Neuwesteel: Unterschied zwischen den Versionen
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Träger des Siedlungsprojekts ''Süderpolder'' war das 1922 gegründete Wohnungsbauunternehmen ''Niedersächsische [[Heimstätten|Heimstätte]] (N.S.H.)'', das als ''"Organ der staatlichen Wohnungspolitik"'' für viele Siedlungs- und Wohnungsbauprojekte verantwortlich war. 1934 gingen dort über 400 Anträge williger Siedler ein. Da in der Planung jedoch lediglich 30 Bauernhöfe, sieben Landarbeiterhäuser und vier Handwerkerstätten vorgesehen waren, überstieg der Zahl der Bewerber die vorgesehenen Möglichkeiten bei Weitem. Die Höfe wurden dabei entlang der Hauptstraße, dem [[Königsweg]], gebaut. Die dazugehörigen Ländereien befanden sich direkt hinter an die Gebäude angrenzend. Diese Bauform nennt sich ''Hufensiedlung'', wobei mit ''Hufe'' eine alte Flächeneinheit für ein Stück Land gemeint wird, welches im gemeinschaftlichen Eigentümer mehrerer Personen gehört ([[Allmende]]) und dem Kollektiv zur Bewirtschaftung überlassen wurden. | Träger des Siedlungsprojekts ''Süderpolder'' war das 1922 gegründete Wohnungsbauunternehmen ''Niedersächsische [[Heimstätten|Heimstätte]] (N.S.H.)'', das als ''"Organ der staatlichen Wohnungspolitik"'' für viele Siedlungs- und Wohnungsbauprojekte verantwortlich war. 1934 gingen dort über 400 Anträge williger Siedler ein. Da in der Planung jedoch lediglich 30 Bauernhöfe, sieben Landarbeiterhäuser und vier Handwerkerstätten vorgesehen waren, überstieg der Zahl der Bewerber die vorgesehenen Möglichkeiten bei Weitem. Die Höfe wurden dabei entlang der Hauptstraße, dem [[Königsweg]], gebaut. Die dazugehörigen Ländereien befanden sich direkt hinter an die Gebäude angrenzend. Diese Bauform nennt sich ''Hufensiedlung'', wobei mit ''Hufe'' eine alte Flächeneinheit für ein Stück Land gemeint wird, welches im gemeinschaftlichen Eigentümer mehrerer Personen gehört ([[Allmende]]) und dem Kollektiv zur Bewirtschaftung überlassen wurden. | ||
Den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] überstand Neuwesteel unbeschadet. Während des Krieges befand sich das Kriegsgefangenenlager AK Nr. 5615 im Ort. In der dazugehörigen Holzbaracke waren 25 bis 40 französische Kriegsgefangene untergebracht, die auf den Höfen in der Umgebung arbeiten mussten. Nach dem Krieg erlebte Neuwesteel durch Aufnahme zahlreicher Vertriebener aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten einen bedeutenden Bevölkerungszuwachs, sodass die Einwohnerzahl im Jahre 1946 bei 643 lag, von denen mehr als ein Drittel (221 Personen) Vertriebene bzw. Flüchtlinge waren. 1950 stieg die Einwohnerzahl um eins auf 644, der Anteil an Vertriebenen lag dabei noch bei immerhin 208 Personen. Um dem wachsenden Wohnbedarf zu begegnen, wurde 1956 eine weitere Siedlung gelegt, die sich auf den [[Schulweg]] | Den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] überstand Neuwesteel unbeschadet. Während des Krieges befand sich das Kriegsgefangenenlager AK Nr. 5615 im Ort. In der dazugehörigen Holzbaracke waren 25 bis 40 französische Kriegsgefangene untergebracht, die auf den Höfen in der Umgebung arbeiten mussten. Nach dem Krieg erlebte Neuwesteel durch Aufnahme zahlreicher Vertriebener aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten einen bedeutenden Bevölkerungszuwachs, sodass die Einwohnerzahl im Jahre 1946 bei 643 lag, von denen mehr als ein Drittel (221 Personen) Vertriebene bzw. Flüchtlinge waren. 1950 stieg die Einwohnerzahl um eins auf 644, der Anteil an Vertriebenen lag dabei noch bei immerhin 208 Personen. Um dem wachsenden Wohnbedarf zu begegnen, wurde 1956 eine weitere Siedlung gelegt, die sich auf den [[Schulweg]], den [[Westeeler Weg]] und den [[Fährweg]] konzentrierte. 1993 wurde die Bebauung durch Ausweisung neuer Bauflächen erweitert. | ||
