Gesundheitsamt: Unterschied zwischen den Versionen
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Das große Hauptgebäude am Neuen Weg 36 und 37 wurde bereits 1964 von der Firma [[Doornkaat]] erbaut und ersetzte als solches das unmittelbar rechts angrenzende ehemalige Gebäude [[Neuer Weg 38-39]].<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 51</ref> Es diente der Brennerei bis zu ihrem Niedergang im Jahre 1992 als Verwaltungssitz. Der linke Gebäudeteil bzw. Anbau (Neuer Weg 35, Baujahr: 1973) wurde nach dem Einzug des Gesundheitsamtes für gewerbliche Zwecke (Einzelhandel) freigegeben und umgebaut. 2001 bis 2002 wurde zum Neuen Weg hin ein Aufzug angebaut.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 26</ref> Am Standort des heutigen Gebäudes 36 und 37 befanden sich früher stattliche Bürgerhäuser, die einst im Besitz der Familien Uken (36) sowie Fridag (37) waren. | Das große Hauptgebäude am Neuen Weg 36 und 37 wurde bereits 1964 von der Firma [[Doornkaat]] erbaut und ersetzte als solches das unmittelbar rechts angrenzende ehemalige Gebäude [[Neuer Weg 38-39]].<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 51</ref> Es diente der Brennerei bis zu ihrem Niedergang im Jahre 1992 als Verwaltungssitz. Der linke Gebäudeteil bzw. Anbau (Neuer Weg 35, Baujahr: 1973) wurde nach dem Einzug des Gesundheitsamtes für gewerbliche Zwecke (Einzelhandel) freigegeben und umgebaut. 2001 bis 2002 wurde zum Neuen Weg hin ein Aufzug angebaut.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 26</ref> Am Standort des heutigen Gebäudes 36 und 37 befanden sich früher stattliche Bürgerhäuser, die einst im Besitz der Familien Uken (36) sowie Fridag (37) waren. | ||
In der Nummer 36 wohnte bis zu ihrem Tod im Jahre 1936 [[Marie ten Doornkaat Koolman]], Witwe von [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III.]], der 1913 starb. Davor gehörte das Gebäude dem Kaufmann und Auktionator [[Uke Wilts Uken]]. Beim Abriss und Neubau des Gebäudes im Jahre 1964 eine Vielzahl an alten Dokumenten und Schriftstücken gefunden, darunter Rechnungen aus den 1770er Jahren. 1799 gehörte das Gebäude 36 dem Brennereibesitzer [[Wilt Uken]]. Zu dieser Zeit betrug der Gebäudewert nach amtlicher Schätzung 10.500 Reichstaler Gold. Nachdem Uken 1806 starb, erwarb der Holzhändler [[Hinrich Steevens]] das Gebäude und heiratete auch dessen Witwe. 1863 - die Eheleute waren zwischenzeitlich beide verstorben - erwarb die Familie Doornkaat das Objekt zum Preis von 4.500 Reichsthalern.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 52</ref> | In der Nummer 36 wohnte bis zu ihrem Tod im Jahre 1936 [[Marie ten Doornkaat Koolman]], Witwe von [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III.]], der 1913 starb. Davor gehörte das Gebäude dem Kaufmann und Auktionator [[Uke Wilts Uken]]. Beim Abriss und Neubau des Gebäudes im Jahre 1964 eine Vielzahl an alten Dokumenten und Schriftstücken gefunden, darunter Rechnungen aus den 1770er Jahren. 1799 gehörte das Gebäude 36 dem Brennereibesitzer [[Wilt Uken]]. Zu dieser Zeit betrug der Gebäudewert nach amtlicher Schätzung 10.500 Reichstaler Gold. Nachdem Uken 1806 starb, erwarb der Holzhändler [[Hinrich Steevens]] das Gebäude und heiratete auch dessen Witwe. 1863 - die Eheleute waren zwischenzeitlich beide verstorben - erwarb die Familie Doornkaat das Objekt zum Preis von 4.500 Reichsthalern.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 52</ref> Beim Umbau des Hauses im Jahre 1885 fanden Bauarbeiter ein menschliches Gerippe. In seinen 1908 verschriftlichten Erinnerungen an diesen Vorfall hielt [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III.]] fest, dass er es für möglich hielt, dass es sich dabei um einen heimlich verscharrten Leichnam aus der [[Französische Besatzungszeit|Französischen Besatzungszeit]] handeln könnte. Aus diesem Fund heraus solle zudem die Legende entstanden sein, dass es in dem Haus spuke.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 61</ref> | ||
Auch das Nachbarhaus 37 hatte im Laufe seiner Existenz zahlreiche Besitzer. Die im Jahre 1775 genannten Eigentümer, die Eheleute Rudolphi, verfügten über ein ansehnliches Vermögen. In ihrem Testament vermachten sie dem [[Ulrichsgymnasium]] eine beträchtliche Summe. Auch die Hausdienerin erhielt 2.000 Reichsthaler Gold. Das Haus selbst vererbten sie an die Ehefrau des Weinhändlers [[Jacob Stolz]], einer geborenen Fridag, die dadurch 1864 neue Eigentümer des stolzen Hauses wurde. Sie zahlte an die anderen Miterben jeweils eine Summe von 1.000 Reichsthaler Gold.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 53</ref> | Auch das Nachbarhaus 37 hatte im Laufe seiner Existenz zahlreiche Besitzer. Die im Jahre 1775 genannten Eigentümer, die Eheleute Rudolphi, verfügten über ein ansehnliches Vermögen. In ihrem Testament vermachten sie dem [[Ulrichsgymnasium]] eine beträchtliche Summe. Auch die Hausdienerin erhielt 2.000 Reichsthaler Gold. Das Haus selbst vererbten sie an die Ehefrau des Weinhändlers [[Jacob Stolz]], einer geborenen Fridag, die dadurch 1864 neue Eigentümer des stolzen Hauses wurde. Sie zahlte an die anderen Miterben jeweils eine Summe von 1.000 Reichsthaler Gold.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 53</ref> | ||