Bundesstraße: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 45: | Zeile 45: | ||
Bereits 1808 - während der [[Französische Besatzungszeit|Französischen Besatzungszeit]] - gab es erste Planungen zum Bau einer ''Chaussee'' von Emden nach Norden, doch wurden diese wegen der horrenden Kosten und der Schwierigkeiten bei der Beschaffung des notwendigen Straßenbaumaterials wieder verworfen.<ref>Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 149</ref> Statt der Straßen fasste man nun den Entschluss zur Anlage weiterer Transport- bzw. Treckfahrtskanäle. In Bezug auf Norden sollte sowohl ein Kanal in Richtung Emden und einer über Berum und Dornum in Richtung Wittmund gebaut werden.<ref>Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 150</ref> Der geplante Streckenverlauf entsprach wahrscheinlich in etwa dem der späteren [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole]] und [[Ostfriesische Küstenbahn|Ostfriesischen Küstenbahn]]. Auch zu diesem Bau kam es schließlich nicht, nachdem die ''Franzosenzeit'' 1816 endete und Ostfriesland unter der folgenden hannoverschen Herrschaft lange Zeit kaum Beachtung von Seiten der neuen Regierung fand. | Bereits 1808 - während der [[Französische Besatzungszeit|Französischen Besatzungszeit]] - gab es erste Planungen zum Bau einer ''Chaussee'' von Emden nach Norden, doch wurden diese wegen der horrenden Kosten und der Schwierigkeiten bei der Beschaffung des notwendigen Straßenbaumaterials wieder verworfen.<ref>Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 149</ref> Statt der Straßen fasste man nun den Entschluss zur Anlage weiterer Transport- bzw. Treckfahrtskanäle. In Bezug auf Norden sollte sowohl ein Kanal in Richtung Emden und einer über Berum und Dornum in Richtung Wittmund gebaut werden.<ref>Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 150</ref> Der geplante Streckenverlauf entsprach wahrscheinlich in etwa dem der späteren [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole]] und [[Ostfriesische Küstenbahn|Ostfriesischen Küstenbahn]]. Auch zu diesem Bau kam es schließlich nicht, nachdem die ''Franzosenzeit'' 1816 endete und Ostfriesland unter der folgenden hannoverschen Herrschaft lange Zeit kaum Beachtung von Seiten der neuen Regierung fand. | ||
Erst in den 1840er Jahren wurden die alten Pläne wieder aufgegriffen. König Georg V. von Hannover (''Der blinde König'') hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte sie regelmäßig zur Sommerfrische.<ref>Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Ortsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)</ref> Nach ihm wurde auch der Ort Georgsheil in der Gemeinde Südbrookmerland (am Städtedreieck Aurich-Emden-Norden) benannt, wo er angeblich Nachricht vom Heil seines neugeborenen Sohnes erfuhr.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Uthwerdum.pdf Beschreibung von Georgsheil] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Die Planungen kamen | Erst in den 1840er Jahren wurden die alten Pläne wieder aufgegriffen. König Georg V. von Hannover (''Der blinde König'') hatte die Insel Norderney für sich entdeckt und besuchte sie regelmäßig zur Sommerfrische.<ref>Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Ortsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)</ref> Nach ihm wurde auch der Ort Georgsheil in der Gemeinde Südbrookmerland (am Städtedreieck Aurich-Emden-Norden) benannt, wo er angeblich Nachricht vom Heil seines neugeborenen Sohnes erfuhr.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Uthwerdum.pdf Beschreibung von Georgsheil] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Die Planungen kamen 1845 zum Abschluss.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 88</ref><ref name=":1">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 33</ref> Doch obwohl die Regierung in Aurich am 4. Dezember 1845 an den [[Magistrat|Norder Magistrat]] verlautbaren ließ, die Erdarbeiten werden bald beginnen, verzögerte sich das Vorhaben immens.<ref name=":1" /> Der Baubeginn erfolgte letztlich erst am 27. September 1847.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 123</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 52</ref> | ||
Die Befestigung war Ausfluss dessen, dass die alten Straßen eines Königs nicht würdig seien und jedes Mal wieder neu hergerichtet werden mussten, nachdem sein umfangreicher Tross die Wege gequert hatte. Die [[Stadt Norden]] bemühte sich daher bereits seit dem 17. März 1838 um einen Anschluss an das Landstraßennetz, am 16. August 1842 erteilte die königliche Regierung die Zusage, obgleich sich die Norden an den Gesamtkosten in Höhe von 18.000 Reichstalern beteiligen musste.<ref name=":0" /><ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 5</ref> | Die Befestigung war Ausfluss dessen, dass die alten Straßen eines Königs nicht würdig seien und jedes Mal wieder neu hergerichtet werden mussten, nachdem sein umfangreicher Tross die Wege gequert hatte. Die [[Stadt Norden]] bemühte sich daher bereits seit dem 17. März 1838 um einen Anschluss an das Landstraßennetz, am 16. August 1842 erteilte die königliche Regierung die Zusage, obgleich sich die Norden an den Gesamtkosten in Höhe von 18.000 Reichstalern beteiligen musste.<ref name=":0" /><ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 5</ref> | ||