Polizei Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Polizei Norden''' (früher: ''Stadtgarde'', ''Stadtwache'') blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Seit Oktober 1945 hat sie ihren Sitz in den historisch bedeutsamen Gebäuden [[Engenahof|Am Markt 10]] (''Engenahof'') und (seit | Die '''Polizei Norden''' (früher: ''Stadtgarde'', ''Stadtwache'') blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Seit Oktober 1945 hat sie ihren Sitz in den historisch bedeutsamen Gebäuden [[Engenahof|Am Markt 10]] (''Engenahof'') und (seit 1981) auch [[Weinhaus|Am Markt 38]] (Weinhaus). Als ''Polizeikommissariat Norden'' ist die Norder Polizei heute zuständig für das Gebiet des [[Landkreis Norden|Altkreises Norden]], wobei jede Gemeinde zusätzlich über eine eigene Polizeistation verfügt. | ||
Vor dem Aufkommen eines Polizeiwesens, das dem heutigen mehr oder minder nahekommt, lag die Polizeigewalt beim Landesherren, beim [[Amtsverwalter]] sowie beim [[Bürgermeister]] bzw. dem [[Magistrat]] nebst der ihnen zur Unterstützung beigestellten ''Stadtdienern''. Später gab es paramilitärische Organisationen wie etwa eine [[Bürgerkompanie]] oder Gendarmerien, die das städtische Sicherheitsorgan unterstützten oder ergänzten. | Vor dem Aufkommen eines Polizeiwesens, das dem heutigen mehr oder minder nahekommt, lag die Polizeigewalt beim Landesherren, beim [[Amtsverwalter]] sowie beim [[Bürgermeister]] bzw. dem [[Magistrat]] nebst der ihnen zur Unterstützung beigestellten ''Stadtdienern''. Später gab es paramilitärische Organisationen wie etwa eine [[Bürgerkompanie]] oder Gendarmerien, die das städtische Sicherheitsorgan unterstützten oder ergänzten. | ||
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Im Zuge ihrer ersten Polizeireform gaben die Briten im September 1945 erste verbindliche Richtlinien für eine umfassende Polizeireform bekannt. In Aurich richteten sie eine Polizeiverwaltung als selbstständige Behörde unter Führung eines Polizeichefs ein. Die Polizei unterstand fortan nicht mehr unter Kontrolle der Landräte und Bürgermeister, sondern der Regierungsbezirke, die jedoch nach wie vor der britischen Besatzungsmacht unterstand. Die Kommunen blieben Kostenträger für personelle und sachliche Aufwendungen. | Im Zuge ihrer ersten Polizeireform gaben die Briten im September 1945 erste verbindliche Richtlinien für eine umfassende Polizeireform bekannt. In Aurich richteten sie eine Polizeiverwaltung als selbstständige Behörde unter Führung eines Polizeichefs ein. Die Polizei unterstand fortan nicht mehr unter Kontrolle der Landräte und Bürgermeister, sondern der Regierungsbezirke, die jedoch nach wie vor der britischen Besatzungsmacht unterstand. Die Kommunen blieben Kostenträger für personelle und sachliche Aufwendungen. | ||
Mit fortschreitender Zeit arbeiteten die britische Militärpolizei immer enger mit den deutschen Beamten zusammen. So führten sie beispielsweise im November 1945 eine gemeinsame, sehr erfolgreiche Razzia gegen den Schwarzmarkt durch, bei der große Mengen an schwarz gehandelter Ware beschlagnahmt und mehrere hundert Personen identifiziert oder verhaftet wurden.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 89</ref> | Mit fortschreitender Zeit arbeiteten die britische Militärpolizei immer enger mit den deutschen Beamten zusammen. So führten sie beispielsweise im November 1945 eine gemeinsame, sehr erfolgreiche Razzia gegen den Schwarzmarkt durch, bei der große Mengen an schwarz gehandelter Ware beschlagnahmt und mehrere hundert Personen identifiziert oder verhaftet wurden.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 89</ref> Ein weiterer, bedeutender Schlag gelang im Februar 1947. Obwohl die Bevölkerung große Hungersnot in einem sehr strengen Winter litt, hielt dies Kriminelle nicht von ihrem Schaffen ab. Neben der Begehung von Überfällen agierte eine von einem nach außen hin eleganten Berliner namens ''Pik-Ass'' angeführte Bande, die zu einer regelrechten Landplage geworden war, im Schwarzmarkthandel. Statt die dringend benötigten Lebensmittel an die Verteilungsstellen zu liefern, versteckten sie große Mengen zuvor geraubten Fleisches und verkauften es zu horrenden Preisen an den Meistbietenden. Die Kriminalpolizei hatte den Straftätern zuvor mehrere Tage lang rund um die Uhr aufgelauert.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 163</ref> | ||
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