Nach 31 Jahren als selbstständige Gemeinde wurde der Ort 1965 eine Gliedgemeinde innerhalb der [[Samtgemeinde Leybuchtpolder]]. Diese wurde schließlich im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform am 1. Juli 1972 nach Norden eingemeindet. Als eingemeindeter Stadtteil hat Neuwesteel einen [[Ortsvorsteher]], der die Belange der Einwohner gegenüber dem Rat und der Verwaltung der Stadt Norden vertritt. | Nach 31 Jahren als selbstständige Gemeinde wurde der Ort 1965 eine Gliedgemeinde innerhalb der [[Samtgemeinde Leybuchtpolder]]. Diese wurde schließlich im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform am 1. Juli 1972 nach Norden eingemeindet. Als eingemeindeter Stadtteil hat Neuwesteel einen [[Ortsvorsteher]], der die Belange der Einwohner gegenüber dem Rat und der Verwaltung der Stadt Norden vertritt. | ||
Am 1. Juli 2008 wurde der Ort gemeinsam mit [[Neuwesteel]] in das Niedersächsische Programm zur Förderung der Dorferneuerung aufgenommen. Ziele der Dorferneuerungsplanung sind die Beibehaltung und Sicherung der charakteristischen dörflichen Eigenart, um den Dörfern und ihren Bewohnern die Möglichkeit zu geben, sich in zeitgemäßer Art und Weise weiterzuentwickeln. Nachdem der Rat der Stadt Norden im Mai 2011 den Dorfentwicklungsplan beschlossen und dieser im Juni 2011 vom Amt für Regionale Landesentwicklung Weser-Ems anerkannt wurde, konnte im Sommer 2011 mit der Umsetzungsphase der Dorfentwicklung begonnen werden. | |||
Mit Jahresende 2021 endete die Maßnahme. In dieser Zeit wurden in beiden Orten drei große Infrastrukturprojekten und zahlreiche weitere Nebenprojekte fertiggestellt, darunter auch zahlreiche Modernisierungen und Instandsetzungen von privaten Höfen und Wohngebäuden. In Leybuchtpolder wurde 2014 bis 2015 der Dorfplatz- Schulelternparkpatz und Steganlage am [[Dorfteich]] modernisiert bzw. entsprechend ausgebaut, in Neuwesteel wurde von 2015 bis 2016 ein Dorftreff und ein Bolzplatz am [[Schulweg]] errichtet. Von 2019 bis 2021 wurde die ehemalige reformierte Kirche von Leybuchtpolder zum Dorfgemeinschaftshaus [[Lüttje Kark]] umgebaut. Nicht umgesetzt wurde hingegen bislang die Ausweisung neuer Bauplätze, die in dem 2011 erstellten Konzept sozial und baulich verträglich bzw. förderlich dargestellt und dringend empfohlen wurde, um dem ansonsten unaufhaltbaren Bevölkerungsschwund entgegenwirken zu können.<ref>NWP Planungsgesellschaft (2011): Dorferneuerungs-/Entwicklungsplanung für die Ortsteile Leybuchtpolder und Neuwesteel, S. 95ff.</ref> | |||
==Verwaltung== | ==Verwaltung== | ||
Neuwesteel steht ein ehrenamtlicher [[Ortsvorsteher]] vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber dem Rat und der Verwaltung vertritt. Als der Ort noch eine eigenständige Gemeinde war, standen ein [[Bürgermeister]] und ein [[Gemeindedirektor]] an der Spitze der Verwaltung. | Neuwesteel steht ein ehrenamtlicher [[Ortsvorsteher]] vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber dem Rat und der Verwaltung vertritt. Als der Ort noch eine eigenständige Gemeinde war, standen ein [[Bürgermeister]] und ein [[Gemeindedirektor]] an der Spitze der Verwaltung. | ||
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* [[Kurbelpünt]] | * [[Kurbelpünt]] | ||
* [[Leybuchtsiel]] | * [[Leybuchtsiel]] | ||
== Einzelnachweise == | |||
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== Quellenverzeichnis== | == Quellenverzeichnis== | ||