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Nachdem das [[Erstes Siel|''Erste Siel'']] durch die [[Westermarscher Neuland|Neulandgewinnung]] und den Bau des [[Neuer Süderdeich|Neuen Süderdeiches]] bis 1583 seine Bedeutung verlor, übernahm das schon ab etwa 1570 errichtete und 1573 fertiggestellte ''Zweite Siel'' die Aufgabe der Stadtentwässerung.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript</ref> Von seinem Standort aus (zunächst noch etwas weiter südlich)<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 84</ref> entwässerte es unmittelbar in das [[Norder Tief]]. Wegen der großen Bedeutung des Siels kümmerten sich drei [[Sielrichter]] gleichzeitig um seine Instandhaltung: Einer aus der [[Stadt Norden]] und zwei aus dem [[Amt Norden]].<ref>Cremer, Ufke (1929): Beschreibung der Stadt und des Amtes Norden. Nachdruck des Originals von Hermann Wichmann Grems, Norden, S. 41</ref>
Nachdem das [[Erstes Siel|''Erste Siel'']] durch die [[Westermarscher Neuland|Neulandgewinnung]] und den Bau des [[Neuer Süderdeich|Neuen Süderdeiches]] bis 1583 seine Bedeutung verlor, übernahm das schon ab etwa 1570 errichtete und 1573 fertiggestellte ''Zweite Siel'' die Aufgabe der Stadtentwässerung.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript</ref> Von seinem Standort aus (zunächst noch etwas weiter südlich)<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 84</ref> entwässerte es unmittelbar in das [[Norder Tief]]. Wegen der großen Bedeutung des Siels kümmerten sich drei [[Sielrichter]] gleichzeitig um seine Instandhaltung: Einer aus der [[Stadt Norden]] und zwei aus dem [[Amt Norden]].<ref>Cremer, Ufke (1929): Beschreibung der Stadt und des Amtes Norden. Nachdruck des Originals von Hermann Wichmann Grems, Norden, S. 41</ref>


Nach der [[Petriflut]] 1651 war es so beschädigt worden, dass man - offenbar jedoch nur notdürftig - reparierte. 1690 stellte man fest, dass eine Neuanschaffung notwendig wird, da das abgängige Siel keinem Sturm mehr standhalten würde. Wegen Geldmangels erwarb man jedoch nur ein gebrauchtes in der Stadt Leer und platzierte es weiter nördlich des Vorgängersiels. Doch auch dieses Siel hielt nicht lange und es versank im weichen Untergrund. Abermals (1706) musste ein neues Siel erbaut werden, diesmal an seiner heutigen Stelle.<ref name=":1">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 85</ref><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 91</ref> Der Bau kostete die Stadt insgesamt 4.537 Gulden und 9 Stüber.<ref name=":0" /> In der Folge mussten die Hafengebühren erhöht werden, um die Ausgaben refinanzieren zu können.<ref name=":1" /> 1747 wurden die Arbeiten an dem nun abermals neugebauten Siel vollendet.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 125</ref>
Nach der [[Petriflut]] 1651 war es so beschädigt worden, dass man - offenbar jedoch nur notdürftig - reparierte. 1690 stellte man fest, dass eine Neuanschaffung notwendig wird, da das abgängige Siel keinem Sturm mehr standhalten würde. Wegen Geldmangels erwarb man jedoch nur ein gebrauchtes in der Stadt Leer und platzierte es weiter nördlich des Vorgängersiels. Doch auch dieses Siel hielt nicht lange und es versank im weichen Untergrund. Abermals (1706) musste ein neues Siel erbaut werden, diesmal an seiner heutigen Stelle.<ref name=":1">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 85</ref><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 91</ref> Der Bau kostete die Stadt insgesamt 4.537 Gulden und 9 Stüber.<ref name=":0" /> In der Folge mussten die Hafengebühren erhöht werden, um die Ausgaben refinanzieren zu können.<ref name=":1" /> 1747 wurden die Arbeiten an dem nun abermals neugebauten Siel vollendet.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 125</ref> Bei der Verfestigung des Siels mit dem Deich kam auch eine größere Menge Unrat zusammen, der sich im Laufe der Zeit am Ende der [[Sielstraße]] angehäuft hatte.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 143f.</ref>


In dem seinerzeit eigens errichteten [[Sieltorhaus]] befand sich damals nicht nur die Hafenmeisterei, hier wurden auch die (hölzernen) Ersatzsieltore gelagert.<ref>Stöver Christof (2000): Menschen und Geschichten um den Norder Hafen, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier, 2. Juni 2000, S. 17-20</ref> Nachdem über Jahrhunderte Sturmfluten und Versandungen die aus Holz erbauten Siele immer wieder zerstörten, baute man 1756 bis 1757 zum ersten Mal einen Siel aus Stein.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 328</ref> Um dieses vor Beschädigungen durch losgerissene Schiffe zu schützen, legte man einen waagerechten Balken, den sogenannten ''Störmpaal'' (Sturmpfahl) vor die Tore.<ref>Klaffke, Hermann (2005): Küstenbadeort Norden-Norddeich, Erfurt, S. 47</ref> Dieser war ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche, die von hier aus dem Treiben am Hafen zusahen.<ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 15</ref>
In dem seinerzeit eigens errichteten [[Sieltorhaus]] befand sich damals nicht nur die Hafenmeisterei, hier wurden auch die (hölzernen) Ersatzsieltore gelagert.<ref>Stöver Christof (2000): Menschen und Geschichten um den Norder Hafen, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier, 2. Juni 2000, S. 17-20</ref> Nachdem über Jahrhunderte Sturmfluten und Versandungen die aus Holz erbauten Siele immer wieder zerstörten, baute man 1756 bis 1757 zum ersten Mal einen Siel aus Stein.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 328</ref> Um dieses vor Beschädigungen durch losgerissene Schiffe zu schützen, legte man einen waagerechten Balken, den sogenannten ''Störmpaal'' (Sturmpfahl) vor die Tore.<ref>Klaffke, Hermann (2005): Küstenbadeort Norden-Norddeich, Erfurt, S. 47</ref> Dieser war ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche, die von hier aus dem Treiben am Hafen zusahen.<ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 15</ref>