Straßenbeleuchtung: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Stadt wandte sich daher an die Landdrostei Aurich (Vorläufer der Regierungsbezirke) und bat dort um finanzielle Unterstützung, wurden jedoch abgewiesen. Stattdessen wurden die Kosten auf den Jahreshaushalt des Folgejahres umgewälzt, sodass die anfänglich 40 mit Rapsöl betriebenen Laternen im Stadtgebiet weiter betrieben werden konnten.<ref name=":0" /><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 294</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 156</ref> Die Zahl blieb aufgrund der klammen Stadtkasse lange Zeit nahezu unverändert. Hinzu kam eine Verteuerung des Ölpreises. Am 26. September 1855 beschloss der [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] schließlich, ein Großteil der Laternen vorläufig nicht zu befeuern, um den städtischen Haushalt zu schonen.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Eine kostengünstigere Alternative zum Öl bot sich schließlich ab 1868 bzw. 1869 mit der Umstellung auf das wesentlich preiswertere Petroleum. Die Zahl der Straßenlaternen belief sich bis 1890 auf 98. 1896 waren es schon 120.<ref name=":1" /> | Die Stadt wandte sich daher an die Landdrostei Aurich (Vorläufer der Regierungsbezirke) und bat dort um finanzielle Unterstützung, wurden jedoch abgewiesen. Stattdessen wurden die Kosten auf den Jahreshaushalt des Folgejahres umgewälzt, sodass die anfänglich 40 mit Rapsöl betriebenen Laternen im Stadtgebiet weiter betrieben werden konnten.<ref name=":0" /><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 294</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 156</ref> Die Zahl blieb aufgrund der klammen Stadtkasse lange Zeit nahezu unverändert. Hinzu kam eine Verteuerung des Ölpreises. Am 26. September 1855 beschloss der [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] schließlich, ein Großteil der Laternen vorläufig nicht zu befeuern, um den städtischen Haushalt zu schonen.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Eine kostengünstigere Alternative zum Öl bot sich schließlich ab 1868 bzw. 1869 mit der Umstellung auf das wesentlich preiswertere Petroleum. Die Zahl der Straßenlaternen belief sich bis 1890 auf 98. 1896 waren es schon 120.<ref name=":1" /> | ||
Im späten 19. Jahrhundert wurde Gas durch die zunehmend automatisierte und industrialisierte Förderung immer erschwinglicher. 1896 kamen es daher zum Bau eines [[Gaswerk|Gaswerks]], wodurch sich die Stadt sowohl bessere Kosteneffizienz als auch Mehreinnahmen durch ''Nebenprodukte'' erhoffte.<ref name=":2" /> Auch die Straßenbeleuchtung wurde seitdem mit Stadtgas betrieben.<ref>[https://www.stadtwerke-norden.de/ihre-stadtwerke/ueber-uns/stadtwerke-als-modell.html#:~:text=1896%3A%20Die%20Norder%20Stra%C3%9Fenbeleuchtung%20wird,aus%20dem%20eigenen%20Gaswerk%20betrieben.&text=1967%3A%20Erdgasversorgung%20wird%20in%20Norden,Stadtwerke%20nun%20f%C3%BCr%20dessen%20Neubau. Geschichte der Stadtwerke Norden], abgerufen am 22. Juli 2021</ref> Ermöglicht wurde die Umstellung durch die Entwicklung des sogenannten Glühstrumpfes, mit dem es möglich war, ein besonderes Gas-Luft-Gemisch zum Weißglühen zu bringen.<ref name=":1" /> Mit Strom wurde die Straßenbeleuchtung erst wesentlich später betrieben, obwohl die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von verschiedenen europäischen Forschern erfundene elektrische Glühbirne 1879 soweit von Thomas Edison verbessert wurde, dass sie zum kostengünstigen Einsatz als Straßenbeleuchtung hätte genutzt werden können. Norden erhielt jedoch erst 1914 einen Anschluss an die [[Stromversorgung]], sodass die Laternen noch lange Zeit mit Gas betrieben | Im späten 19. Jahrhundert wurde Gas durch die zunehmend automatisierte und industrialisierte Förderung immer erschwinglicher. 1896 kamen es daher zum Bau eines [[Gaswerk|Gaswerks]], wodurch sich die Stadt sowohl bessere Kosteneffizienz als auch Mehreinnahmen durch ''Nebenprodukte'' erhoffte.<ref name=":2" /> Auch die Straßenbeleuchtung wurde seitdem mit Stadtgas betrieben und ferngezündet, wodurch der letzte Laternenanzünder, der ''alte Goldenstein'', in den Ruhestand geschickt wurde.<ref name=":2" /><ref>[https://www.stadtwerke-norden.de/ihre-stadtwerke/ueber-uns/stadtwerke-als-modell.html#:~:text=1896%3A%20Die%20Norder%20Stra%C3%9Fenbeleuchtung%20wird,aus%20dem%20eigenen%20Gaswerk%20betrieben.&text=1967%3A%20Erdgasversorgung%20wird%20in%20Norden,Stadtwerke%20nun%20f%C3%BCr%20dessen%20Neubau. Geschichte der Stadtwerke Norden], abgerufen am 22. Juli 2021</ref> Ermöglicht wurde die Umstellung durch die Entwicklung des sogenannten Glühstrumpfes, mit dem es möglich war, ein besonderes Gas-Luft-Gemisch zum Weißglühen zu bringen.<ref name=":1" /> | ||
Mit Strom wurde die Straßenbeleuchtung erst wesentlich später betrieben, obwohl die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von verschiedenen europäischen Forschern erfundene elektrische Glühbirne 1879 soweit von Thomas Edison verbessert wurde, dass sie zum kostengünstigen Einsatz als Straßenbeleuchtung hätte genutzt werden können. Norden erhielt jedoch erst 1914 einen Anschluss an die [[Stromversorgung]], sodass die Laternen noch lange Zeit mit Gas betrieben werden mussten. | |||
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