Jüdische Schule: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Jüdische Schule''' wurde von der [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]] am [[Synagogenweg]] 4 errichtet. Die Ursprünge einer jüdischen Schule reichen jedoch weiter zurück. Es handelte sich um eine Elementarschule, in der die Kinder in den Klassen 1 - 4 unterrichtet wurden. Sie wurde auch ''Israelitische Elementarschule'' genannt.<ref name=":0">[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge] auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021</ref> | Die '''Jüdische Schule''' wurde von der [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]] am [[Synagogenweg]] 4 errichtet. Die Ursprünge einer jüdischen Schule reichen jedoch weiter zurück. Es handelte sich um eine Elementarschule, in der die Kinder in den Klassen 1 - 4 unterrichtet wurden. Sie wurde auch ''Israelitische Elementarschule'' genannt.<ref name=":0">[https://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge] auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021</ref> Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 12. November 2021</ref> | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Version vom 12. November 2021, 11:10 Uhr
Jüdische Schule | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1871 | |||||||
| Erbauer | Jüdische Gemeinde Norden | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Entwidmung | 1939 | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Synagogenweg 4
26506 Norden | |||||||
Die Jüdische Schule wurde von der jüdischen Gemeinde am Synagogenweg 4 errichtet. Die Ursprünge einer jüdischen Schule reichen jedoch weiter zurück. Es handelte sich um eine Elementarschule, in der die Kinder in den Klassen 1 - 4 unterrichtet wurden. Sie wurde auch Israelitische Elementarschule genannt.[1] Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.[2]
Geschichte
- siehe auch: Geschichte der jüdischen Gemeinde von Norden
Das heute noch erhaltene Gebäude, das nach wie vor als Jüdische Schule bekannt ist, wurde von der jüdische Gemeinde im Jahre 1871 errichtet. Zuvor wurden die Kinder der Gemeinde spätestens ab 1844 in der ehemaligen Synagoge, damals noch am Neuen Weg 110, unterrichtet. Unterrichtet wurde in zwei Klasse mit je einem Lehrer, die im Nebenamt und unentgeltlich noch weitere Dienste in der Gemeinde zu verrichten hatten, wie beispielsweise die Aufgabenwahrnehmung eines Vorbeters, Predigers, Kantors oder Chorleiters. Neben ihrem äußerst kargen Gehalt erhielten sie ein zusätzliches Wohngeld sowie einen Zuschuss für Brennmaterialien. Der zweite Lehrer erhielt zudem, sofern er noch nicht verheiratet war, ein tägliches Mittagessen bei den Familien der Gemeinde, da er noch weniger bekam, als der erste Lehrer, der zugleich Hauptlehrer bzw. Oberlehrer der Schule war.[1] Die längste Dienstzeit auf der ersten Lehrerstelle hatte wohl Abraham Levy inne, der bis zu seinem Tode am 29. Oktober 1916 mehr als vier Jahrzehnte als Lehrer an der Schule tätig war.
Zur weiterführenden Bildung waren die jüdischen Schuler gezwungen, auf andere Schulen im Stadtgebiet auszuweichen. Dort waren sie nicht selten Stigmatisierung ausgesetzt. Obgleich sie am allgemeinen Schulunterricht teilnahmen, wurden sie von den Lehrern ihrer Gemeinde in der jüdischen Schule unterrichtet. Dies war damals üblich, so erhielten auch die Schüler der katholischen Gemeinde gesonderten Religionsunterricht von einem ihrer Pfarrer.
Im Jahre 1873/74 besuchten 15 Schüler jüdischen Glaubens das Ulrichsgymnasium. In den Folgejahren betrug ihre Zahl durchschnittlich zehn. Im Jahre 1930 waren es nur noch vier. Doppelt soviele werden im selben Jahr als Abgänger der Gräfin-Theda-Schule (Mittel- bzw. Realschule) genannt.
Die jüdische Schule wurde am 1. April 1934 aufgehoben, Lehrer Klein zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Ab Juni 1934 konnte er die Schule als eine private jüdische Elementarschule weiterführen.[1] 1939 schlug das endgültige Ende der jüdischen Schule. Bedingt durch die nationalsozialistische Verfolgung und insbesondere im Hinblick auf die erlittenen Gräueltaten während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde der Schulbetrieb eingestellt. Die letzten Juden verließen bis 1940 die Stadt oder wurden deportiert.
Beschreibung
Das Gebäude ist ein schlichter Ziegelsteinbau. Zu Schulzeiten gehörte ein kleine Schulgarten dazu, für den Sportunterricht wurde die Turnhalle des Norder Turnvereins genutzt.[3]
Lehrkräfte
Erster Lehrerstelle
| Zeitraum | Erster Lehrer |
|---|---|
| 1855 - 1856 | Oberlehrer Emanuel |
| 1856 - 1858 | Samuel Baruch Flersheimer |
| 1858 - 1882 | Mendel Wieluner |
| 1882 - 1916 | Abraham Levy |
| 1916 - 1919 | ??? |
| 1919 - 1939 | Isaak Klein |
Zweiter Lehrerstelle
| Zeitraum | Erster Lehrer |
|---|---|
| 1855 - ??? | Moses Friedberg |
| 1885 - 1891 | Ferdinand Israel |
| 1891 - 1894 | Manasse Schweitzer |
| 1894 - 1897 | Simon Cossen |
| 1897 - 1919 | Isaak Klein |
| ??? - ca. 1935 | Julius Wolff |
Zeitweise, so beispielsweise 1895, hatte die Gemeinde neben den Lehrern eine weitere Person angestellt (Synagogendiener, Hilfsschochet, Schuldiener).[1] Oftmals waren die Inhaber der zweiten Lehrerstelle zudem gleichzeitig als Vorsänger für die Gemeinde tätig.
Galerie
-
Das ehemalige Schulgebäude am 2. April 2017.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Norden (Kreis Aurich, Ostfriesland): Jüdische Geschichte / Synagoge auf Alemannia Judaica, abgerufen am 14. April 2021
- ↑ Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 12. November 2021
- ↑ Ein Rundgang durch Norden, abgerufen am 25. März 2021
Literatur
- Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 86