Gasthaus: Unterschied zwischen den Versionen
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In unmittelbarer Nähe zum Gasthaus befand sich seit 1850 die [[Gasthausschule]]. Ein Nachfolgebau des historischen Gasthauses diente als ''Kreis-Altersheim''. | In unmittelbarer Nähe zum Gasthaus befand sich seit 1850 die [[Gasthausschule]]. Ein Nachfolgebau des historischen Gasthauses diente als ''Kreis-Altersheim''. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
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Schon vor dem Bau des [[Krankenhaus Norden|städtischen Krankenhauses]], spätestens seit 1850, versorgten Ärzte und Schwestern im Gasthaus zudem Patienten. Nach Akten des [[Magistrat|Magistrats]] von 1867 bildeten vier Säle mit insgesamt 33 Betten eine frühe Form eines Krankenhauses.<ref name=":2" /> Für 1899 sind ein Arzt namens ''Dr. Harms'' sowie eine Kapazität von 58 Betten belegt. Es sollen 15 männliche und 18 weibliche Kranke zwischen 32 bis 99 Tagen gepflegt worden sein. Ein Mann und neun Frauen sollen während ihres Aufenthaltes verstorben sein.<ref name=":03">Guttstadt, Albert (1900): Krankenhaus-Lexikon für das Deutsche Reich, Berlin, S. 380</ref> Die medizinische Versorgung wird als sehr spartanisch und unzureichend für bettlägerige Patienten beschrieben.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 160</ref> | Schon vor dem Bau des [[Krankenhaus Norden|städtischen Krankenhauses]], spätestens seit 1850, versorgten Ärzte und Schwestern im Gasthaus zudem Patienten. Nach Akten des [[Magistrat|Magistrats]] von 1867 bildeten vier Säle mit insgesamt 33 Betten eine frühe Form eines Krankenhauses.<ref name=":2" /> Für 1899 sind ein Arzt namens ''Dr. Harms'' sowie eine Kapazität von 58 Betten belegt. Es sollen 15 männliche und 18 weibliche Kranke zwischen 32 bis 99 Tagen gepflegt worden sein. Ein Mann und neun Frauen sollen während ihres Aufenthaltes verstorben sein.<ref name=":03">Guttstadt, Albert (1900): Krankenhaus-Lexikon für das Deutsche Reich, Berlin, S. 380</ref> Die medizinische Versorgung wird als sehr spartanisch und unzureichend für bettlägerige Patienten beschrieben.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 160</ref> | ||
Mit der Zusammenlegung der einzelnen, nach Konfessionen getrennten Armenverbände zu einem [[Gesamt-Armenverband Norden|Gesamt-Armenverband]] ab dem 1. Juli 1871 wohnten nicht mehr nur Christen im Gasthaus. 1872 wurden die ersten ''jüdischen Armen'' hier untergebracht.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 168</ref> | |||
In der allgemeinen Not nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam dem Gasthaus die sogenannte ''Quäkerspeisung'' zu Gute, bei der den Kindern eine tägliche Milchsuppe und ein Brötchen gegeben wurde. Zwei Mal in der Woche soll es zudem einen Kakao gegeben haben.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 140</ref> Die Geldmittel hierfür flossen zu einem Großteil aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Spätestens seit 1920 ging die Trägerschaft des Gasthauses dann vom Armenverband auf den [[Landkreis Norden]] über.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 129</ref> | In der allgemeinen Not nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam dem Gasthaus die sogenannte ''Quäkerspeisung'' zu Gute, bei der den Kindern eine tägliche Milchsuppe und ein Brötchen gegeben wurde. Zwei Mal in der Woche soll es zudem einen Kakao gegeben haben.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 140</ref> Die Geldmittel hierfür flossen zu einem Großteil aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Spätestens seit 1920 ging die Trägerschaft des Gasthauses dann vom Armenverband auf den [[Landkreis Norden]] über.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 129</ref> | ||
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== Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
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