute wird der Schlachthof nur noch von einem ortsansässigen Schlachter genutzt, der hier montags Schlachtungen durchführt. Das ehemalige Verwaltungsgebäude beherbergt mittlerweile mehrere Wohnungen.
Umfangreiche Sanierungsarbeiten wurden 1959 und 1997 vorgenommen. Das gesamte Gebäudeensemble (mit Nebengebäuden) steht heute unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref> Im Zuge der letztgenannten Modernisierung gründeten die Norder Schlachter die Erzeugergemeinschaft ''Norder Fleisch - Die Gläserne Kette'', mit der regionales Fleisch transparent beworben und verkauft wurden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 90</ref><ref>[http://www.die-glaeserne-kette.de/ Internetseite von ''Norder Fleisch - Die Gläserne Kette''], abgerufen am 16. August 2021</ref> Heute wird der Schlachthof nur noch von einem ortsansässigen Schlachter genutzt, der hier montags Schlachtungen durchführt. Das ehemalige Verwaltungsgebäude beherbergt mittlerweile mehrere Wohnungen.