Weißes Haus: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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26506 Norden
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Das '''Weiße Haus''' war eine Gaststätte am [[Neuer Weg|Neuen Weg]] 79. Über die Namenherkunft des Hauses gibt es folgende Erklärung: Während alle anderen Norder Gaststätten bei Einbruch der Dunkelheit schlossen, war das ''Weiße Haus'' auch zur Nachtzeit noch bereit, Reisende aufzunehmen. Um für die Ortsunkundigen besser erkennbar zu sein, strich man es weiß. Auch in anderen Orten in Ostfriesland gab es ein ''Weißes Haus'', weshalb diese Erklärung sehr plausibel erscheint. Um 1830 befand sich hier noch die Gaststätte ''Zum güldenen Hasen''. Zeitweise war das Weiße Haus dann auch als ''Akropolis'' bekannt.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 136</ref>
Das '''Weiße Haus''' war eine Gaststätte am [[Neuer Weg|Neuen Weg]] 79, die 1999 für Neubauten der [[Sparkasse Aurich-Norden]] abgebrochen wurde.


1919 erwarb der Gastwirt [[Hermann Heeren]] das Gebäude, der noch bis in die 1920er Jahre die für eine Ausspannwirtschaft typischen Pferdestallungen vorhielt, ehe diese im Zuge des aufkommenden Kraftfahrzeugverkehrs verschwanden. Bis 1926 war die Gastwirtschaft zugleich auch eine Posthalterei.<ref name=":0" /> In dieser Zeit erhielt sie den Namen ''Jever-Faß''.<ref name=":1" />
== Geschichte ==
Das Weiße Haus dürfte zu den ältesten Gaststätten in Norden gehört haben. Bis um 1830 trug die Gaststätte noch den Namen ''Zum güldenen Hasen''. Der neue Gastwirt [[Jakob Friedrichs|Jakob N. Friedrichs]] benannte die Gaststätte um. Über die Namenherkunft des Hauses gibt es folgende Erklärung: Während alle anderen Norder Gaststätten bei Einbruch der Dunkelheit schlossen, war das ''Weiße Haus'' auch zur Nachtzeit noch bereit, Reisende aufzunehmen. Um für die Ortsunkundigen besser erkennbar zu sein, strich man es weiß. Auch in anderen Orten in Ostfriesland gab es ein ''Weißes Haus'', weshalb diese Erklärung sehr plausibel erscheint.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 136</ref>


Auch in den Folgejahren wurde das Gebäude noch gastronimisch genutzt, bis es in den Besitz der [[Sparkasse Aurich-Norden]] kam. Diese ließ das Gebäude 1999 abbrechen und von 2000 bis 2001 durch einen Neubau ersetzen.<ref name=":1">Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 39</ref> Hier befindet sich seitdem eine auf den Immobilienmarkt spezialisierte Außenstelle der Sparkasse, zu der auch die Anschriften Neuer Weg 79 A und B zählen.
1919 erwarb der Gastwirt [[Hermann Heeren]] das Gebäude, der noch bis in die 1920er Jahre die für eine Ausspannwirtschaft typischen Pferdestallungen vorhielt, ehe diese im Zuge des aufkommenden Kraftfahrzeugverkehrs verschwanden. Wegen der großen Stallungen, die seinerzeit die größten in Ostfriesland waren, war die Gastwirtschaft besonders auch bei den Bauern des Umlandes beliebt, da sie genug Platz bot, um die Pferde und Kutschen unterzustellen. Der Haupttag war stets der zweite Tag des [[Pfingstmarkt|Pfingstmarktes]]. In den Aufzeichnungen Heerens wurden an diesem Tag im Jahre 1919 insgesamt 102 Pferde gezählt. Durch die zunehmende Motorisierung verringerte sich diese Zahl jedoch im Laufe der Jahre und sank bis 1929 auf 16, bis 1937 schließlich kein Pferd mehr untergestellt wurde.<ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 46</ref>
 
