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Auf dem Land dienten vor allem die großen Höfe als Orientierung. Sie wurden manchmal nach den Besitzer benannt ([[Petersbörg|Hof Petersbörg]], [[Hof Honnewarf]], ...), öfter aber erhielten sie Fantasienamen, die sich manchmal auf Tiere ([[Hof Ülkebült]], [[Hof Uhlenwarf]], ...), manchmal aber auch auf allgemeine Gegebenheiten bezogen, wie etwa auf den eigenen Wohlstand des Hofs und seiner Besitzer ([[Hof Breepott]]) oder ihre Nutzung ([[Buschhaus|Hof Buschhaus]]).
Auf dem Land dienten vor allem die großen Höfe als Orientierung. Sie wurden manchmal nach den Besitzer benannt ([[Petersbörg|Hof Petersbörg]], [[Hof Honnewarf]], ...), öfter aber erhielten sie Fantasienamen, die sich manchmal auf Tiere ([[Hof Ülkebült]], [[Hof Uhlenwarf]], ...), manchmal aber auch auf allgemeine Gegebenheiten bezogen, wie etwa auf den eigenen Wohlstand des Hofs und seiner Besitzer ([[Hof Breepott]]) oder ihre Nutzung ([[Buschhaus|Hof Buschhaus]]).


Eine nicht unwesentliche, wenngleich auf den ersten Blick eher kleine Neuerung, war die Einführung einer festen Hausnummerierung durch die Einführung von Grund- und Hypothekenbüchern durch eine königlich-preußische Verordnung vom 26. April 1751. Anders als heute waren die Häuser jedoch nicht nach einzelnen Straßen durchnummeriert, sondern der Reihe nach, beginnend [[Am Markt]], Ecke [[Große Mühlenstraße|Mühlenstraße]]. Das Gebäude hat heute wie damals die Nummer 1. Von hier aus lief die Nummerierung weiter zur [[Osterstraße]] und begann dort mit dem [[Gasthof Jerusalem]] als Nummer 9. Von dort ging es weiter die Nordseite der Osterstraße hinauf bis zur [[Eisenhütte]], dann auf der südlichen Osterstraße zurück zum [[Neuer Weg|Neuen Weg]], der mit der Hausnummer 60 beim [[Spykerboor]] begann. Von hier verfuhr man weiter den östlichen Neuen Weg herunter, dann nach Osten in die Brückstraße bis zu ihrem Ende, von dort auf der anderen Straßenseite zurück bis in die Dammstraße, wo es sinngemäß weiterlief und schließlich zurück zum Neuen Weg. Diesem folgte man dann auf der Westseite zurück bis zur südlichen Straßenseite der Osterstraße, wo man mit den weiteren Straßen sinngemäß gleich verfuhr.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 94</ref><ref>Cremer, Ufke (1938): Kontrollverzeichnis der Stadt Norden von 1812, Norden, S. 1</ref> Entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu den einzelnen [[Kluft|Kluften]] erhielten die Häuser ihre jeweiligen Anschriften. Das [[Mittelhaus]] beispielsweise, das heute die Anschrift ''[[Neuer Weg]] 11'' trägt, hatte einst die Anschrift ''[[Osterkluft]], 4. [[Rott]], Nr. 70'', das [[Schöninghsches Haus|Schöninghsche Haus]] wurde unter ''[[Osterkluft]], 1. [[Rott]], Nr. 13'' geführt.
Eine nicht unwesentliche, wenngleich auf den ersten Blick eher kleine Neuerung, war die Einführung einer festen Hausnummerierung durch die Einführung von Grund- und Hypothekenbüchern durch eine königlich-preußische Verordnung vom 26. April 1751. Anders als heute waren die Häuser jedoch nicht nach einzelnen Straßen durchnummeriert, sondern der Reihe nach, beginnend [[Am Markt]], Ecke [[Große Mühlenstraße|Mühlenstraße]]. Das Gebäude [[Am Markt 1]] hat somit damals wie heute die Nummer 1. Von hier aus lief die Nummerierung weiter zur [[Osterstraße]] und begann dort mit dem [[Gasthof Jerusalem]] als Nummer 9. Von dort ging es weiter die Nordseite der Osterstraße hinauf bis zur [[Eisenhütte]], dann auf der südlichen Osterstraße zurück zum [[Neuer Weg|Neuen Weg]], der mit der Hausnummer 60 beim [[Spykerboor]] begann (siehe auch: [[Liste der Häuser am Neuen Weg]]). Von hier verfuhr man weiter den östlichen Neuen Weg herunter, dann nach Osten in die Brückstraße bis zu ihrem Ende, von dort auf der anderen Straßenseite zurück bis in die Dammstraße, wo es sinngemäß weiterlief und schließlich zurück zum Neuen Weg. Diesem folgte man dann auf der Westseite zurück bis zur südlichen Straßenseite der Osterstraße, wo man mit den weiteren Straßen sinngemäß gleich verfuhr.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 94</ref><ref>Cremer, Ufke (1938): Kontrollverzeichnis der Stadt Norden von 1812, Norden, S. 1</ref> Entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu den einzelnen [[Kluft|Kluften]] erhielten die Häuser ihre jeweiligen Anschriften. Das [[Mittelhaus]] beispielsweise, das heute die Anschrift ''[[Neuer Weg]] 11'' trägt, hatte einst die Anschrift ''[[Osterkluft]], 4. [[Rott]], Nr. 70'', das [[Schöninghsches Haus|Schöninghsche Haus]] wurde unter ''[[Osterkluft]], 1. [[Rott]], Nr. 13'' geführt.


Neubauten wurden mit Buchstaben hinterlegt, was die allgemeine Orientierung in der Stadt sicherlich zunächst insgesamt erleichterte, doch spätestens der wirtschaftliche Aufschwung in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts brachte das Ordnungssystem an seine Grenzen. Beispielsweise hatten in der [[Rosenthallohne]] neun Häuser eine Hausnummer, die die Buchstaben mit den a bis h zugewiesen bekamen. So wurden die Hausnummern hin und wieder neu vergeben. Eine Sonderrolle nahm der [[Burggraben]] ein, der erst Mitte des 19. Jahrhunderts überhaupt in die Nummerierung einbezogen wurde und bis dahin auch keiner [[Kluft]] zugeordnet war.<ref>Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 1</ref>
Neubauten wurden mit Buchstaben hinterlegt, was die allgemeine Orientierung in der Stadt sicherlich zunächst insgesamt erleichterte, doch spätestens der wirtschaftliche Aufschwung in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts brachte das Ordnungssystem an seine Grenzen. Beispielsweise hatten in der [[Rosenthallohne]] neun Häuser eine Hausnummer, die die Buchstaben mit den a bis h zugewiesen bekamen. So wurden die Hausnummern hin und wieder neu vergeben. Eine Sonderrolle nahm der [[Burggraben]] ein, der erst Mitte des 19. Jahrhunderts überhaupt in die Nummerierung einbezogen wurde und bis dahin auch keiner [[Kluft]] zugeordnet war.<ref>Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 1</ref>