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Der jüdische Friedhof gilt als der älteste Ostfrieslands. Wann genau er angelegt wurde, ist nicht bekannt, eine Anlage erfolgte jedoch in jedem Fall zwischen 1529 und 1559. Eine [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdische Gemeinde]] in der Stadt ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, spätestens seit 1581.<ref name=":1">[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge]  auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021</ref> Da das [[Kloster Marienthal]] auf dessen Ländereien erst 1529 säkularisiert (aufgelöst, verweltlicht) wurde, ist eine frühere Anlage äußerst zweifelhaft, denn jüdische Gräber auf ''christlichem Boden'' wären sicherlich nicht toleriert worden.
Der jüdische Friedhof gilt als der älteste Ostfrieslands. Wann genau er angelegt wurde, ist nicht bekannt, eine Anlage erfolgte jedoch in jedem Fall zwischen 1529 und 1559. Eine [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdische Gemeinde]] in der Stadt ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, spätestens seit 1581.<ref name=":1">[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge]  auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021</ref> Da das [[Kloster Marienthal]] auf dessen Ländereien erst 1529 säkularisiert (aufgelöst, verweltlicht) wurde, ist eine frühere Anlage äußerst zweifelhaft, denn jüdische Gräber auf ''christlichem Boden'' wären sicherlich nicht toleriert worden.


Ein erster Hinweis auf den Friedhof datiert auf den 22. August 1669. An diesem Tage beschwerte sich der in Norden ansässige ''Hofjude'' [[Meyer Calmans]] bei der Fürstin Christine Charlotte von Württemberg-Teck darüber, dass Hirten auf den jüdischen Friedhof eindrängen würden, der nun bereits vor über 100 Jahren vom Vorsteher des Norder Armenhauses gepachtet worden sei. Die Fürstin gestattete der Gemeinde daraufhin, das Areal einzuzäunen. Bei der Erneuerung des Pachtvertrages im September 1669 wurden diese Angaben bestätigt und darauf hingewiesen, dass die Juden nach Anweisung die Heuer (Pachtgebühr) alle Jahr richtig und pünktlich bezahlt hätten.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich</ref>
Ein erster Hinweis auf den Friedhof datiert auf den 22. August 1669. An diesem Tage beschwerte sich der in Norden ansässige ''Hofjude'' [[Meyer Calmans]] bei der Fürstin Christine Charlotte von Württemberg-Teck darüber, dass Hirten auf den jüdischen Friedhof eindrängen würden, der nun bereits vor über 100 Jahren vom Vorsteher des Norder Armenhauses gepachtet worden sei. Die Fürstin gestattete der Gemeinde daraufhin, das Areal einzuzäunen. Bei der Erneuerung des Pachtvertrages am 20. September 1669 wurden diese Angaben bestätigt und darauf hingewiesen, dass die Juden nach Anweisung die Heuer (Pachtgebühr) alle Jahr richtig und pünktlich bezahlt hätten.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich</ref>


Bis ins 18. Jahrhundert diente der Friedhof teilweise auch verstorbenen Juden aus Aurich, Emden, Esens und Wittmund als letzte Ruhestätte. Er wurde daher in den Jahren 1738, 1770 und 1894 deutlich erweitert. Die Erweiterung von 1738 bezog sich auf ein schmales Stück entlang des Walls, 1770 erfolgte der Ankauf eines anschließenden Geländes und 1894 wurde er in Richtung des [[Neuer Friedhof|christlichen Friedhofs]] erweitert.<ref name=":0">[http://www.juden-in-baden.de/norden_friedhof.htm Der Jüdische Friedhof in Norden], abgerufen am 1. März 2021</ref>
Bis ins 18. Jahrhundert diente der Friedhof teilweise auch verstorbenen Juden aus Aurich, Emden, Esens und Wittmund als letzte Ruhestätte. Er wurde daher in den Jahren 1738, 1770 und 1894 deutlich erweitert. Die Erweiterung von 1738 bezog sich auf ein schmales Stück entlang des Walls, 1770 erfolgte der Ankauf eines anschließenden Geländes und 1894 wurde er in Richtung des [[Neuer Friedhof|christlichen Friedhofs]] erweitert.<ref name=":0">[http://www.juden-in-baden.de/norden_friedhof.htm Der Jüdische Friedhof in Norden], abgerufen am 1. März 2021</ref>