Gasthaus: Unterschied zwischen den Versionen
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In einem Gesuch an Gräfin Anna fordert der Vorstand des Armenverbandes (''Armenvorsteher'') die Erlaubnis, das alte, größtenteils verfallene Brauhaus zu einem Armenhaus umzubauen. Die Gräfin gab dem Ansinnen statt. Auch die alte Klosterschule konnte als [[Gasthausschule]] für den Schulbetrieb weitergenutzt werden. Ab 1579 hielten die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Christente]] hier mit Erlaubnis von [[Johann II. Cirksena|Graf Johann II.]], dem Bruder von [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]], kurze Zeit ihren Gottesdienst ab, bis sie Ende des Jahres von Edzard vertrieben wurden, da dieser die calvinistische (evangelisch-reformierte) Glaubensrichtung strikt ablehnte und zudem eine tiefe Feindschaft mit seinem Bruder Johann teilte.<ref name=":0" /> | In einem Gesuch an Gräfin Anna fordert der Vorstand des Armenverbandes (''Armenvorsteher'') die Erlaubnis, das alte, größtenteils verfallene Brauhaus zu einem Armenhaus umzubauen. Die Gräfin gab dem Ansinnen statt. Auch die alte Klosterschule konnte als [[Gasthausschule]] für den Schulbetrieb weitergenutzt werden. Ab 1579 hielten die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Christente]] hier mit Erlaubnis von [[Johann II. Cirksena|Graf Johann II.]], dem Bruder von [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]], kurze Zeit ihren Gottesdienst ab, bis sie Ende des Jahres von Edzard vertrieben wurden, da dieser die calvinistische (evangelisch-reformierte) Glaubensrichtung strikt ablehnte und zudem eine tiefe Feindschaft mit seinem Bruder Johann teilte.<ref name=":0" /> | ||
1799 beherbergte das Gasthaus insgesamt 109 Bewohner, davon 59 Kinder und 50 ältere Menschen. Hinzu kamen 35 Kinder, die hier täglich ein Mittagessen einnahmen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 97</ref> 1811 wurden 19 Männer und 43 Frauen verpflegt, die Zahl der Waisenkinder lag wohl ungleich höher.<ref>Cremer, Ufke ( | 1799 beherbergte das Gasthaus insgesamt 109 Bewohner, davon 59 Kinder und 50 ältere Menschen. Hinzu kamen 35 Kinder, die hier täglich ein Mittagessen einnahmen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 97</ref> 1811 wurden 19 Männer und 43 Frauen verpflegt, die Zahl der Waisenkinder lag wohl ungleich höher.<ref>Cremer, Ufke (1934): Die Einwohner der Stadt Norden im Jahre 1811, Norden, S. 14</ref> Irgendwann im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde dann offenbar ein neues Armenhaus, das sogenannte ''Wohlfahrtsheim'' sowie im Jahr 1850 eine neue Schule, die [[Zingelschule]], erbaut.<ref name=":0" /> Spätestens seit 1920 ging die Trägerschaft der Einrichtung auf den [[Landkreis Norden]] über.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 129</ref> | ||
In der allgemeinen Not nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam dem Gasthaus die sogenannte ''Quäkerspeisung'' zu Gute, bei der den Kindern eine tägliche Milchsuppe und ein Brötchen gegeben wurde. Zwei Mal in der Woche soll es zudem einen Kakao gegeben haben.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 140</ref> Die Geldmittel hierfür flossen zu einem Großteil aus den Vereinigten Staaten von Amerika. | In der allgemeinen Not nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam dem Gasthaus die sogenannte ''Quäkerspeisung'' zu Gute, bei der den Kindern eine tägliche Milchsuppe und ein Brötchen gegeben wurde. Zwei Mal in der Woche soll es zudem einen Kakao gegeben haben.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 140</ref> Die Geldmittel hierfür flossen zu einem Großteil aus den Vereinigten Staaten von Amerika. | ||