Neuwesteel: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
|||
| Zeile 157: | Zeile 157: | ||
===Neuzeit=== | ===Neuzeit=== | ||
Das Gebiet südlich von Norden wurde ab 1556 nach und nach wieder der [[Leybucht]] entrissen und es entstand bis 1593 der heutige Stadtteil und einst selbstständige Ort [[Süderneuland I]]. Ein Großteil des heutigen Neuwesteeler Gebiets wurde ab 1678 mit dem [[Wester-Charlottenpolder]] und [[Groß-Süder-Charlottenpolder]] gewonnen. Weiteres Land kam 1769 mit dem [[Leysanderpolder]], 1781 mit dem [[Schulenburgerpolder]] und 1804 mit dem [[Teltingspolder]] hinzu. In den Jahren 1928 bis 1929 wurde letztlich der letzte Teil - insgesamt gut 600 Hektar - des heutigen Neuwesteels eingedeicht. Letztgenanntes Gebiet wurde ab 1930 besiedelt und am 11. Juli 1934 im Rahmen einer großen Feierstunde auf den Namen ''Süderpolder'' getauft und gegründet. Neuwesteel war zunächst nur ein Ortsteil dieser Gemeinde. Die weiteren Ortsteile waren die Polder. Im Herbst 1939 wurde die Gemeinde schließlich zur Erinnerung an Westeel in Neuwesteel umbenannt. | Das Gebiet südlich von Norden wurde ab 1556 nach und nach wieder der [[Leybucht]] entrissen und es entstand bis 1593 der heutige Stadtteil und einst selbstständige Ort [[Süderneuland I]]. Ein Großteil des heutigen Neuwesteeler Gebiets wurde ab 1678 mit dem [[Wester-Charlottenpolder]] und [[Groß-Süder-Charlottenpolder]] gewonnen. Weiteres Land kam 1769 mit dem [[Leysanderpolder]], 1781 mit dem [[Schulenburgerpolder]] und 1804 mit dem [[Teltingspolder]] hinzu. In den Jahren 1928 bis 1929 wurde letztlich der letzte Teil - insgesamt gut 600 Hektar - des heutigen Neuwesteels eingedeicht. Letztgenanntes Gebiet wurde ab 1930 besiedelt und am 11. Juli 1934 im Rahmen einer großen Feierstunde auf den Namen ''Süderpolder'' getauft und gegründet. Neuwesteel war zunächst nur ein Ortsteil dieser Gemeinde. Die weiteren Ortsteile waren die Polder. Im Herbst 1939 wurde die Gemeinde schließlich zur Erinnerung an Westeel in Neuwesteel umbenannt. | ||
[[Datei:Königsweg Neuwesteel um 1934 01.jpg|links|mini|Der noch unbefestigte [[Königsweg]] in Neuwesteel in der Zeit um 1930.]] | |||
Eng mit der Gründung Neuwesteels verbunden war die nationalsozialistische ''Blut-und-Boden-Ideologie''. Neuwesteel wurde als erste geschlossene Bauernsiedlung im nationalsozialistischen Deutschland angepriesen und zu einem Aushängeschild der Nationalsozialisten, obwohl die Planungen und Bauarbeiten zum Ort schon lange vor ihrer ''Machtergreifung'' begannen. Zu den Gründungsfeierlichkeiten marschierten mehrere Abteilungen der SA und der SS auf und jedes Gebäude wurde mit Hakenkreuzfahnen beflaggt. Der Reichsbauernführer und Ernährungsminister Walther Darré pries in seiner Festrede die Gründung des Ortes als großen Erfolg der NS-Ideologie an und dass der Nationalsozialismus zurecht ''"Blut und Rasse in den Mittelpunkt des weltanschaulichen Kampfes gestellt habe"''. So sei es der Wille Adolf Hitlers, dass die Deutschen wieder eine enge Verbindung zu ihrem Heimatboden eingehen, wie ihn bereits die Germanen hatten. Dementsprechend wurden die Herdfeuer der Bauernhöfe und -häuser entsprechend eines alten germanischen Brauches entzündet. Die dafür benötigten Fackeln wurde in Osteel entzündet und herbeigebracht. | Eng mit der Gründung Neuwesteels verbunden war die nationalsozialistische ''Blut-und-Boden-Ideologie''. Neuwesteel wurde als erste geschlossene Bauernsiedlung im nationalsozialistischen Deutschland angepriesen und zu einem Aushängeschild der Nationalsozialisten, obwohl die Planungen und Bauarbeiten zum Ort schon lange vor ihrer ''Machtergreifung'' begannen. Zu den Gründungsfeierlichkeiten marschierten mehrere Abteilungen der SA und der SS auf und jedes Gebäude wurde mit Hakenkreuzfahnen beflaggt. Der Reichsbauernführer und Ernährungsminister Walther Darré pries in seiner Festrede die Gründung des Ortes als großen Erfolg der NS-Ideologie an und dass der Nationalsozialismus zurecht ''"Blut und Rasse in den Mittelpunkt des weltanschaulichen Kampfes gestellt habe"''. So sei es der Wille Adolf Hitlers, dass die Deutschen wieder eine enge Verbindung zu ihrem Heimatboden eingehen, wie ihn bereits die Germanen hatten. Dementsprechend wurden die Herdfeuer der Bauernhöfe und -häuser entsprechend eines alten germanischen Brauches entzündet. Die dafür benötigten Fackeln wurde in Osteel entzündet und herbeigebracht. | ||