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Nach dem Krieg wurden bis in die 1960er Jahre Schuppen für Kohle und Automobile gebaut. Der eigentliche Mühlenbetrieb wurde seit den 1950er Jahren von dem angestellten Müllermeister [[Wilhelm Schüler]] weitergeführt. Seit 1956 bot man schließlich auch einen Parkservice für Inseltouristen an. Hierbei wurden die Fahrzeuge in [[Norddeich]] angenommen und auf dem Betriebsgelände untergestellt. Im September 1956 kam [[Hinrich Rühaak]] als ausgebildeter Kaufmann in den Betrieb und übernahm 1961 dessen Geschäftsführung. 1967 wurde ein Antrag für eine freie Tankstelle an der Norddeicher Straße bei der Stadt gestellt, jedoch abgelehnt. Ebenfalls 1967 wurde die Windrose, die die Mühlenkappe in den Wind dreht, durch eine fehlende Sicherung vom Winde abgerissen.<ref name=":1" />
Nach dem Krieg wurden bis in die 1960er Jahre Schuppen für Kohle und Automobile gebaut. Der eigentliche Mühlenbetrieb wurde seit den 1950er Jahren von dem angestellten Müllermeister [[Wilhelm Schüler]] weitergeführt. Seit 1956 bot man schließlich auch einen Parkservice für Inseltouristen an. Hierbei wurden die Fahrzeuge in [[Norddeich]] angenommen und auf dem Betriebsgelände untergestellt. Im September 1956 kam [[Hinrich Rühaak]] als ausgebildeter Kaufmann in den Betrieb und übernahm 1961 dessen Geschäftsführung. 1967 wurde ein Antrag für eine freie Tankstelle an der Norddeicher Straße bei der Stadt gestellt, jedoch abgelehnt. Ebenfalls 1967 wurde die Windrose, die die Mühlenkappe in den Wind dreht, durch eine fehlende Sicherung vom Winde abgerissen.<ref name=":1" />


Der Mahlbetrieb wurde anschließend noch bis 1969 durch einen Dieselmotor weitergefürt, doch dann eingestellt. Ein Jahr später wurde die Mühle an die Eheleute Surburg verkauft, die sie zu einer Diskothek (''Alte Mühle'') umbauten. Später wurde im Erdgeschoss auch ein Restaurant eingerichtet.<ref name=":1" /><ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 29</ref> Da der Kohlen- und Heizölverkauf stagnierte, wurde 1975 ein Gartencenter in den Betrieb der Familie Rühaak integriert. Im September 1982 wurde die baufällige Mühlenkappe mit den Flügeln abgebaut. Die Flügelwelle mit Oberkammrad steht heute noch auf dem Betriebsgelände der Firma Haas in der [[Gewerbestraße]].<ref name=":1" />
Der Mahlbetrieb wurde anschließend noch bis 1969 durch einen Dieselmotor weitergefürt, doch dann eingestellt. Ein Jahr später wurde die Mühle an die Eheleute Surburg verkauft, die sie zu einer Diskothek (''Alte Mühle'') umbauten. Später wurde im Erdgeschoss auch ein Restaurant eingerichtet.<ref name=":1" /><ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 29</ref> Da der Kohlen- und Heizölverkauf stagnierte, wurde 1975 ein Gartencenter in den Betrieb der Familie Rühaak integriert. Die Mühle wiss zwischenzeitlich deutliche Alterungserscheinungen auf, die wegen der hohen Kosten jedoch nicht durchgeführt wurden. Sowohl die [[Stadt Norden]] als auch der Landkreis Aurich verweigerten eine finanzielle Unterstützung. Auch die Denkmalschutzbehörde weigerte sich, das historische Bauwerk als Denkmal anzuerkennen, da es nicht mehr entsprechend seiner Bestimmung als Mühle genutzt werden würde.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 17. September 1982</ref> Am 16. September 1982 wurde die baufällige Mühlenkappe schließlich abgebaut. Die Flügelwelle mit Oberkammrad steht heute noch auf dem Betriebsgelände der Firma Haas in der [[Gewerbestraße]].<ref name=":1" />


Im Dezember 1987 stellte die Familie Rühaak den Geschäftsbetrieb aus gesundheitlichen Gründen ein. Zudem war der Pachtvertrag mit den Scheepker'schen Erben zwischenzeitlich abgelaufen. Nachfolgend versuchte ein Herr Gassan, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ende 1993 wurde die Mühle mit dem gesamten Grundstück an die Firma ''Eilers Stahlbau'' in Emden verkauft. Im September 1994 wurde das gesamte Gebäude um die Mühle herum abgerissen und der ''[[Mühlenpark]]'' errichtet.<ref name=":1" />
Im Dezember 1987 stellte die Familie Rühaak den Geschäftsbetrieb aus gesundheitlichen Gründen ein. Zudem war der Pachtvertrag mit den Scheepker'schen Erben zwischenzeitlich abgelaufen. Nachfolgend versuchte ein Herr Gassan, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Zum 1. Dezember 1993 wurde die Mühle mit dem gesamten Grundstück an die Firma ''Stahl- und Metallbau Eilers'' in Emden verkauft. Bereits im Folgejahr wurden die alten Gebäude, so etwa das ehemalige Müllerhaus, abgerissen und der ''[[Mühlenpark]]'' errichtet.<ref name=":1" />


