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In den Folgejahren gedieh der Handel im Hafen fortwährend, was unter anderem auch darauf zurückzuführen war, dass die benachbarten Niederlande immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt war oder mit Embargos anderer Staaten belegt wurde. Dadurch wurde es beispielsweise schwer, unter niederländischer Fahne einige Seewege passieren zu dürfen oder aber es wurden Kaperbriefe für Freibeuter ausgeschrieben, die sich schadlos an den niederländischen Schiffen hielten. Daher suchten viele Kaufleute den Schutz der neutralen ostfriesischen Handelsfahnen.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 61</ref> Davon profitierte insbesondere die Stadt Emden, aber auch Norden. Seit dem 17. Jahrhundert befuhren Norder Schiffe das Meer sogar bis nach Spanien.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 66</ref> Im Jahre 1610 erstellte der [[Magistrat]] eine erste Hafenordnung, in der genau geregelt wurde, wer welche Aufgaben bzw. Rechte im Hafen wahrnehmen und welchen Anteil am Handelsaufkommen einbehalten durfte.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 24</ref> Diese sehr begehrten ''Hafenrechte'' wurden jährlich im [[Weinhaus]] versteigert.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 19</ref>
In den Folgejahren gedieh der Handel im Hafen fortwährend, was unter anderem auch darauf zurückzuführen war, dass die benachbarten Niederlande immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt war oder mit Embargos anderer Staaten belegt wurde. Dadurch wurde es beispielsweise schwer, unter niederländischer Fahne einige Seewege passieren zu dürfen oder aber es wurden Kaperbriefe für Freibeuter ausgeschrieben, die sich schadlos an den niederländischen Schiffen hielten. Daher suchten viele Kaufleute den Schutz der neutralen ostfriesischen Handelsfahnen.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 61</ref> Davon profitierte insbesondere die Stadt Emden, aber auch Norden. Seit dem 17. Jahrhundert befuhren Norder Schiffe das Meer sogar bis nach Spanien.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 66</ref> Im Jahre 1610 erstellte der [[Magistrat]] eine erste Hafenordnung, in der genau geregelt wurde, wer welche Aufgaben bzw. Rechte im Hafen wahrnehmen und welchen Anteil am Handelsaufkommen einbehalten durfte.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 24</ref> Diese sehr begehrten ''Hafenrechte'' wurden jährlich im [[Weinhaus]] versteigert.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 19</ref>


Zur Überwachung der rechtmäßigen Auslieferung von Getreide und Brenntorf an die Bewohner wurden von der Stadt entsprechend beauftragte Korn- und Torfmesser bestellt, die die Menge der Ware feststellen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 28</ref><ref name=":4">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 144</ref> Für die unmittelbare Abfertigung des Warenumschlags sorgten Sielfuhrleute, Schauerleute (Hafenarbeiter), Zähler und Anschreiber. Letztere hielten die von den ''Messern'' festgestellten Mengen akribisch schriftlich fest.<ref name=":4" /> Vorgesetzter aller am Hafen arbeitenden bzw. tätigen Personen war der sogenannte [[Kajemeister]], der zugleich auch für die Sicherheit, insbesondere im Bereich des Brandschutzes, zu sorgen hatte.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 143</ref>
Zur Überwachung der rechtmäßigen Auslieferung von Getreide und Brenntorf an die Bewohner wurden von der Stadt entsprechend beauftragte Korn- und Torfmesser bestellt, die die Menge der Ware feststellen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 28</ref><ref name=":4">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 144</ref> Für die unmittelbare Abfertigung des Warenumschlags sorgten Sielfuhrleute, Schauerleute (Hafenarbeiter), Zähler und Anschreiber. Letztere hielten die von den ''Messern'' festgestellten Mengen akribisch schriftlich fest.<ref name=":4" /> Daneben gab es noch die Bakenstecher, die für die Schiffbarkeit der Fahrrinnen zuständig war.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 96</ref> Vorgesetzter aller am Hafen arbeitenden bzw. tätigen Personen war der sogenannte [[Kajemeister]], der zugleich auch für die Sicherheit, insbesondere im Bereich des Brandschutzes, zu sorgen hatte.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 143</ref>


Nach der [[Petriflut]] im Jahre 1651 musste die Kajung erneuert werden, da zum einen die Flut selbst große Schäden angerichtet hatte und sich zwischenzeitlich Holzwürmer am Holzwerk zu schaffen gemacht hatten.<ref name=":7" /><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 85</ref> Die Norder Seeflotte muss seinerzeit eine beachtliche Größe gehabt haben. Der wichtigste Handelspartner waren weiterhin die Niederlande. Dies blieb auch in der Folgezeit so. Auch der Umstand, dass Ostfriesland nach dem Tod von [[Carl Edzard Cirksena|Graf Carl Edzard]] 1744 an Preußen fiel, schien dem Seehandel keine Nachteile verschafft zu haben. Enge Beziehungen wurden seinerzeit auch mit der Hansestadt Bremen unterhalten, allein 1772 bis 1790 sollen pro Jahr rund 50 Norder Handelsschiffe nach Bremen ausgelaufen sein.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 141</ref>
Nach der [[Petriflut]] im Jahre 1651 musste die Kajung erneuert werden, da zum einen die Flut selbst große Schäden angerichtet hatte und sich zwischenzeitlich Holzwürmer am Holzwerk zu schaffen gemacht hatten.<ref name=":7" /><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 85</ref> Die Norder Seeflotte muss seinerzeit eine beachtliche Größe gehabt haben. Der wichtigste Handelspartner waren weiterhin die Niederlande. Dies blieb auch in der Folgezeit so. Auch der Umstand, dass Ostfriesland nach dem Tod von [[Carl Edzard Cirksena|Graf Carl Edzard]] 1744 an Preußen fiel, schien dem Seehandel keine Nachteile verschafft zu haben. Enge Beziehungen wurden seinerzeit auch mit der Hansestadt Bremen unterhalten, allein 1772 bis 1790 sollen pro Jahr rund 50 Norder Handelsschiffe nach Bremen ausgelaufen sein.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 141</ref>