Frisiamühle: Unterschied zwischen den Versionen
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Als neuer Besitzer der Mühle trat nun [[Ludwig Johann Ahten]] in Erscheinung.<ref name=":0" /> Spätestens ab 1906 erweiterte er die Mühle um einen Blitzableiter und versicherte sie bei der ''Mühlenbrand-Societät für Ostfriesland und Harlingerland'' (Brandversicherung für Mühlen) mit einer Versicherungssumme von 27.700 Goldmark, das dazugehörige Wohnhaus mit weiteren 3.333 Goldmark.<ref>[http://muehlenemden.de/muehlenbrandsozietaet/muehlenbrandsocietaet_1906.pdf Auszug aus dem Register von 1906] der Mühlenbrand-Societät für Ostfriesland und Harlingerland</ref> | Als neuer Besitzer der Mühle trat nun [[Ludwig Johann Ahten]] in Erscheinung.<ref name=":0" /> Spätestens ab 1906 erweiterte er die Mühle um einen Blitzableiter und versicherte sie bei der ''Mühlenbrand-Societät für Ostfriesland und Harlingerland'' (Brandversicherung für Mühlen) mit einer Versicherungssumme von 27.700 Goldmark, das dazugehörige Wohnhaus mit weiteren 3.333 Goldmark.<ref>[http://muehlenemden.de/muehlenbrandsozietaet/muehlenbrandsocietaet_1906.pdf Auszug aus dem Register von 1906] der Mühlenbrand-Societät für Ostfriesland und Harlingerland</ref> | ||
1929 wurde die Mühle bis auf den steinernen Unterbau abgebrochen, nachdem der Ahten aufgrund der Weltwirtschaftskrise in eine finanzielle Notlage geriet.<ref name=":0" /><ref name=":1">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 253</ref> 1934 erwarb [[Albert Johann Weerda]] den Mühlenstumpf und baute diesen 1935 zu Kornlagerzwecken um. Fortan war die (einstige) Mühle auch als ''Kornhaus Weerda'' bekannt. Mitte der fünfziger Jahre baute Weerda an der Ostseite des Steinstumpfes ein großes Packhaus, das jedoch schon 1986 wieder abgerissen wurde.<ref>Schweling, Thorsten (1993): Die Geschichte der Norder Gnurremühle, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 30. Oktober 1993, Nr. 10, S. 37ff.</ref> Der Betrieb im Kornhaus wurde bereits 1971 eingestellt.<ref name=":0" /> | |||
Ab 1984 setzte sich der [[Förderverein Norder Windmühlen]] für den Wiederaufbau der Mühle ein. Dem Verein gelang es, den vollständigen Oberbau wieder herzurichten. Die Mühle ist bis heute theoretisch funktionsfähig, verfügt jedoch über kein Mahlwerk. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und fortwährendem Mitgliederschwund musste sich der Verein im Jahr 2019 auflösen.<ref>[https://www.oz-online.de/-news/artikel/552438/Norder-Frisia-Muehle-Foerderverein-loest-sich-auf Online-Artikel der Ostfriesischen Zeitung] vom 25. Februar 2019</ref> | Ab 1984 setzte sich der [[Förderverein Norder Windmühlen]] für den Wiederaufbau der Mühle ein, der auch 1986/1987 gelang.<ref name=":1" /><ref name=":2" /> Dem Verein gelang es, den vollständigen Oberbau wieder herzurichten. Die Mühle ist bis heute theoretisch funktionsfähig, verfügt jedoch über kein Mahlwerk. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und fortwährendem Mitgliederschwund musste sich der Verein im Jahr 2019 auflösen.<ref name=":2">[https://www.oz-online.de/-news/artikel/552438/Norder-Frisia-Muehle-Foerderverein-loest-sich-auf Online-Artikel der Ostfriesischen Zeitung] vom 25. Februar 2019</ref> | ||
Seit 2011 befindet sich ein kleiner Kunst- und Handwerksladen im vorderen, unteren Teil der Mühle (''Wallys Schatzkästchen''), der restliche Teil wird weitestgehend von einer Dauerausstellung über das tradtionelle Backhandwerk eingenommen. Im Obergeschoss befindet sich sogar eine historische Backstube. Noch bis in die 2000er Jahre war hier ein Muschel- und Schneckenmuseum ansässig, das gut 850 Exemplare aus allen Weltmeeren präsentierte.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97</ref> | Seit 2011 befindet sich ein kleiner Kunst- und Handwerksladen im vorderen, unteren Teil der Mühle (''Wallys Schatzkästchen''), der restliche Teil wird weitestgehend von einer Dauerausstellung über das tradtionelle Backhandwerk eingenommen. Im Obergeschoss befindet sich sogar eine historische Backstube. Noch bis in die 2000er Jahre war hier ein Muschel- und Schneckenmuseum ansässig, das gut 850 Exemplare aus allen Weltmeeren präsentierte.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97</ref> | ||
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Ab etwa 1794 bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] verlief der [[Berumerfehnkanal]] noch unmittelbar um die Mühle.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> | Ab etwa 1794 bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] verlief der [[Berumerfehnkanal]] noch unmittelbar um die Mühle.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> | ||
[[Gretje Schreiber]] geht davon aus, dass die Mühle zwischen 1771 und 1882 von [[Johann Schmertmann]] und seinen Nachkommen | [[Gretje Schreiber]] geht davon aus, dass die Mühle zwischen 1771 und 1882 von [[Johann Schmertmann]] und seinen Nachkommen bewirtschaftet wurde.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 202</ref> Demnach muss es mehrere Personen mit diesem Namen gegeben haben, denn Schmertmann wird schon 1733 als Eigentümer der Mühle genannt. | ||
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