Bis 1926 war die Gastwirtschaft zugleich auch eine [[Posthalterschaft|Posthalterei]].<ref name=":0" /> In dieser Zeit erhielt sie den Namen ''Jever-Faß'' und verlor nachfolgend wohl auch ihre weiße Fassade durch einen neuen Anstrich.<ref name=":1" /> Bis zu ihrem Abbruch hatte die Gaststätte den Namen ''Akropolis'' und war ein griechisches Restaurant.<ref name=":0" /> Dies blieb so bis das Gebäude in den Besitz der [[Sparkasse Aurich-Norden]] kam. Diese ließ das Gebäude 1999 abbrechen und von 2000 bis 2001 durch einen Neubau ersetzen.<ref name=":1">Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 39</ref> Hier befindet sich seitdem eine auf den Immobilienmarkt spezialisierte Außenstelle der Sparkasse, zu der auch die Anschriften Neuer Weg 79 A und B zählen.


==Galerie==
==Galerie==

Version vom 3. Februar 2022, 15:30 Uhr

Weißes Haus

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Basisdaten
Entstehungszeit vor 1830
Erbauer unbekannt
Bauweise 1999 abgebrochen
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Neuer Weg 79

26506 Norden

Das Weiße Haus war eine Gaststätte am Neuen Weg 79, die 1999 für Neubauten der Sparkasse Aurich-Norden abgebrochen wurde.

Geschichte

Das Weiße Haus dürfte zu den ältesten Gaststätten in Norden gehört haben. Bis um 1830 trug die Gaststätte noch den Namen Zum güldenen Hasen. Der neue Gastwirt Jakob N. Friedrichs benannte die Gaststätte um. Über die Namenherkunft des Hauses gibt es folgende Erklärung: Während alle anderen Norder Gaststätten bei Einbruch der Dunkelheit schlossen, war das Weiße Haus auch zur Nachtzeit noch bereit, Reisende aufzunehmen. Um für die Ortsunkundigen besser erkennbar zu sein, strich man es weiß. Auch in anderen Orten in Ostfriesland gab es ein Weißes Haus, weshalb diese Erklärung sehr plausibel erscheint.[1]

1919 erwarb der Gastwirt Hermann Heeren das Gebäude, der noch bis in die 1920er Jahre die für eine Ausspannwirtschaft typischen Pferdestallungen vorhielt, ehe diese im Zuge des aufkommenden Kraftfahrzeugverkehrs verschwanden. Wegen der großen Stallungen, die seinerzeit die größten in Ostfriesland waren, war die Gastwirtschaft besonders auch bei den Bauern des Umlandes beliebt, da sie genug Platz bot, um die Pferde und Kutschen unterzustellen. Der Haupttag war stets der zweite Tag des Pfingstmarktes. In den Aufzeichnungen Heerens wurden an diesem Tag im Jahre 1919 insgesamt 102 Pferde gezählt. Durch die zunehmende Motorisierung verringerte sich diese Zahl jedoch im Laufe der Jahre und sank bis 1929 auf 16, bis 1937 schließlich kein Pferd mehr untergestellt wurde.[2]

Bis 1926 war die Gastwirtschaft zugleich auch eine Posthalterei.[1] In dieser Zeit erhielt sie den Namen Jever-Faß und verlor nachfolgend wohl auch ihre weiße Fassade durch einen neuen Anstrich.[3] Bis zu ihrem Abbruch hatte die Gaststätte den Namen Akropolis und war ein griechisches Restaurant.[1] Dies blieb so bis das Gebäude in den Besitz der Sparkasse Aurich-Norden kam. Diese ließ das Gebäude 1999 abbrechen und von 2000 bis 2001 durch einen Neubau ersetzen.[3] Hier befindet sich seitdem eine auf den Immobilienmarkt spezialisierte Außenstelle der Sparkasse, zu der auch die Anschriften Neuer Weg 79 A und B zählen.

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 136
  2. Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 46
  3. 3,0 3,1 Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 39

Siehe auch