Frisiamühle: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Geschichte der Mühle begann am 31. Januar 1700, als Fürst Georg Albrecht aus dem Hause [[Cirksena]], Fürst von Ostfriesland, dem Norder [[Haye Uden]] gegen eine jährliche Zahlung von 24 Reichstalern die Konzession zum Bau und Betreiben einer Pelde- und Gerstenmühle erteilte.<ref>StAA, Rep. 37, Nr. 1426</ref> In früheren Jahren war die Zulassung einer Mühle vom Landesherren zu erteilen, da diesem das Privileg zum Errichten und Betreiben einer Windmühle oblag. Man bezeichnete dies auch als ''Mühlenzwang''. Als ''Pelden'' bezeichnet man den Vorgang des Schälens von Roggen oder Gerste. | Die Geschichte der Mühle begann am 31. Januar 1700, als Fürst Georg Albrecht aus dem Hause [[Cirksena]], Fürst von Ostfriesland, dem Norder [[Haye Uden]] gegen eine jährliche Zahlung von 24 Reichstalern die Konzession zum Bau und Betreiben einer Pelde- und Gerstenmühle erteilte.<ref>StAA, Rep. 37, Nr. 1426</ref> In früheren Jahren war die Zulassung einer Mühle vom Landesherren zu erteilen, da diesem das Privileg zum Errichten und Betreiben einer Windmühle oblag. Man bezeichnete dies auch als ''Mühlenzwang''. Als ''Pelden'' bezeichnet man den Vorgang des Schälens von Roggen oder Gerste. | ||
1733 brannte die Mühle, zu der Zeit im Besitz von [[Johann Schmertmann]], nieder und wurde daraufhin vermutlich als Galerieholländer wieder aufgebaut.<ref>StAA, Rep. 4, B IV i, Nr. 271 c u. Rep. 4, B IV i, Nr. 271 f</ref> 1743 erweiterte [[Carl Edzard Cirksena|Fürst Carl Edzard]] das Peldeprivileg auf das Anlegen eines Mahlganges.<ref>StAA, Rep. 5, Nr. 919</ref> In der Zeit um 1850 wurde die Mühle auch als ''Graupenmühle'' bezeichnet, da hier zu dieser offenbar vor allem Graupen, also Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern, gemahlen wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 14</ref> | 1733 brannte die Mühle, zu der Zeit im Besitz von [[Johann Schmertmann]], nieder und wurde daraufhin vermutlich als Galerieholländer wieder aufgebaut.<ref>StAA, Rep. 4, B IV i, Nr. 271 c u. Rep. 4, B IV i, Nr. 271 f</ref><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 118</ref> 1743 erweiterte [[Carl Edzard Cirksena|Fürst Carl Edzard]] das Peldeprivileg auf das Anlegen eines Mahlganges.<ref>StAA, Rep. 5, Nr. 919</ref> In der Zeit um 1850 wurde die Mühle auch als ''Graupenmühle'' bezeichnet, da hier zu dieser offenbar vor allem Graupen, also Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern, gemahlen wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 14</ref> | ||
Seit 1855 war die Mühle im Besitz von [[Johannes Bos]].<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 154</ref> Irgendwann zwischen 1861 und 1863 brannte die Mühle durch Blitzschlag erneut ab, wurde jedoch bis 1864 darauf wieder aufgebaut.<ref>[https://www.waymarking.com/waymarks/WMM96Y_Frisiamhle_Norden_Germany Beschreibung der Frisiamühle] auf Waymarking.com</ref><ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 7</ref> Schon am 13. August 1886 brannte sie nach einem Sommergewitter wieder und wurde daraufhin bis 1888 neu aufgebaut.<ref name=":0" /><ref> StAA, Dep. 71, Nr. 9, S. 25</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 152</ref> Zu dieser Zeit soll der Eigentümer, der sie von Bos übernommen hatte, Meyer geheißen haben.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 154</ref> Ein Augenzeuge des Brandes wurde der damalige Norder Bürgermeister [[Johannes König|Johannes Adalbert König]], der gerade erst sein Amt angetreten hatte. Beeindruckt von diesem Ereignis und der Ungeordnetheit der Löschmaßnahmen beschloss er die Gründung einer [[Feuerwehr Norden|Freiwilligen Feuerwehr]] unter Führung des angesehenen [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III]].<ref>[https://www.feuerwehr-norden.de/2012/02/12/das-archiv-der-feuerwehr-norden/ Archiv der Feuerwehr Norden], abgerufen am 25. Februar 2021</ref> | Seit 1855 war die Mühle im Besitz von [[Johannes Bos]].<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 154</ref> Irgendwann zwischen 1861 und 1863 brannte die Mühle durch Blitzschlag erneut ab, wurde jedoch bis 1864 darauf wieder aufgebaut.<ref>[https://www.waymarking.com/waymarks/WMM96Y_Frisiamhle_Norden_Germany Beschreibung der Frisiamühle] auf Waymarking.com</ref><ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 7</ref> Schon am 13. August 1886 brannte sie nach einem Sommergewitter wieder und wurde daraufhin bis 1888 neu aufgebaut.<ref name=":0" /><ref> StAA, Dep. 71, Nr. 9, S. 25</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 152</ref> Zu dieser Zeit soll der Eigentümer, der sie von Bos übernommen hatte, Meyer geheißen haben.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 154</ref> Ein Augenzeuge des Brandes wurde der damalige Norder Bürgermeister [[Johannes König|Johannes Adalbert König]], der gerade erst sein Amt angetreten hatte. Beeindruckt von diesem Ereignis und der Ungeordnetheit der Löschmaßnahmen beschloss er die Gründung einer [[Feuerwehr Norden|Freiwilligen Feuerwehr]] unter Führung des angesehenen [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III]].<ref>[https://www.feuerwehr-norden.de/2012/02/12/das-archiv-der-feuerwehr-norden/ Archiv der Feuerwehr Norden], abgerufen am 25. Februar 2021</ref> | ||