Leegemoorgesellschaft: Unterschied zwischen den Versionen
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An jedem 2. Februar (''Maria Lichtmess'') im Jahr trifft sich die Leegemoorgesellschaft zur Abrechnungsversammlung, an der alle Anteilseigner teilnehmen können. Diese können grundsätzlich auch einen bevollmächtigten Vertreter (''Lepelgasten'') zur Versammlung schicken. In der Abrechnungsversammlung werden alle Angelegenheiten, die die Leegemoorgesellschaft betreffen, verhandelt. Während dieser ''Ofrekensversammeln'' darf ausschließlich ostfriesisches Plattdeutsch gesprochen werden. Frauen sind grundsätzlich nicht bei der Versammlung erlaubt; dies ist ihnen lediglich alle 25 Jahre anlässlich der Jubiläen gestattet. Auch die Servicekräfte dürfen ausschließlich männlich sein. Den Frauen wird jedoch bei jeder Abrechnungsversammlung in einer Ansprache (''Proot för de Frolü'') gedacht. | An jedem 2. Februar (''Maria Lichtmess'') im Jahr trifft sich die Leegemoorgesellschaft zur Abrechnungsversammlung, an der alle Anteilseigner teilnehmen können. Diese können grundsätzlich auch einen bevollmächtigten Vertreter (''Lepelgasten'') zur Versammlung schicken. In der Abrechnungsversammlung werden alle Angelegenheiten, die die Leegemoorgesellschaft betreffen, verhandelt. Während dieser ''Ofrekensversammeln'' darf ausschließlich ostfriesisches Plattdeutsch gesprochen werden. Frauen sind grundsätzlich nicht bei der Versammlung erlaubt; dies ist ihnen lediglich alle 25 Jahre anlässlich der Jubiläen gestattet. Auch die Servicekräfte dürfen ausschließlich männlich sein. Den Frauen wird jedoch bei jeder Abrechnungsversammlung in einer Ansprache (''Proot för de Frolü'') gedacht. | ||
Bedingt durch die [[COVID 19-Pandemie]] konnte diese Tradition | Bedingt durch die [[COVID 19-Pandemie]] konnte diese Tradition im Februar 2021 erstmals seit vielen Jahren nicht stattfinden. Mit Ausnahme des Jahres 1945 war dies einmalig in der Geschichte. In letztgenanntem Jahr verzichtete man während der allgemein schlechten Versorgungslage auf das Festessen und spendete die eingesparten 300 Mark dem Winterhilfswerk.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 38</ref> | ||
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts fanden die Versammlungen in verschiedenen Gastwirtschaften und Hotels statt. Seit etwa 1850 tagte man im [[Vossenhus]], dann ab ungefähr 1875 im [[Reichshof]]. Später verlegte man die Zusammenkunft in die [[Gastwirtschaft Zum Elephanten]] und dann in den [[Lentzhof]]. Bis zur Schließung des [[Deutsches Haus|Deutschen Hauses]] traf man sich dort und seitdem wieder im Reichshof. Neben einem traditionell deftigem Essen, dem ''Leegemoorschmus'' auf Kosten der Gesellschaft, wird gemeinsam Tabak aus langen, weißen Tonpfeifen geraucht. Dazu wird ein [[Doornkaat]], versehen mit einem Magenbitterschnaps, serviert. Angestoßen und getrunken wird ''up Leegemoors Wohlfahrt,'' also auf das Wohlergehen und Fortbestehen der Genossenschaft.<ref>Rack, Eberhard (1982): Up Leegemoors Wohlfahrt, Norden, S. 29</ref> | |||
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