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Schon vor den einsetzenden Wirren durch die Reformation ab 1517 stand es denkbar schlecht um den Zustand der Andreaskirche. Stürme und Überflutungen, wie die [[Erste Dionysiusflut]], hatten dem Bauwerk im 13. und 14. Jahrhundert stark zugesetzt. Heftige Seewinde brachten den mächtigen Westturm im Jahre 1411 zum Einsturz.<ref>Möhlmann, Günther (1959): Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden, Aurich, S. 39</ref> Der endgültige Todesstoß wurde der Kirche jedoch erst 120 Jahre später versetzt. Im Jahr 1531 verwüstete ein Heerhaufen des Häuptlings [[Balthasar von Esens]] die unbefestigte Stadt, die nur über einige umliegende [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|Wehrhäuser]], aber keine Stadtmauer verfügte. Den Brandschatzungen fielen sowohl die Andreaskirche als auch weitere bedeutende Bauten, wie der Vorgängerbau des [[Altes Rathaus|Alten Rathauses]] zum Opfer.
Schon vor den einsetzenden Wirren durch die Reformation ab 1517 stand es denkbar schlecht um den Zustand der Andreaskirche. Stürme und Überflutungen, wie die [[Erste Dionysiusflut]], hatten dem Bauwerk im 13. und 14. Jahrhundert stark zugesetzt. Heftige Seewinde brachten den mächtigen Westturm im Jahre 1411 zum Einsturz.<ref>Möhlmann, Günther (1959): Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden, Aurich, S. 39</ref> Der endgültige Todesstoß wurde der Kirche jedoch erst 120 Jahre später versetzt. Im Jahr 1531 verwüstete ein Heerhaufen des Häuptlings [[Balthasar von Esens]] die unbefestigte Stadt, die nur über einige umliegende [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|Wehrhäuser]], aber keine Stadtmauer verfügte. Den Brandschatzungen fielen sowohl die Andreaskirche als auch weitere bedeutende Bauten, wie der Vorgängerbau des [[Altes Rathaus|Alten Rathauses]] zum Opfer.
 
[[Datei:Kreuzbasilika Wissel.jpg|links|mini|Ungeachtet des fehlenden Westturms weist die St. Clemens Kirche zu Wissel deutliche Ähnlichkeiten mit der Andreaskirche auf.]]
Balthasars Zerstörungswut ging soweit, dass er, als er eigentlich die Stadt schon wieder verlassen hatte und sah, dass der große Westturm entgegen seiner Absicht noch nicht in Brand geraten war, in Rage geriet. So befahl er einigen seiner Männern, zurückzukehren und den Dachstuhl des Turmes in Brand zu setzen. Diese wurden bei ihrer Rückkehr von einigen Norder Frauen wüst beschimpft. Die Soldaten fanden schließlich in den Flammen ihren Tod, als sie die Stufen, über die sie den Turm zu dessen Brandschatzung bestiegen hatten, aufgrund des dichten Rauches nicht mehr wiederfinden konnten.<ref name=":3" />
Balthasars Zerstörungswut ging soweit, dass er, als er eigentlich die Stadt schon wieder verlassen hatte und sah, dass der große Westturm entgegen seiner Absicht noch nicht in Brand geraten war, in Rage geriet. So befahl er einigen seiner Männern, zurückzukehren und den Dachstuhl des Turmes in Brand zu setzen. Diese wurden bei ihrer Rückkehr von einigen Norder Frauen wüst beschimpft. Die Soldaten fanden schließlich in den Flammen ihren Tod, als sie die Stufen, über die sie den Turm zu dessen Brandschatzung bestiegen hatten, aufgrund des dichten Rauches nicht mehr wiederfinden konnten.<ref name=":3" />