Norder Hafen: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach der [[Petriflut]] im Jahre 1651 musste die Kajung erneuert werden, da zum einen die Flut selbst große Schäden angerichtet hatte und sich zwischenzeitlich Holzwürmer am Holzwerk zu schaffen gemacht hatten.<ref name=":7" /><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 85</ref> Die Norder Seeflotte muss seinerzeit eine beachtliche Größe gehabt haben. Der wichtigste Handelspartner waren weiterhin die Niederlande. Dies blieb auch in der Folgezeit so. Auch der Umstand, dass Ostfriesland nach dem Tod von [[Carl Edzard Cirksena|Graf Carl Edzard]] 1744 an Preußen fiel, schien dem Seehandel keine Nachteile verschafft zu haben. Enge Beziehungen wurden seinerzeit auch mit der Hansestadt Bremen unterhalten, allein 1772 bis 1790 sollen pro Jahr rund 50 Norder Handelsschiffe nach Bremen ausgelaufen sein.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 141</ref> | Nach der [[Petriflut]] im Jahre 1651 musste die Kajung erneuert werden, da zum einen die Flut selbst große Schäden angerichtet hatte und sich zwischenzeitlich Holzwürmer am Holzwerk zu schaffen gemacht hatten.<ref name=":7" /><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 85</ref> Die Norder Seeflotte muss seinerzeit eine beachtliche Größe gehabt haben. Der wichtigste Handelspartner waren weiterhin die Niederlande. Dies blieb auch in der Folgezeit so. Auch der Umstand, dass Ostfriesland nach dem Tod von [[Carl Edzard Cirksena|Graf Carl Edzard]] 1744 an Preußen fiel, schien dem Seehandel keine Nachteile verschafft zu haben. Enge Beziehungen wurden seinerzeit auch mit der Hansestadt Bremen unterhalten, allein 1772 bis 1790 sollen pro Jahr rund 50 Norder Handelsschiffe nach Bremen ausgelaufen sein.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 141</ref> | ||
Einen erneuten Zuwachs erlangte die Norder Handelsflotte während des bald folgenden US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1776-1783). Zahlreiche niederländische Kaufleute beantragten für Norden das [[Bürgerrecht]], um ihre Waren so unter neutraler Flagge in alle Welt zu verschiffen. Allein vom 30. März bis 10. Juli 1795 erlangten 111 niederländische Schiffer das Norder Bürgerrecht.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 78</ref> In dieser Zeit, nämlich 1787 wurden die sogenannten ''Beurtfahrten'' (sprich: ''Börtfahrten'') in die Niederlanden dann auch vertraglich festgehalten. Diese Fahrten kann man sich als regelmäßiger Pendelverkehr zwischen den Niederlanden und Norden vorstellen, bei denen in der Regel die immer wiederkehrenden Artikel des täglichen Bedarfs transportiert wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 142</ref> | Einen erneuten Zuwachs erlangte die Norder Handelsflotte während des bald folgenden US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1776-1783). Zahlreiche niederländische Kaufleute beantragten für Norden das [[Bürgerrecht]], um ihre Waren so unter neutraler Flagge in alle Welt zu verschiffen. Allein vom 30. März bis 10. Juli 1795 erlangten 111 niederländische Schiffer das Norder Bürgerrecht.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 78</ref><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 138</ref> In dieser Zeit, nämlich 1787 wurden die sogenannten ''Beurtfahrten'' (sprich: ''Börtfahrten'') in die Niederlanden dann auch vertraglich festgehalten. Diese Fahrten kann man sich als regelmäßiger Pendelverkehr zwischen den Niederlanden und Norden vorstellen, bei denen in der Regel die immer wiederkehrenden Artikel des täglichen Bedarfs transportiert wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 142</ref> | ||
1806 kaperten die Engländer und die Franzosen einen Großteil der Norder Handelsflotte, was der Wirtschaft einen schweren Schlag verpasste.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 81</ref> Wenig später fiel Ostfriesland nach dem Sieg Napoleons über die Preußen unter [[Französische Besatzungszeit|französische Herrschaft]]. Auch die von Napoleon über England verhängte Kontinentalsperre ab 1810 versetzte dem Norder Seehandel einen schweren Schlag.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 18</ref> Zur Kontrolle und der Verhinderung von Schmuggel wurden mehrere Wachthäuser errichtet. Es entstanden beispielsweise ein [[Zollhaus (Westermarsch I)|Zollhaus in Westermarsch]] und ein [[Zollhaus (Westermarsch II)|Zollhaus in Utlandshörn]]. Während das erste vor allem den Seeweg entlang des [[Norder Tief|Norder Tiefs]] überwachen sollte, hatte das andere in erster Linie den [[Westermarscher Seedeich]] zu überwachen. Doch da die Ostfriesen das Watt und ihr Land besser als die Franzosen kannte, war es für sie trotzdem möglich, erfolgreich Schmuggel zu betreiben. | 1806 kaperten die Engländer und die Franzosen einen Großteil der Norder Handelsflotte, was der Wirtschaft einen schweren Schlag verpasste.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 81</ref> Wenig später fiel Ostfriesland nach dem Sieg Napoleons über die Preußen unter [[Französische Besatzungszeit|französische Herrschaft]]. Auch die von Napoleon über England verhängte Kontinentalsperre ab 1810 versetzte dem Norder Seehandel einen schweren Schlag.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 18</ref> Zur Kontrolle und der Verhinderung von Schmuggel wurden mehrere Wachthäuser errichtet. Es entstanden beispielsweise ein [[Zollhaus (Westermarsch I)|Zollhaus in Westermarsch]] und ein [[Zollhaus (Westermarsch II)|Zollhaus in Utlandshörn]]. Während das erste vor allem den Seeweg entlang des [[Norder Tief|Norder Tiefs]] überwachen sollte, hatte das andere in erster Linie den [[Westermarscher Seedeich]] zu überwachen. Doch da die Ostfriesen das Watt und ihr Land besser als die Franzosen kannte, war es für sie trotzdem möglich, erfolgreich Schmuggel zu betreiben. | ||