Um 1999 wurde das gesamte Gelände an eine Berliner Investorenfirma verkauft.<ref name=":1" /> Wohl auch wegen dieser späteren Nutzung erfuhr die Silbermühle nie eine aufwendige Sanierung, wie die anderen Norder Mühlen und steht seit vielen Jahren leer. Gebäudeteile im Erdgeschoss werden jedoch zu Lagerzwecken vom ''Dänischen Bettenlager'' (seit September 2021: ''JYSK'') genutzt.
Um 1999 wurde das gesamte Gelände an eine Berliner Investorenfirma verkauft.<ref name=":1" /> Wohl auch wegen dieser späteren Nutzung erfuhr die Silbermühle nie eine aufwendige Sanierung, wie die anderen Norder Mühlen und steht seit vielen Jahren leer. Gebäudeteile im Erdgeschoss werden jedoch zu Lagerzwecken vom ''Dänischen Bettenlager'' (seit September 2021: ''JYSK'') genutzt.
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Am 25. Juli 2018 kam es zu einem Brand in der Mühle, der glücklicherweise frühzeitig durch einen beim Bettenlager arbeitenden Feuerwehrangehörigen entdeckt und gemeldet wurde. Durch rasches, beherztes Eingreifen der [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] konnte das Feuer gelöscht werden, ehe es größeren Schaden anrichten konnte.<ref>[https://www.feuerwehr-norden.de/2018/07/25/feuer-in-ehemaliger-musikkneipe/ Einsatzbericht der Feuerwehr Norden vom 25. Juli 2018], abgerufen am 25. August 2021</ref>
Am 25. Juli 2018 kam es zu einem Brand in der Mühle, der glücklicherweise frühzeitig durch einen beim Bettenlager arbeitenden Feuerwehrangehörigen entdeckt und gemeldet wurde. Durch rasches, beherztes Eingreifen der [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] konnte das Feuer gelöscht werden, ehe es größeren Schaden anrichten konnte.<ref>[https://www.feuerwehr-norden.de/2018/07/25/feuer-in-ehemaliger-musikkneipe/ Einsatzbericht der Feuerwehr Norden vom 25. Juli 2018], abgerufen am 25. August 2021</ref>


Anfang April 2022 wurde bekannt, dass die Mühle - noch immer im Eigentum des Berliner Unternehmens - der Schaffung weiterer Parkflächen weichen soll. Die bisherigen Eigentümer hatten seit der Schließung leider keine erkennbaren Anstrengungen unternommen, das schützenswerte Bauwerke zu erhalten, sodass die Bausubstanz zwischenzeitlich durch Verwitterung, Vandalismus und den Brand erheblich gelitten hatte. Ebenso wurde es seitens der zuständigen Behörden versäumt, die Mühle rechtzeitig unter Denkmalschutz zu stellen. So verschwand nach 128 Jahren ein weiteres, ortsbildprägendes Bauwerk unwiderruflich aus dem Stadtbild. Die Silbermühle wurde dadurch zu einem weiteren tragischen Beispiel dafür, wie wenig den Verantwortlichen am Erhalt ortsbildprägender Bauwerke und Strukturen gelegen ist.
Anfang April 2022 wurde bekannt, dass die Mühle - noch immer im Eigentum des Berliner Unternehmens - der Schaffung weiterer Parkflächen weichen soll. Die bisherigen Eigentümer hatten seit der Schließung leider keine erkennbaren Anstrengungen unternommen, das schützenswerte Bauwerke zu erhalten, sodass die Bausubstanz zwischenzeitlich durch Verwitterung, Vandalismus und den Brand erheblich gelitten hatte. Ebenso wurde es seitens der zuständigen Behörden versäumt, die Mühle rechtzeitig unter Denkmalschutz zu stellen. So verschwand nach 128 Jahren ein weiteres, ortsbildprägendes Bauwerk unwiderruflich aus dem Stadtbild. Die Silbermühle wurde dadurch zu einem weiteren tragischen Beispiel dafür, wie wenig auswärtigen Investoren am Erhalt ortsbildprägender Bauwerke und Strukturen gelegen ist.


==Trivia==
==Trivia==
Zeitzeugen berichten, dass minderjährige Besucher bei behördlichen bzw. polizeilichen Jugendschutzkontrollen in den obersten Mühlenbereich flüchteten, um sich einer Kontrolle zu entziehen. Dies war in der Regel auch erfolgreich.
Zeitzeugen berichten, dass minderjährige Besucher bei behördlichen bzw. polizeilichen Jugendschutzkontrollen in den obersten Mühlenbereich flüchteten, um sich einer Kontrolle zu entziehen. Dies war in der Regel auch erfolgreich, da die Kontrolleure offenbar nicht den beschwerlichen Weg auf sich nehmen wollten.
 
Maßgeblich am Niedergang der Diskothek ''Alte Mühle'' waren auch die Anleger beteiligt, die sich fortwährend gegen die damit einhergehenden Emissionen beschwerten und sogar Klagen führten. Als dann eine 5,50 Meter hohe Schallschutzwand gebaut werden sollte, wurde auch dieses Bauvorhaben beklagt.


==Galerie==
==Galerie==