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Um 1771 grassierte in der Westermarsch eine große Viehseuche, die für die rund 600 Einwohner des Dorfes zu schwerer wirtschaftlicher Not führte. 1774 wurde die [[Ziegelei (Westermarsch I) |Ziegelei]] am [[Altendeichsweg (Westermarsch) |Altendeichsweg]] eröffnet. Sie bestand bis etwa 1912 und wurde nachfolgend an der [[Ziegeleistraße]] neu errichtet. 1777 wurde eine [[Zuckerraffinerie]] im danach benannten [[Zuckerpolder]] errichtet. Bei der [[Februarflut 1825]] brach der Deich erneut und es kam zu großflächigen Verwüstungen.
Um 1771 grassierte in der Westermarsch eine große Viehseuche, die für die rund 600 Einwohner des Dorfes zu schwerer wirtschaftlicher Not führte. 1774 wurde die [[Ziegelei (Westermarsch I) |Ziegelei]] am [[Altendeichsweg (Westermarsch) |Altendeichsweg]] eröffnet. Sie bestand bis etwa 1912 und wurde nachfolgend an der [[Ziegeleistraße]] neu errichtet. 1777 wurde eine [[Zuckerraffinerie]] im danach benannten [[Zuckerpolder]] errichtet. Bei der [[Februarflut 1825]] brach der Deich erneut und es kam zu großflächigen Verwüstungen.


1871 fiel ganz Ostfriesland von Hannover (erneut) an das Königreich Preußen. Die preußischen Beamten begannen, das Land zu kartografieren und unterteilten die Westermarsch in zwei Gemeinden (Westermarsch in I und II), die zuvor bereits spätestens seit 1823 bzw. 1826 als ''Bauerschaften'' (loser Verband von Bauernhöfen; vgl. [[Sandbauerschaft]]) zusammengeschlossen waren. 1873 bis 1875 wurde die [[Westermarscher Straße]] gebaut, bis dahin erfolgte ein Warentransport vor allem über die zahlreichen Flüsse und Kanäle.
Von 1821 bis 1823 kartografierte das Königreich Hannover einen Teil seines Landes. Wenngleich Ostfriesland nicht dazu zählte, taucht in dieser Zeit erstmals die amtliche Trennung von Westermarsch I und [[Westermarsch II]] wie auch [[Süderneuland I]] und [[Süderneuland II]] auf. Offenkundig stand die Trennung dieser bis dahin jeweils zusammengehörenden Gemeinden im Zusammenhang mit Bestrebungen zur Vereinheitlichung von Fläche und Größe der einzelnen Gliedgemeinden im Land. Die nun entstandenen Gemeinden hatten jeweils eine annähernd gleiche Größe und Bevölkerungszahl.
 
1867 bzw. 1871 fiel ganz Ostfriesland von Hannover (erneut) an das Königreich Preußen. Die preußischen Beamten begannen damit, nun auch Ostfriesland zu kartografieren. 1873 bis 1875 wurde die [[Westermarscher Straße]] gebaut, bis dahin erfolgte ein Warentransport vor allem über die zahlreichen Flüsse und Kanäle.


In den Wirren der Zeit nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] formierte sich eine Bürgerwehr, der 73 Mann angehörten. Die Wehr hatte keine Waffen, die sie jedoch angefordert hatten. Zu einer Bewaffnung kam es durch die Gründung der Weimarer Republik mit der einhergehenden Verbesserung der Sicherheitslage jedoch nicht mehr. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] befand sich in einer Holzbaracke bei Landwirt J. Ahrends in [[Wester-Charlottenpolder]] ein Kriegsgefangenenlager (AK Nr. 1 164E), in dem 35 bis 40 (vorher auch 60) Personen untergebracht waren. Im Oktober 1940 gab es 40 Insassen von ausnahmslos französischer Herkunft. Im Juli 1941 registrierte man dann 39 Serben.
In den Wirren der Zeit nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] formierte sich eine Bürgerwehr, der 73 Mann angehörten. Die Wehr hatte keine Waffen, die sie jedoch angefordert hatten. Zu einer Bewaffnung kam es durch die Gründung der Weimarer Republik mit der einhergehenden Verbesserung der Sicherheitslage jedoch nicht mehr. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] befand sich in einer Holzbaracke bei Landwirt J. Ahrends in [[Wester-Charlottenpolder]] ein Kriegsgefangenenlager (AK Nr. 1 164E), in dem 35 bis 40 (vorher auch 60) Personen untergebracht waren. Im Oktober 1940 gab es 40 Insassen von ausnahmslos französischer Herkunft. Im Juli 1941 registrierte man dann 39 Serben.