Zuckerraffinerie: Unterschied zwischen den Versionen
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== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Geplant war, Zucker aus den französischen Kolonien über Bordeaux nach Norden zu importieren und daraus Kandis herzustellen. In der | Geplant war, Zucker aus den französischen Kolonien über Bordeaux nach Norden zu importieren und daraus Kandis herzustellen. In der ''Teetrinkernation'' Ostfriesland war der Bedarf hoch. Für den Bau ließ Kaufmann Elter den [[Zuckerpolder]] von 1774 bis 1775 eindeichen. Hier plante er auch die Errichtung einer Seifensiederei, einer Ziegelei für Dachpfannen, eine [[Kalkbrennerei]] und eine Geneverbrennerei. | ||
Die Pläne waren ambitioniert, doch richtete eine Sturmflut im Jahr 1775 so große Schäden am Polder an, dass Elter gezwungen war, geplantes Kapital für die Raffinerie in die Instandsetzung des Deiches zu investieren. Zwar gelang es, 1775 die [[Ziegelei (Vierzig Diemat)|Ziegelei]] fertigzustellen, doch richtete ein weiterer Sturm im Jahr 1776 erneut schwere Schäden an und Elter sah sich genötigt, sich mit einem Bittschreiben an Friedrich den Großen, damals König von Preußen und somit auch Herrscher über Ostfriesland, zu wenden. Die erbetene Investitionshilfe wurde jedoch abgelehnt. Auch eine Abordnung der Kriegs- und Domänenkammer (Provinzialbehörde, die u.a. Pacht aus staatlichen Ländereien eintrieb), die sich für die Zuckerfabrik einsetzte, konnte die preußische Regierung nicht umstimmen. | Die Pläne waren ambitioniert, doch richtete eine Sturmflut im Jahr 1775 so große Schäden am Polder an, dass Elter gezwungen war, geplantes Kapital für die Raffinerie in die Instandsetzung des Deiches zu investieren. Zwar gelang es, 1775 die [[Ziegelei (Vierzig Diemat)|Ziegelei]] fertigzustellen, doch richtete ein weiterer Sturm im Jahr 1776 erneut schwere Schäden an und Elter sah sich genötigt, sich mit einem Bittschreiben an Friedrich den Großen, damals König von Preußen und somit auch Herrscher über Ostfriesland, zu wenden. Die erbetene Investitionshilfe wurde jedoch abgelehnt. Auch eine Abordnung der Kriegs- und Domänenkammer (Provinzialbehörde, die u.a. Pacht aus staatlichen Ländereien eintrieb), die sich für die Zuckerfabrik einsetzte, konnte die preußische Regierung nicht umstimmen. | ||
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* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_I.pdf Beschreibung von Westermarsch I] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft | * [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_I.pdf Beschreibung von Westermarsch I] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft | ||
* Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch I, Manuskript | * Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch I, Manuskript | ||
* Uphoff, Rolf (1992): Das | * Uphoff, Rolf (1992): Das Zuckerpolder-Projekt, in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 12, S. 46ff. | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||